Mainz 05 verschärft Schalker Sorgen: Glatzel erzielt frühestes Bundesliga-Tor aller Zeiten!

Sinsheim - Auswärts-Coup für den 1. FSV Mainz 05! Die Mannschaft von Trainer Bo Svensson gewann am 26. Spieltag der 1. Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 2:1 (2:1) und rückte auf Platz 15 vor.

Der Siegtreffer: Dominik Kohr (2.v.r.) erzielt das 2:1 für den 1. FSV Mainz 05. Hoffenheims Keeper Oliver Baumann (2.v.l.) ist machtlos.
Der Siegtreffer: Dominik Kohr (2.v.r.) erzielt das 2:1 für den 1. FSV Mainz 05. Hoffenheims Keeper Oliver Baumann (2.v.l.) ist machtlos.  © dpa/Uwe Anspach

Der selbsternannte Karnevalsverein hat erstmals seit November die Abstiegsplätze verlassen, überholte durch den Dreier den 1. FC Köln und Arminia Bielefeld vorbei. Für den Tabellenletzten FC Schalke 04 wird der Abstand zu den rettenden Plätzen immer größer.

Vor coronabedingt leeren Rängen schossen Robert Glatzel nach nur 28 Sekunden (in Sachen Uhrzeit frühestes Bundesliga-Tor aller Zeiten) und Dominik Kohr (41. Minute) die Tore für die Nullfünfer. Mainz stand zuvor letztmals am achten Spieltag und auch davor nur ein einziges weiteres Mal in dieser Saison über dem Strich.

Während Hoffenheim und Torschütze Ihlas Bebou (39.) nach der zweiten Liga-Niederlage nacheinander wohl endgültig die Europa-Ränge abhaken können, sind die Mainzer in der Rückrunde beeindruckend stark.

FSV Mainz 05 sportlich am Boden: 6 Spiele, 6 Pleiten, noch schlechter als Schalke!
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War man in der Hinrunde mit sieben Zählern noch gleichauf mit Schalke, punktet die Mannschaft in der Rückserie unter Svensson besser als Spitzenteams wie Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen.

Die Gäste aus Rheinhessen starteten auch zur ungewohnten Anstoßzeit am Sonntagmittag so, wie man sie in den vergangenen Wochen erlebt hat: engagiert und energisch. Glatzel störte Bayern-Leihgabe Chris Richards energisch und nutzte nach 28 Sekunden direkt die erste Chance zur Führung. Es war das zweitschnellste Tor der laufenden Bundesliga-Saison und der drittschnellste Treffer in der Mainzer Liga-Historie. Direkt im Anschluss hätte Glatzel (3.) gleich erhöhen können, doch Keeper Oliver Baumann verhinderte das frühe 0:2.

Anfangsformation der TSG 1899 Hoffenheim für das Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05

Startelf des 1. FSV Mainz 05 gegen die TSG 1899 Hoffenheim

1. FSV Mainz 05 verteidigt Führung gegen TSG 1899 Hoffenheim mit viel Einsatz und taktischer Finesse

Jubel beim 1. FSV Mainz 05 und Robert Glatzel (r.): Der selbsternannte Karnevalsverein feierte im Abstiegskampf einen ganz wichtigen Dreier.
Jubel beim 1. FSV Mainz 05 und Robert Glatzel (r.): Der selbsternannte Karnevalsverein feierte im Abstiegskampf einen ganz wichtigen Dreier.  © dpa/Uwe Anspach

Die Hoffenheimer, denen nach den bitteren Pokal-Niederlagen gegen die SpVgg Fürth und Molde FK die tabellarische Bedeutungslosigkeit droht, lieferten einen laschen Auftritt.

Von Vize-Weltmeister Andrej Kramaric war wenig zu sehen, gestandene Profis wie Kevin Vogt oder Sebastian Rudy leisteten sich heftige Fehler in der eigenen Hälfte. Baumann verhinderte gegen Jonathan Burkardt (18.) mit einer starken Fußabwehr ein weiteres Gegentor.

Umso überraschender schaffte die Elf von Sebastian Hoeneß den Ausgleich, auch an diesem Tor war Richards beteiligt: Der 20-Jährige spielte von links einen starken Ball in die Schnittstelle auf Bebou, der der wuchtigen Mainzer Abwehr einmal entwischte und mit seinem siebten Saisontreffer für einen eigenen Bundesliga-Bestwert sorgte. Bebou war schon zuvor als agilster Angreifer der Hoffenheimer aufgefallen.

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Doch die TSG-Freude währte nur kurz, bis Kohr nach einer einstudierten Eckball-Variante vollkommen freistehend zur erneuten Führung einköpfen konnte. Der Mittelfeldarbeiter, dem erstmals nach 1289 Tagen wieder ein Bundesliga-Tor gelang, packte den Ball unter sein Trikot, steckte den Daumen in den Mund und schickte schöne Grüße an die Familie am Fernseher.

Auch nach dem Wechsel war nicht zu erkennen, wer der Abstiegskandidat und wer der Europa-League-Teilnehmer ist. Mainz verteidigte die Führung mit großem Einsatz und taktischer Finesse. Hoffenheims Attacken waren fast durchgehend harmlos, die für ein Remis nötige Schlussoffensive blieb aus.

Update, 16.16 Uhr: Danny da Costa am Oberschenkel verletzt

Nach Danny da Costas Auswechslung in der ersten Halbzeit sagte Svensson nach der Partie zum Gesundheitszustand seines Flügelspielers: "Er hat etwas gespürt. Die Außenspieler müssen bei uns lange Wege machen. Ich bin mir nicht sicher, wie schlimm es ist. Wir werden sehen, was bei ihm los ist."

Da Costa ist derzeit von Eintracht Frankfurt an die Mainzer ausgeliehen. Bevor es am Osterwochenende mit den nächsten Bundesliga-Spielen weitergeht, kann der 27 Jahre alte da Costa die Länderspielpause zur Erholung nutzen.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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