Zu viele "Dunkelhäutige": Fan von Mainz 05 kündigt Mitgliedschaft, so reagiert der Klub!

Mainz - Auf dem Platz geht es für den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 um alles. Und während man sportlich noch gegen den Abstieg kämpft, konnte man außerhalb des Feldes bereits einen kleinen Sieg feiern. Denn: ein Anhänger des derzeit Tabellenfünfzehnten hat seine Mitgliedschaft nun gekündigt - seine Begründung ließ die 05er zunächst kopfschüttelnd zurück.

Die Mainzer stehen für Zusammenhalt.
Die Mainzer stehen für Zusammenhalt.  © Torsten Silz/dpa

"Ich kann mich mit diesem Verein (Profifußball) schon seit Monaten nicht mehr identifizieren!", beginnt die Abrechnung des "Fans" mit "seinem" Klub. 

Was dann folgt, trifft einen freiheitsliebenden Menschen und Fußballfan direkt ins Mark: "Mittlerweile bekomme ich den Eindruck vermittelt, dass ich beim Africa-Cup bin, anstatt in der deutschen Bundesliga. Ich weiß was jetzt kommt, aber nein, ich bin auf keinen Fall rassistisch veranlagt - das verbitte ich mir. Nur, was zuviel ist, ist zuviel."

Rumms! Wer jetzt noch die Hoffnung hat, es handele sich um einen geschmacklosen Witz, der irrt leider gewaltig. Das inzwischen Ex-Mitglied legt nämlich nochmal nach.

"Aber wenn seit Wochen in der Startformation neun (!!!) dunkelhäutige Spieler auflaufen und deutschen Talenten kaum noch eine Chance gegeben wird, dann ist das nicht mehr mein über die Jahre liebgewonnener Verein."

Aussagen, die nicht nur die Verantwortlichen des "Karnevalsvereins" schockieren dürften.

"Mainz 05 - kein Platz für Rassismus!"

Am Wochenende holten die 05er einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf gegen Eintracht Frankfurt. Nun einen gegen Fremdenfeindlichkeit.
Am Wochenende holten die 05er einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf gegen Eintracht Frankfurt. Nun einen gegen Fremdenfeindlichkeit.  © Alexander Hassenstein/getty/Pool/dpa

Teile der Kündigung veröffentlichten die 05er auf ihrer Homepage und bezogen sofort dazu Stellung. Die Hauptaussage dabei glasklar: "MAINZ 05 - KEIN PLATZ FÜR RASSISMUS", steht in dicken Lettern in der Überschrift.

"Auch wenn wir normalerweise Kündigungen bedauern und um jedes Mitglied leidenschaftlich kämpfen, können wir unser Bedauern in Ihrem Fall nicht ansatzweise ausdrücken", so der Klub und führt anschließend fort: "Rassismus beginnt da, wo rassistische Gedanken geäußert werden, nicht nur, wenn sich jemand selbst als Rassist bezeichnet – was in den seltensten Fällen vorkommt."

Da für die Mainzer nicht die Hautfarbe, Herkunft oder Religion eine Rolle spielt, sondern nur, "dass jemand Mensch ist und unsere Werte teilt", teilt man seinem Ex-Mitglied nun mit, dass "wir uns vielmehr über Ihre Kündigung freuen".

Und der Verein erhält Zuspruch. Auf der Mainzer Twitter-Seite melden sich zahlreiche Anhänger und stehen voll und ganz hinter dem Verein und der Message des Klubs.

Mainzer Tweet findet großen Anklang

Gerade in Zeiten wie diesen, in welcher unter anderem wegen der Corona-Krise Zusammenhalt groß geschrieben werden muss, in Zeiten, in denen tausende Menschen auf die Straße gehen und gegen das grausige Verhalten eines US-amerikanischen Polizisten gegenüber eines Dunkelhäutigen protestieren, hat der 1. FSV Mainz 05 das einzig richtige getan und ein starkes Zeichen gegen Rechts und Fremdenfeindlichkeit gesetzt.

Titelfoto: Torsten Silz/dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0