Arminia Bielefeld krallt sich begehrten Zweitliga-Torjäger ablösefrei!

Bielefeld - Es hatte sich angedeutet, nun ist der Transfer in trockenen Tüchern: Janni Serra (23) hat bei Arminia Bielefeld einen langfristigen Vertrag bis zum 30. Juni 2025 unterschrieben.

Janni Serra (23, l.) erzielte sein letztes Tor für Holstein Kiel am 34. Spieltag gegen den SV Darmstadt 98, als er zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung für die KSV einköpfte.
Janni Serra (23, l.) erzielte sein letztes Tor für Holstein Kiel am 34. Spieltag gegen den SV Darmstadt 98, als er zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung für die KSV einköpfte.  © dpa/Frank Molter

Das gab der DSC am Montag bekannt. Der Stürmer kommt ablösefrei vom Zweitliga-Dritten Holstein Kiel und erklärte seine Entscheidung auf der Vereinswebsite der Arminia wie folgt: "Ich hatte sehr gute Gespräche mit den Verantwortlichen, die mich unbedingt haben wollten. Das hatte mir sofort ein super Gefühl gegeben."

Eine neue Bleibe für sich und seine Freundin hat er bereits bezogen: "Es ist mir sehr wichtig, dass ich mich schnell einlebe. Wir fühlen uns hier schon sehr wohl." In seiner neuen Mannschaft wird er wohl ebenfalls keinerlei Eingewöhnungsprobleme haben.

Schließlich spielte der 1,93 Meter große Serra mit dem frisch gekürten U21-Europameister Amos Pieper (23) bereits in der Jugend sowie U23 von Borussia Dortmund zusammen und lief 55-mal gemeinsam mit dem kantigen Innenverteidiger auf.

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Verständlich, dass er seinem früheren und kommenden Teamkollegen im Kampf um den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga die Daumen drückte: "Es war sehr aufregend. Man ist dann schon ein riesiger Fan, wenn man weiß, dass man nächste Saison hier spielen wird. Ich hatte drei Bildschirme, um die Spiele in Stuttgart, Köln und Bremen parallel zu verfolgen."

Seiner neuer Coach Frank Kramer (49) freut sich auf den Goalgetter: "Janni hat das Herz an der richtigen Stelle. Er arbeitet teamorientiert für die Mannschaft, ist durchsetzungsstark und torgefährlich – das ist für einen Stürmer eine sehr gute Mischung."

Arminia Bielefeld stattet Janni Serra mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2025 aus

Janni Serra schoss Borussia Dortmunds U17 und U19 zur Deutschen Meisterschaft

Janni Serra (23, r.) schnürte für die U19 des BVB im Meisterschaftsfinale 2016 gegen Hoffenheim einen Doppelpack. TSG-Keeper Gregor Kobel (23, 2.v.l.) hatte das Nachsehen, Serra dreht zum Jubeln mit seinem damaligen Kapitän Felix Passlack (23, l.) ab.
Janni Serra (23, r.) schnürte für die U19 des BVB im Meisterschaftsfinale 2016 gegen Hoffenheim einen Doppelpack. TSG-Keeper Gregor Kobel (23, 2.v.l.) hatte das Nachsehen, Serra dreht zum Jubeln mit seinem damaligen Kapitän Felix Passlack (23, l.) ab.  © Imago Images/Thomas Bielefeld

Wenig verwunderlich, dass die Arminia ihn gleich für vier Jahre an sich gebunden hat. Sportgeschäftsführer Samir Arabi (42) verdeutlichte: "Wir freuen uns sehr, dass sich Janni für uns entschieden hat. Er ist ein junger Stürmer mit viel Potenzial, der sportlich und menschlich sehr gut zu uns nach Bielefeld passt."

Denn Serra ackert in der Spitze, bindet Gegenspieler, schafft somit Räume für seine Mannschaftskameraden und hat sich auch im Abschluss erkennbar weiterentwickelt. Der 16-fache U21-Nationalkicker (zwei Tore, eine Vorlage) war über die Jugendteams von FC Bennigsen, Hannover 96 und den TSV Havelse nach Dortmund gekommen, wo er die U17 direkt in seiner ersten Saison zur Deutschen Meisterschaft schoss.

In 27 Einsätzen netzte er 20-mal ein und gab satte zwölf Vorlagen. Im Finale gegen den von Domenico Tedesco (35) trainierten VfB Stuttgart am 14. Juni 2015 waren nicht etwa Champions-League-Sieger Christian Pulisic (22), Jacob Bruun Larsen (22) oder Felix Passlack (23) Matchwinner, sondern Joker Serra trumpfte mit zwei Toren und einem Assist auf. Am Ende gewann der goldene Jahrgang des BVB glatt mit 4:0.

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Ein Jahr später glänzte er unter Coach Hannes Wolf (40) erneut. Diesmal stand er mit der Dortmunder U19 im Meisterschaftsfinale. Obwohl die TSG 1899 Hoffenheim ordentlich Widerstand leistete und für ein denkwürdiges Finale sorgte, rangen die jungen Borussen ihren spielstarken Kontrahenten letztlich mit 5:3 nieder. Wieder hatte Serra daran als Einwechselspieler mit einem Doppelpack (traf zum 4:2 und 5:2) entscheidenden Anteil.

Janni Serras erstes Interview für Arminia Bielefeld

Janni Serra stellte seine Klasse bei Holstein Kiel unter Beweis

Janni Serra (23, M.) spielte für Holstein Kiel eine starke Saison! In wettbewerbsübergreifend 37 Einsätzen schoss er 16 Tore und gab fünf Assists.
Janni Serra (23, M.) spielte für Holstein Kiel eine starke Saison! In wettbewerbsübergreifend 37 Einsätzen schoss er 16 Tore und gab fünf Assists.  © dpa/Uwe Anspach

Insgesamt netzte Serra in der Saison 2015/16 erneut 20-mal ein und legte zudem noch 14 Treffer in 32 Partien auf, war wieder einer der Leistungsträger seines Teams.

Dann jedoch folgte verletzungsbedingt der erste Karriereknick. Serra zog sich einen Kreuzbandriss zu und kam erst ganz am Ende fünfmal als Joker zum Einsatz, gewann aber erneut die A-Jugend-Meisterschaft (8:7 nach Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München).

Anschließend stand für ihn der Sprung in den Männerfußball an, der ihm schwerfiel. Sowohl in der U23 des BVB (13 Begegnungen, drei Treffer), als auch beim Zweitligisten VfL Bochum (zwölf Spiele, keine Torbeteiligung) gelang ihm der Durchbruch noch nicht.

Dafür aber in Kiel, das ihn für 300.000 Euro Ablöse aus Dortmund holte. Bereits in seiner ersten Saison war er Stammspieler (33 Partien, elf Buden, fünf Vorlagen), auch 2019/20 stand er regelmäßig auf dem Rasen (21 Einsätze, acht Treffer, drei Assists), bis ihn eine schwere Oberschenkelverletzung am Saisonende monatelang außer Gefecht setzte.

In der gerade beendeten Spielzeit zog er sich zwar wieder einen Muskelfaserriss zu, fiel aber nur kurz aus und zeigte an der Seite von Jae-Sung Lee (28) und Finn Bartels (34) glänzende Leistungen, war der Fixpunkt der Kieler Offensive und wies konstant nach, dass er nun reif für die 1. Bundesliga ist.

Mit Arminen-Kapitän Fabian Klos (33) und Andreas Voglsammer (29) hat er allerdings ernstzunehmende Konkurrenten auf seiner Position, gegen die er sich erstmal behaupten muss. Gelingt ihm das, könnte er sich im beschaulichen Bielefeld zu einem richtig guten Erstliga-Angreifer entwickeln.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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