Leverkusens Trainer Bosz muss sich in Israel gegen alten Rivalen behaupten

Petah Tikva/Leverkusen – Für Peter Bosz (56) ist es eine Reise in die Vergangenheit. Die nur sechs Monate bei Maccabi Tel Aviv brachten die Trainer-Karriere des Niederländers noch einmal richtig in Schwung. Jetzt steht er mit Bayer Leverkusen in Israel zum Hinrunden-Ende in der Gruppenphase der Fußball-Europa-League unter Zugzwang.

Für Peter Bosz (56) war die Zeit in Israel ein echtes Karriere-Sprungbrett.
Für Peter Bosz (56) war die Zeit in Israel ein echtes Karriere-Sprungbrett.  © Sascha Schuermann/AFP-Pool/dpa

Boszs Erinnerungen an Israel sind ausschließlich positiv. Über das Land schwärmt der Niederländer seitdem er mit 52 Jahren er nach Tel Aviv kam.

Damals verlor er von 23 Spielen nur eines – ausgerechnet das Pokalfinale. Er empfahl sich für Ajax Amsterdam, den größten Club seines Heimatlandes, von wo er nach dem Einzug ins Europa-League-Finale zu Borussia Dortmund weiterzog und im Dezember 2018 schließlich bei Bayer Leverkusen landete.

Beim ersten Pflichtspiel von Bayer auf israelischem Boden sitzt Bosz am Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN) nun als Chefcoach auf der Bank. Und der Gegner ist der Verein, der ihm damals dem Meister-Titel vor der Nase wegschnappte: Hapoel Be'er Sheva.

"Es war eine Super-Zeit hier, obwohl es nur sechs Monate waren", sagte Bosz am Mittwoch bei der Pressekonferenz nach der Ankunft in Israel: "Und ich habe mich super gefreut, wieder hierherzukommen."

Die Wiedersehens-Freude dürfte verstärkt sein dadurch, dass das Spiel in Tel Avivs Vorort Petah Tikva und nicht im mehr als 100 Kilometer entfernten Be'er Sheva stattfindet.

Bosz trifft auf alten Kollegen, Leverkusen steht unter Druck

Bayer Leverkusen verlor das letzte Europa-League-Spiel gegen Slavia Prag mit 0:1 und steht am Donnerstag gegen Hapoel Be'er Sheva unter Druck.
Bayer Leverkusen verlor das letzte Europa-League-Spiel gegen Slavia Prag mit 0:1 und steht am Donnerstag gegen Hapoel Be'er Sheva unter Druck.  © Vít Šimánek/CTK/dpa

Auf den Gegner vom Donnerstag musste sich Bosz aber komplett neu vorbereiten. "Wenn ich die Namen sehe, ist von der Mannschaft von damals nichts mehr übrig", sagte er: "Aber ich freue mich, meinen Kollegen wiederzutreffen." Der damalige Meister-Trainer Barak Bakhar (41) ist nämlich heute noch im Amt.

Grundsätzlich hätten israelische Mannschaft natürlich "weniger Erfahrung auf fußballerisch höchstem Niveau", sagte Bosz: "Trotzdem darf man sie auf keinen Fall unterschätzen." Er selbst wird es sicher nicht tun.

Aktuell haben alle vier Teams in der Gruppe C drei Punkte. Leverkusen hatte beim 6:2 gegen OGC Nizza zwar einen Traumstart erwischt, verlor aber in der Vorwoche mit 0:1 bei Slavia Prag. Die Niederlage in Tschechien war für Bayer aber die einzige in bisher neun Pflichtspielen.

Trainer Peter Bosz könnte angesichts des engen Spielplans wieder rotieren. Das Spiel in Petah Tikva ist für Bayer das erste Pflichtspiel auf israelischem Boden.

Titelfoto: Sascha Schuermann/AFP-Pool/dpa

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