BVB glanzlos gegen Zenit: Favre leidet, Zorc sieht "Druck auf Kessel"

Dortmund - Ende gut, alles gut? Borussia Dortmund konnte sich am Mittwochabend mit 2:0 (0:0) im zweiten Gruppenspiel der UEFA Champions League gegen den russischen Vertreter Zenit St. Petersburg durchsetzen (TAG24 berichtete). Es war ein hartes Stück Arbeit - und sah zumeist auch nicht wirklich gut aus. Doch Dreier ist Dreier, oder?

Michael Zorc (58) war letztlich mit den drei Punkten zufrieden.
Michael Zorc (58) war letztlich mit den drei Punkten zufrieden.  © Bernd Thissen/dpa

"Dieses Spiel wird nicht in die Fußball-Geschichte eingehen, aber die drei Punkte nehmen wir gerne mit." Kurz, knapp und eigentlich alles gesagt vom Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc (58).

Der 58-Jährige wusste ganz genau, dass nach dem misslungenen Auftritt in Rom eine Woche zuvor "Druck auf dem Kessel" lag. Man möchte sich nicht ausmalen, hätte die Borussia aus Dortmund gegen St. Petersburg nicht gewonnen - oder gar verloren.

Dass die Vertreter aus der russischen Premier Liga durchaus etwas draufhaben, hatten nicht zuletzt die Spieler des FC Bayern München schon tags zuvor gegen Lokomotive Moskau zu spüren bekommen. Auch hier war der 2:1-Erfolg der Münchner hart erkämpft (TAG24 berichtete).

Dortmund tat sich ebenfalls mehr als schwer.

Jadon Sancho erlöst die Borussia per Strafstoß gegen Zenit St. Petersburg

Der Knackpunkt im Spiel: Zenits Vyacheslav Karavaev zieht Thorgan Hazard im Strafraum zu Boden. Den Strafstoß verwandelte Jadon Sancho.
Der Knackpunkt im Spiel: Zenits Vyacheslav Karavaev zieht Thorgan Hazard im Strafraum zu Boden. Den Strafstoß verwandelte Jadon Sancho.  © Bernd Thissen/dpa

Den so wichtigen Brustlöser für die Borussen gab es letztlich in der 79. Spielminute: Jadon Sancho (20) konnte alle Anhänger per Foulelfmeter erlösen. 

Davor hatte Vyacheslav Karavaev den zwölf Minuten zuvor für Mahmoud Dahoud eingewechselten Thorgan Hazard im Strafraum zu Boden gezogen - unnötig. Doch der an diesem Abend bis dahin eher blass gebliebene Sancho nahm das Geschenk an.

Insgesamt fiel den Borussen gegen die kompakte Defensive der Russen nicht viel ein. Immer wieder rannte man an, ohne sich in den entscheidenden Räumen wirklich durchsetzen zu können.

Die wenigen Chancen, die man hatte, blieben ungenutzt. Es war schlichtweg schwere Kost.

Zenit St. Petersburg findet offensiv gar nicht statt - Lucien Favre betont Bedeutung der Geduld

Die Leiden des jungen Favre. Der Trainer des BVB sah eine umkämpfte Partie.
Die Leiden des jungen Favre. Der Trainer des BVB sah eine umkämpfte Partie.  © Bernd Thissen/dpa

Zenit setzte derweil selbst kaum Akzente nach vorne. An einer Hand konnte man die schwachen Offensivbemühungen der Gäste beinahe abzählen.

Fast schon versöhnlich gestimmt war Zorc nach dem Spiel. Die Mannschaft habe es "insgesamt gut gemacht", wobei er die destruktive Spielweise des Gegners deutlich monierte. Zenit habe "praktisch zwei Busse vor dem eigenen Tor geparkt".

Lucien Favre hörte man deshalb unermüdlich im leeren Rund rufen: "Außen, Außen". "Da musst du geduldig bleiben, sonst kriegst du nachher einen Konter", resümierte der Schweizer abgekämpft.

So schwer die dicken Regentropfen gegen Ende der Partie auch aufs Stadiondach fielen, der Stein, der den Dortmunder Profis schließlich vom Herzen gefallen sein dürfte, müsste klar schwerer gewesen sein. Sturm-Waffe Erling Haaland hatte ebenfalls nicht seinen auffälligsten Tag im BVB-Dress.

Und dennoch besorgte er in der Nachspielzeit mit seinem zwölften Treffer im zehnten Champions-League-Spiel (!) den 2:0-Endstand (90.+1). "Wir wussten, dass unsere Chance kommen wird. Das sind sehr wichtige drei Punkte", sagte der Norweger im Anschluss. Abwehrspieler Manuel Akanji pflichtete bei: "Wir haben sehr viel Geduld benötigt und uns am Ende mit den drei Punkten belohnt. Es war heute wirklich schwer."

Wirklich Zeit zum Durchatmen bleibt der Borussia allerdings nicht. Schon am Samstag wartet mit Aufsteiger Arminia Bielefeld eine erneut harte Nuss auf die Schwarz-Gelben.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa , Bernd Thissen/dpa

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