Aus mit weitreichenden Folgen: BVB-Personalpolitik überzeugt erneut nicht!

Dortmund - Ein enttäuschender Auftritt mit weitreichenden sportlichen und finanziellen Folgen! Borussia Dortmund ist nach dem 1:3 bei Sporting Lissabon vorzeitig in der Champions-League-Gruppenphase ausgeschieden.

BVB-Trainer Marco Rose (45) hat derzeit wegen vieler Verletzungen wenig personellen Spielraum.
BVB-Trainer Marco Rose (45) hat derzeit wegen vieler Verletzungen wenig personellen Spielraum.  © dpa/Alvaro Isidoro

Zwar steht bereits fest, dass der BVB international überwintern wird und in der Europa League antreten darf, doch das ist nach dem Königsklassen-Start mit zwei Siegen aus zwei Spielen ernüchternd.

Drei CL-Niederlagen in Folge waren dann schlichtweg zu viel, um die Trendwende noch schaffen und sich für das Achtelfinale qualifizieren zu können.

Das 0:4 bei Ajax Amsterdam kam einer Demütigung gleich, das 1:3 vor heimischer Kulisse gegen den niederländischen Spitzenverein aufgrund der unberechtigten Roten Karte gegen Abwehrchef Mats Hummels (32) unglücklich. In Lissabon fehlte den Schwarz-Gelben hingegen erkennbar die Qualität in der Breite sowie Tiefe, um auf hohem Niveau bestehen zu können.

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Wenig überraschend gelang es der Mannschaft von Trainer Marco Rose (45) nicht, die Ausfälle von Leistungsträgern wie Erling Haaland (21), Mats Hummels (32), Raphael Guerreiro (27), Thorgan Hazard (28), Giovanni Reyna (18), Mateu Morey (21) und guten bzw. soliden Kader-Akteuren wie Youssoufa Moukoko (17), Marius Wolf (26) sowie Marcel Schmelzer (33) zu kompensieren.

Zu allem Überfluss gaben beim ersten Gegentor Nico Schulz (28) und Marin Pongracic (23) eine äußerst unglückliche Figur ab und schürten Zweifel daran, auf allerhöchstem Level mithalten zu können. Auch Reinier (19) zeigte eine unauffällige Leistung. Das belegt: Das Leistungsgefälle bei den Dortmundern ist unübersehbar.

BVB-Ausleihe von Marin Pongracic ist weiterhin schwer nachzuvollziehen

Der BVB muss sich nach dem Champions-League-Aus schnellstmöglich wieder aufraffen, schließlich warten in der Bundesliga knackige Aufgaben.
Der BVB muss sich nach dem Champions-League-Aus schnellstmöglich wieder aufraffen, schließlich warten in der Bundesliga knackige Aufgaben.  © dpa/Alvaro Isidoro

Allerdings musste Schulz auch nur deshalb notgedrungen von Beginn an ran, weil Guerreiro sich beim Aufwärmen verletzt hatte und es keine Alternative gab.

Bei Pongracic stellt sich hingegen bis heute die Frage, weshalb die Borussen-Verantwortlichen einen Innenverteidiger vom VfL Wolfsburg ausgeliehen haben, der dort nur Ersatzmann war.

Er konnte bislang noch nicht unter Beweis stellen, dass das eine falsche sportliche Einschätzung der Niedersachsen war. Selbiges gilt für den talentierten, aber fremdelnden Reinier, der immerhin von Real Madrid ausgeliehen ist.

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Wenn dann noch Leader wie Marco Reus (32) abtauchen, hat die Mannschaft erkennbar große Probleme. Daher muss man erneut einige Entscheidungen von Hans-Joachim Watzke (62), Michael Zorc (59) und Sebastian Kehl (41) kritisch hinterfragen. Schließlich gelang es ihnen im Sommer nicht, Roman Bürki (31) oder Schulz, mit dessen Entwicklung man seit einiger Zeit nicht gerade zufrieden ist, abzugeben und damit die finanziellen Möglichkeiten zu erhöhen.

Wohl auch deshalb und wegen der einschränkenden Corona-Verluste entschied man sich für einen kostengünstigen Abwehrmann wie Pongracic. Das wiederum hat nun einen sportlichen Teufelskreis zur Folge, aus dem es schwer wird, wieder herauszukommen.

Mahmoud Dahoud (25, l.) ist gerade erst aus einer Verletzung zurückgekehrt. Dass er in Lissabon bereits spielen musste, sagt viel über die fehlende Tiefe im Dortmunder Kader aus.
Mahmoud Dahoud (25, l.) ist gerade erst aus einer Verletzung zurückgekehrt. Dass er in Lissabon bereits spielen musste, sagt viel über die fehlende Tiefe im Dortmunder Kader aus.  © dpa/Alvaro Isidoro

BVB wird das Champions-League-Aus finanziell wohl nicht auffangen können

Steffen Tigges (23, r.) ist ein weiteres Beispiel für die BVB-Personalpolitik. Der Sturmriese kämpft, rackert und wirft sich rein, Champions-League-Format hat er aber (noch) nicht.
Steffen Tigges (23, r.) ist ein weiteres Beispiel für die BVB-Personalpolitik. Der Sturmriese kämpft, rackert und wirft sich rein, Champions-League-Format hat er aber (noch) nicht.  © dpa/Alvaro Isidoro

Durch das Aus in der Champions League geht den Schwarz-Gelben vermutlich eine fette Millionensumme durch die Lappen. Das lässt sich wohl nur dann halbwegs auffangen, wenn man in der Euro League sehr weit kommt. Ob das allerdings gelingt, bleibt abzuwarten.

So droht im Sommer mehr denn je der Abgang von Haaland, der schon längst die Fähigkeiten hat, bei einem noch besseren Klub eine tragende Rolle einzunehmen. Allerdings muss die Zeit zeigen, ob sein Körper das mitmacht, schließlich ist der norwegische Sturmbulle zum wiederholten Mal verletzt.

Immerhin: Geht der Weltklasse-Angreifer, winkt Dortmund eine hohe Ablösesumme, die dann zumindest teilweise gut in den Kader investiert werden kann - in der Spitze und Breite.

Denn es ist immer wieder erstaunlich, dass die Verantwortlichen neben Haaland auf einen zweiten Torjäger verzichten und auch das Problem in der verletzungsanfälligen und deshalb überspielten Innenverteidigung nicht in den Griff bekommen. All das sind Gründe dafür, dass der BVB in seiner Entwicklung immer wieder stagniert - trotz Platz zwei in der Bundesliga.

Die spielerischen Leistungen waren nämlich dürftig. Zudem haben es die nächsten beiden Aufgaben wahrlich in sich. Am Samstag (15.30 Uhr) tritt die Rose-Truppe beim VfL Wolfsburg an, nur eine Woche später (18.30 Uhr) empfängt die Borussia den FC Bayern München zum Gigantentreffen. Für diese zwei Partien muss sich die Borussia wieder straffen!

Titelfoto: dpa/Alvaro Isidoro

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