Bundesliga-Kolumne: BVB kassiert nach Mainz-Blamage zurecht heftige Kritik!

Deutschland - Arbeitsverweigerung! Was die Spieler von Borussia Dortmund am Mittwochabend beim peinlichen 0:2 gegen Abstiegskandidat 1. FSV Mainz 05 zeigten, war der Inbegriff einer Nichtleistung!

Der frühere Werder-Manager Willi Lemke (73) fand deutliche Wort für die Leistung des BVB gegen Mainz. (Archivbild)
Der frühere Werder-Manager Willi Lemke (73) fand deutliche Wort für die Leistung des BVB gegen Mainz. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa

Durch diese Niederlage beeinflussten die Schwarz-Gelben den Abstiegskampf entscheidend. 

Denn Mainz hat nun vor dem direkten Duell gegen den SV Werder Bremen sechs Punkte Vorsprung und kann ganz anders in dieses Spiel gehen, als es bei einer Pleite der Fall gewesen wäre.

Kein Wunder, dass der frühere Werder-Manager Willi Lemke in "Die NDR 2 Bundesligashow" sagte: "Das hat ein Geschmäckle gehabt."

Er führte weiter aus: "Dortmund war einfach schwach und hat gespielt, als wenn sie sich gesagt hätten: Ist doch kein Problem, wenn wir nicht 100 Prozent liefern. Das hat es anderweitig auch schon gegeben. Aber für uns ist das sehr bitter. Das erschwert uns die Situation sehr."

Deutliche Worte. Er ergänzte: Nun brauche es "ein etwas größeres Wunder" für Bremen, um doch noch die Klasse zu halten.

Der BVB wirkte tatsächlich nicht auf der Höhe und agierte - sofern das überhaupt möglich war - sogar noch schwächer als beim 1:0-Duselsieg gegen Fortuna Düsseldorf.

Sportdirektor Michael Zorc nahm deshalb kein Blatt vor den Mund: "Wir haben gespielt, als wäre der ein oder andere mit dem Kopf bereits im Urlaub."

Borussia Dortmund ließ gegen den 1. FSV Mainz 05 viele Tugenden vermissen

Weil RB Leipzig gegen Fortuna Düsseldorf ebenfalls überraschend Federn ließ, geht Dortmund mit drei Punkten Vorsprung in das direkte Duell.
Weil RB Leipzig gegen Fortuna Düsseldorf ebenfalls überraschend Federn ließ, geht Dortmund mit drei Punkten Vorsprung in das direkte Duell.  © PICTURE POINT / Roger Petzsche / Pool

So wirkte es in der Tat. Denn von fehlender Frische, die nach den vielen kräftezehrenden Wochen noch verständlich ist, mal abgesehen, fehlten Dortmund viele andere Tugenden, um sich gegen stark auftrumpfende Mainzer durchzusetzen.

Die Defensive wirkte schläfrig, verlor entscheidende Zweikämpfe und war unaufmerksam, was auch ein Ausruf von Mats Hummels in der ersten Halbzeit belegte, der über die Außenmikrofone zu hören war: "Jungs, unser Pressing ist Alibi!"

Damit hatte er recht. Denn die Gäste hatten oft viel zu viel Platz und hätten am Ende sogar noch höher gewinnen können!

Das lag auch daran, dass der Borussia offensiv komplett die Durchschlagskraft, das Tempo und die kreativen Ideen fehlten. 

Erling Haaland gab nicht einen einzigen (!) Torschuss ab, auch Jadon Sancho und Julian Brandt waren nur Schatten ihrer selbst. So konnte man diese Partie gegen einen Gegner, der ganz genau wusste, worum es ging und sich auf seine Stärken besann, gar nicht gewinnen.

Doch trotz zuletzt dürftiger Auftritte steuern die Schwarz-Gelben weiterhin auf die Vizemeisterschaft zu.

Der BVB muss aufpassen, den insgesamt guten Eindruck der Bundesliga-Rückrunde nicht zu verspielen

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner Kolumne diesmal mit Borussia Dortmunds schwachem Auftritt gegen Mainz und dessen Auswirkungen.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner Kolumne diesmal mit Borussia Dortmunds schwachem Auftritt gegen Mainz und dessen Auswirkungen.  © Guido Kirchner/dpa-pool/dpa

Denn der BVB hat weiterhin Glück. Verfolger RB Leipzig patzte nach einer 2:0-Führung gegen Fortuna Düsseldorf noch völlig überraschend und ließ beim 2:2 am Ende zwei Punkte liegen, weshalb die Truppe von Julian Nagelsmann vor dem direkten Duell weiter drei Zähler Rückstand hat.

Dadurch kann Dortmund mit vergleichsweise wenig Druck in das Aufeinandertreffen am Samstag (15.30 Uhr) gehen und würde den zweiten Rang schon mit einem Unentschieden verteidigen.

Die Form der letzten Spiele spricht jedoch nicht gerade dafür und für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre, die nun aufpassen muss, den insgesamt guten Eindruck der Rückrunde nicht komplett zu verspielen.

Denn sollten die verbleibenden Partien verloren werden und die Borussia in der Tabelle noch abrutschen, dürften auch wieder die kritischen Stimmen an Favre deutlich lauter werden.

Schließlich flog der BVB vorzeitig aus dem DFB-Pokal raus und hatte auch in der Champions League unnötig im Achtelfinale das Nachsehen.

Wenn dann noch das Saisonfinale in den Sand gesetzt wird, wäre die Unzufriedenheit verständlicherweise vielerorts groß. Schließlich hatten die Verantwortlichen vor der Spielzeit gesagt, dass sie Meister werden wollen ... 

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa-pool/dpa

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