BVB-Ärger in der Champions League! Hamann tobt über "skandalösen" VAR

Dortmund - Der BVB ist raus! Borussia Dortmunds Ausscheiden im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester City (1:2) sorgte im Nachgang aber für ordentlich Zündstoff. Sky-Experte Dietmar "Didi" Hamann (47) redete sich wegen einer Szene minutenlang in Rage.

Sky-Experte Dietmar "Didi" Hamann (47) sprach von einer "skandalösen" Schiedsrichterentscheidung.
Sky-Experte Dietmar "Didi" Hamann (47) sprach von einer "skandalösen" Schiedsrichterentscheidung.  © IMAGO / Sven Simon

Natürlich ging es dabei um die Elfmeterszene in der 52. Minute. City-Juwel Phil Foden (20) flankte an der linken Strafraumgrenze leicht vom Tor weg in den Sechzehner, Dortmunds Emre Can (27) wollte per Kopf klären, bekam das Spielgerät aber (auch) auf die Schulter bzw. den Oberarm.

Der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande (45) zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den Punkt.

Video Assisant Referee (VAR) Juan Martinez Munuera und dessen Assistent Ricardo de Burgos schauten sich die Szene an und bestätigten den Strafstoß, den Riyad Mahrez (30) sauber zum zwischenzeitlichen und letztlich auch vorentscheidenden 1:1-Ausgleich für den Premier-League-Spitzenreiter verwandelte.

Laut Regelwerk hätte der Elfmeter aber offenbar nicht gegeben werden dürfen. Es besagt, dass kein strafbares Handspiel vorliegt, wenn ein Spieler mit dem Kopf den Ball spielt und dieser danach (auch an den abgespreizten oder gehobenen) Arm springt. Allerdings war Can nur hauchzart vor dem Oberarm mit seinem Kopf dran.

Grund genug für Didi Hamann, im Sky-Studio minutenlang zu toben und somit auch die nächste Debatte um den VAR auszulösen.

Zusammenfassung der Partie Borussia Dortmund gegen Manchester City mit dem Elfer-Pfiff in der 52. Minute

Elfmeterpfiff für Didi Hamann eine "skandalöse Entscheidung", "Videobeweis wurde heute begraben"

Nach dem erneuten 2:1-Sieg zog Manchester City - insgesamt verdient - ins Champions-League-Halbfinale ein und trifft dort auf den FC Paris Saint-Germain.
Nach dem erneuten 2:1-Sieg zog Manchester City - insgesamt verdient - ins Champions-League-Halbfinale ein und trifft dort auf den FC Paris Saint-Germain.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

"Für mich ist das wirklich eine skandalöse Entscheidung, sowas nicht zurückzunehmen. Die Regel lässt keinen Interpretationsspielraum. Wenn du nach unten gehst, ist doch klar, dass der Arm dabei ist. Er köpft sich den Ball an den Oberarm, das ist kein strafbares Handspiel", bekräftigte der 59-fache deutsche Nationalspieler.

"Wir haben den Videobeweis reingebracht vor drei Jahren, um die Sache gerechter zu machen. Wenn wir jetzt solche Entscheidungen nicht zurücknehmen, weiß ich nicht, ob der Videobeweis Zukunft hat. Ich bin gespannt, wie die UEFA das auflösen wird, denn den Dortmundern wurde heute ganz übel mitgespielt."

Schließlich fehlten den Schwarz-Gelben nach dem Mahrez-Ausgleich zwei Tore zum Weiterkommen, zunächst immerhin eines für die Verlängerung. Doch Fodens 2:1 in der 75. Minute zerstörte alle BVB-Träume.

"Wir haben die Handregel fünfmal angepasst. Jetzt wurde gesagt, wir machen die Regeln so klar es geht, damit es nichts mehr zu interpretieren gibt", tobte Hamann weiter.

Emre Can (27) verursachte den Elfmeter, der laut Regelwerk möglicherweise keiner war.
Emre Can (27) verursachte den Elfmeter, der laut Regelwerk möglicherweise keiner war.  © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Fehlentscheidung auch für BVB-Trainer Edin Terzic: "Für mich kein strafbares Handspiel!"

Der BVB um den erneut glücklosen Topstürmer Erling Haaland (20, 2.v.r.) ist als letztes deutsches Team aus der Königsklasse ausgeschieden.
Der BVB um den erneut glücklosen Topstürmer Erling Haaland (20, 2.v.r.) ist als letztes deutsches Team aus der Königsklasse ausgeschieden.  © Martin Meissner/AP-Pool/dpa

"Wie der Elfmeter gegeben wird, kann ich nicht akzeptieren. Da geht es nicht um Dortmund, Manchester City oder irgendwen, es geht um Gerechtigkeit", so der 47-Jährige weiter.

"Der Videobeweis wurde für mich heute begraben. Das war heute die Krönung dessen, was ich die letzten drei Jahre gesehen habe. Wenn das nach drei Wochen passiert, da sage ich, das sind Kinderkrankheiten, aber nach drei Jahren so eine Entscheidung zu treffen in so einem Spiel, da habe ich kein Verständnis."

Auch für "Übeltäter" Can selbst und BVB-Coach Edin Terzic (38) war der Pfiff nicht nachvollziehbar. "Uns wurde vor der Saison ganz klar gesagt, wenn man sich selbst an die Hand köpft, wird es nicht als regelwidrig angesehen. Für mich ist das kein strafbares Handspiel", sagte Terzic.

Schon im Hinspiel wurde ein reguläres Tor von Jude Bellingham (17) zurückgenommen, der im Strafraum kurz vor City-Keeper Ederson (27) am Ball war und dann vom Brasilianer getroffen wurde. Bellingham schob ein, Schiri Ovidiu Alin Hategan (40, Rumänien) nahm den Treffer zurück. Terzic ernüchtert: "Richtig Glück mit den Schiedsrichterentscheidungen in den letzten sieben Tagen hatten wir nicht."

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Sven Simon, Martin Meissner/AP-Pool/dpa

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