BVB gegen TSG Hoffenheim mit Offenbarungseid! Bürki: hatten "keine Lust"

Dortmund - Was für ein peinlicher Auftritt! Borussia Dortmund hat sich bei der 0:4-Heimklatsche gegen die TSG 1899 Hoffenheim bis auf die Knochen blamiert.

BVB-Keeper Roman Bürki bemängelte die Einstellung seiner Mannschaft.
BVB-Keeper Roman Bürki bemängelte die Einstellung seiner Mannschaft.  © Bernd Thissen/dpa

Dementsprechend geladen war nach dem Schlusspfiff Torhüter Roman Bürki, der nach Schüssen vom überragenden Kraichgauer Andrej Kramaric gleich vier Mal hatte hinter sich greifen müssen.

Am "Sky"-Mikrofon sagte der Schweizer Nationalkeeper: "Vielleicht haben wir manchmal die falsche Mentalität und die falsche Einstellung."

Er fügte hinzu: "Schon nach den ersten 45 Minuten hat man gemerkt, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die will und auch muss. Und eine, die keine Lust hat."

Damit meinte Bürki sein Team. Er führte weiter aus: "Das ist nicht in Ordnung. Es ist ein wichtiges Spiel. Wir sollten alle froh sein, hier spielen zu dürfen."

Das spürte man auf dem Rasen allerdings nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass Mats Hummels und seine Abwehrkollegen Kramaric überhaupt nicht in den Griff bekamen und bei dessen Viererpack viel zu oft Spalier stand, nein, diese Nichtleistung der Mannschaft von Trainer Lucien Favre kann man sogar als einen Offenbarungseid werten.

Ein weiteres Mal stellte sie unter Beweis, dass ihr entscheidende Tugenden für höhere Ziele abgehen. Natürlich ging es in dieser Begegnung für die Schwarz-Gelben um nichts mehr, sie hatten die Vizemeisterschaft nach dem 2:0-Sieg bei RB Leipzig sicher. Doch dass sie am letzten Spieltag so lustlos, unmotiviert und desaströs auftreten, wirft viele Fragen auf.

Borussia Dortmunds Coach Lucien Favre spielt die Niederlage herunter

BVB-Coach Lucien Favre (l.) sorgte mit seinen Aussagen nach dem Spiel für Stirnrunzeln.
BVB-Coach Lucien Favre (l.) sorgte mit seinen Aussagen nach dem Spiel für Stirnrunzeln.  © Bernd Thissen/dpa

Etwa die nach dem Charakter und ja, auch nach der Mentalität der Truppe. Denn dass sie immer wieder solche krassen Ausrutscher nach unten hat, ist die größte Schwäche der insgesamt soliden BVB-Saison, in der die eigenen Ziele aber allesamt verfehlt wurden.

Ja, Dortmund wurde Bundesliga-Zweiter und holte satte 69 Punkte aus 34 Spielen. Eine gute Ausbeute. Die 84 geschossenen Tore sind sogar richtig klasse. 

Doch von einem Titel waren die Schwarz-Gelben in allen drei Wettbewerben am Ende meilenweit entfernt. Auf den FC Bayern München hat man nach 34 Spieltagen 13 Zähler und 25 Tore Rückstand.

Außerdem schied man im DFB-Pokal und der Champions League frühzeitig aus. Dazu wird man den Eindruck nicht los, dass in diesem Kader mehr steckt, als er in dieser Spielzeit zeigte. Hier müssen die BVB-Verantwortlichen dringend ansetzen und eine tiefgreifende Analyse durchführen. 

Favre hatte darauf nach der Partie allerdings keine Lust und spielte die Heimpackung herunter: "Wir werden das ziemlich schnell vergessen. Wir haben trotzdem unser Ziel erreicht und sind am Ende die Nummer zwei. Wir haben eine gute Saison gespielt." Man kann für den Coach nur hoffen, dass er intern anders agiert. Denn dieser schlechte letzte Eindruck wird über den ganzen Sommer haften bleiben.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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