BVB: Kehl bricht Schweigen über Sanchos Wechsel-Verbot und dessen Reaktion!

Dortmund - Die Bekanntgabe des Wechsels Jadon Sanchos (20) von Borussia Dortmund in die große weite Fußballwelt war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit - eigentlich. Doch der Abgang des Engländers platzte bekanntermaßen. Nun spricht Sebastian Kehl (40) offen über die Personalie Sancho. Zudem geht er auch auf eine bald anstehende Vertragsverlängerung und einen eigentlich schon totgesagten ein.

Spielte auch gegen Borussia Mönchengladbach einmal mehr wie entfesselt: Jadon Sancho (20).
Spielte auch gegen Borussia Mönchengladbach einmal mehr wie entfesselt: Jadon Sancho (20).  © Bernd Thissen/dpa

Sancho und die Premier League: Die Quoten bei den Buchmachern dürften so verschwindend gering gewesen sein, dass eine Wette auf den Abgang des Youngsters kaum rentabel gewesen wäre.

Doch nun ist Ende September, und auch wenn das Transferfenster dieses Jahr erst am 5. Oktober schließt, BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl weiß: "Jadon ist da und bleibt auch."

Diese im "19:09 – der schwarzgelbe Talk" getätigte Aussage ist fest in Stein gemeißelt. Ein Sancho-Abgang noch in dieser Transferperiode sei demnach ausgeschlossen.

Anders als in der Vergangenheit knickten die BVB-Bosse auch nicht ein. War man bei den Abgängen von beispielsweise Pierre-Emerick Aubameyang (31) zum FC Arsenal oder Ousmane Dembélé (23) zum FC Barcelona noch weich geworden, steht man nun kerzengerade da.

Die Deadline war der 10. August, die Ablöseforderung bei 120 Millionen Euro. Bis zum besagten Tag kam kein entsprechendes Angebot und somit war es für die Verantwortlichen des amtierenden Vizemeisters ein Wechsel vom Tisch. Punkt, Aus, Ende.

Für Kehl ein starkes Zeichen. Sowieso wolle er Sancho nicht hergeben, und im Klub war man sich auch einig, "dass wir da eine gewisse Haltung zeigen mussten. Und 80 Millionen Euro reichen für so einen Spieler einfach nicht. Das waren wir dem Verein und den Fans schuldig".

BVB mit harter Hand, Giovanni Reyna nicht zu verkaufen

Sebastian Kehl (40) äußerte sich zu zahlreichen Personalien beim BVB.
Sebastian Kehl (40) äußerte sich zu zahlreichen Personalien beim BVB.  © Marius Becker/dpa

Der ehemalige BVB-Kapitän skizziert die Marschroute der Zukunft. Mit einer harten Hand gegenüber potenziellen Abnehmern eigener Spieler, wie man sie sonst oftmals nur beim FC Bayern kannte, verwies man die "geldige" europäische Konkurrenz diesmal auf eigene Prinzipien. 

Man behielt das Heft des Handelns in der Hand.

Was diesmal allerdings auch anders lief als in den Fällen Aubameyang oder Dembélé: Sancho machte kein Hickhack, verhielt sich deutlich professioneller als ebenjene, die sich mit Lustlos-Posen und Arbeitsverweigerung weg streikten.

Weder soll der 20-Jährige bei den Bossen offensiv gesagt haben, er wolle weg, noch habe man das Gefühl gehabt, "dass er in irgendeiner Form bockig war", so der 40-Jährige.

Und so kommt Kehl zum Schluss: "Er tut uns gut, wir tun ihm gut."

Und der Kader ist auch weiterhin gespickt mit Top-Talenten. Eines soll auch ganz bald verlängern: Giovanni Reyna (17). Der US-Boy soll direkt nach seinem 18. Geburtstag am 13. November einen neuen Kontrakt unterzeichnen. Der jetzige läuft im kommenden Sommer aus. Auch wenn es bereits so manche Offerten von internationalen Top-Klubs gäbe, sei der 17-Jährige beim BVB unverkäuflich.

Gemeinsam mit dem Beraterteam des Spielers soll ein entsprechendes Arbeitspapier in den finalen Zügen liegen. 

Felix Passlack wieder auf dem Radar! Kehl: Wahrscheinlichkeit des Verbleibs "sehr, sehr hoch"

Felix Passlack (22) ist zurück. Auferstanden und mit starken Leistungen hat er sich zurück in den BVB-Fokus gekämpft.
Felix Passlack (22) ist zurück. Auferstanden und mit starken Leistungen hat er sich zurück in den BVB-Fokus gekämpft.  © David Inderlied/dpa

Einer, über den eigentlich keiner mehr bei den Borussen sprach, ist hingegen Felix Passlack. Der 22-Jährige galt einst als große Hoffnung und verlor sich allerdings selbst ein wenig darin. 

Keine Einsätze, anschließende Ausleihen und ein pick-packe voller BVB-Kader machten ihn mehr oder weniger zum sicheren Abschieds-Kandidaten.

Doch dann die Wende: Das Eigengewächs der Borussen spielte eine bärenstarke Vorbereitung. Und die wurde nun prompt gegen Borussia Mönchengladbach beim Bundesliga-Start von Trainer Lucien Favre (62) mit einem Einsatz belohnt.

Nachdem sich Thorgan Hazard bereits nach 19 Minuten verletzte, brachte Favre Passlack. Und der machte es laut Kehl auch richtig gut. Ein "großes Kompliment" sprach ihm der gebürtige Fuldaer aus und wusste, dass dies für den 22-Jährigen eine Situation gewesen ist, "die für ihn nicht ganz so einfach war".

Nicht zuletzt wegen seiner gezeigten Leistungen, vor allem auch wegen seines Charakters, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Verbleib "sehr, sehr hoch", so Kehl.

"Er hat sich in der Vorbereitung nie hängen lassen, er hat Vollgas gegeben und ein großes BVB-Herz", resümierte Kehl die Entwicklung Passlacks lobend. 

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa ; Marius Becker/dpa

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