BVB-Star Erling Haaland harsch kritisiert: "Hätte sich ins Gesicht geschlagen"!

Dortmund - Dem umworbenen Torjäger bläst mächtig Gegenwind entgegen! Borussia Dortmunds Stürmer Erling Haaland (20) wurde nach seinen durchwachsenen Auftritten für die norwegische Nationalmannschaft in seinem Heimatland mit deutlichen Worten kritisiert.

Zwei norwegische Fernsehexperten stellten ausgerechnet die Mentalität von BVB-Star Erling Haaland (20) infrage!
Zwei norwegische Fernsehexperten stellten ausgerechnet die Mentalität von BVB-Star Erling Haaland (20) infrage!  © dpa/Marius Becker/dpa-Pool

Bernt Hulsker (43), der 182 Mal in Norwegens erster Liga auflief, sagte als Experte beim Fernsehsender VGTV: "Er spielt nicht mit dem Selbstvertrauen, das wir von ihm kennen" und fügte hinzu: "Wenn er solche Pässe in Dortmund verpasst hätte, wäre er wütend auf sich gewesen und hätte sich ins Gesicht geschlagen. Hier wirkte es wie eine Kapitulation."

Norwegens 110-maliger Nationalspieler John Arne Riise (40) verdeutlichte: "Er wurde so viel dafür gelobt, dass er bei Dortmund emotional wird, wenn es nicht läuft. Aber hier siehst du davon nichts."

Dass ausgerechnet ihm mentale Schwächen vorgeworfen werden, erstaunt schon sehr. Nationaltrainer Stale Solbakken (53), der einst den 1. FC Köln in der Bundesliga trainierte, stellte sich hingegen vor Haaland und auch RB Leipzigs Stürmer Alexander Sörloth (25): "Ich glaube, dass man Haaland und Sörloth bei einigen Angriffen früher hätte anspielen müssen."

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Das sah auch Kapitän Martin Ödegaard (22, FC Arsenal London) so: "Es geht darum, dass wir ihn besser einsetzen. Wir müssen besseren Fußball spielen und mehr Chancen für ihn kreieren."

Haaland war in den vergangenen zwei Länderspielen ohne Torerfolg geblieben und hatte mit seinem Team am Samstag eine herbe 0:3-Heimpleite in der WM-Qualifikation gegen die Türkei hinnehmen müssen.

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Erling Haaland (20) blieb in den Länderspielen gegen Gibraltar und die Türkei hinter seiner BVB-Form zurück.
Erling Haaland (20) blieb in den Länderspielen gegen Gibraltar und die Türkei hinter seiner BVB-Form zurück.  © dpa/Fermin Rodriguez/AP

Wie Sörloth hatte sich auch Haaland nicht in Szene setzen können und wurde in der 83. Minuten ausgewechselt. Drei Tage zuvor spielte er beim 3:0-Pflichtsieg gegen Gibraltar unglücklich und wurde bereits in der 62. Minute vom Feld genommen.

An seine Leistungen im Verein kam er nicht heran, was aber nicht ausschließlich an ihm lag. Schließlich schafften es seine Mitspieler viel zu selten, ihn und Sörloth, der gegen Gibraltar die 1:0-Führung erzielte und gegen die Türkei mit einem Weitschuss nur den rechten Pfosten traf, einzusetzen.

Allerdings ist das auch nicht verwunderlich. Denn das Niveau beim BVB ist höher. Außerdem gibt es dort regelmäßig Training, während die Nationalmannschaften (mal wieder) aus dem Kalten ohne echte Vorbereitung in die Länderspiele gehen mussten.

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Die Automatismen können also gar nicht stimmen. Und dass selbst ein Weltklasse-Stürmer wie Haaland dann nicht immer treffen und überragen kann, sollten sich vielleicht mal die Experten vor Augen führen, die auch nicht nur Top-Spiele in ihrer Karriere abgeliefert haben.

Am Dienstag (20.45 Uhr) kann der Sturmbulle seine Kritiker verstummen lassen: Da trifft Norwegen auf Montenegro.

Titelfoto: dpa/Fermin Rodriguez/AP

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