BVB-Spieler Bellingham schießt gegen Zwayer: "war schon einmal in Spielmanipulationen verwickelt"

Dortmund - Ob er damit nicht über die Stränge geschlagen hat? Borussia Dortmunds Mittelfeldass Jude Bellingham (18) äußerte sich nach der 2:3-Pleite vom BVB gegen den FC Bayern München negativ über Schiedsrichter Felix Zwayer (40).

Jude Bellingham (18) erhob schwere Vorwürfe gegen Schiedsrichter Felix Zwayer (40).
Jude Bellingham (18) erhob schwere Vorwürfe gegen Schiedsrichter Felix Zwayer (40).  © dpa/Bernd Thissen

Für ihn war das Handspiel von Mats Hummels (32) beim Stand von 2:2 im eigenen Strafraum keines, das der Referee mit Elfmeter hätte ahnden müssen.

Gegenüber dem norwegischen TV-Sender "Viaplay Fotball" und Ex-Bundesliga-Stürmer Jan Age Fjörtoft (54) sagte er: "Für mich war das kein Elfmeter. Hummels schaut nicht einmal zum Ball und er kämpft um ihn."

Der zentrale Mittelfeldakteur führte weiter aus: "Sie können sich viele andere Entscheidungen in diesem Spiel anschauen. Was erwarten Sie, wenn Sie einem Schiedsrichter, der schon einmal in Spielmanipulationen verwickelt war, das größte Spiel in Deutschland übertragen?"

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Damit sprach er den Wettskandal aus dem Jahr 2005 an, als Zwayer zu den Berliner Unparteiischen gehörte, die mit ihren Aussagen den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer (42) zu Fall brachten.

Damals wurde auch Zwayer für sechs Monate gesperrt. Schließlich meldete er den Betrug von Hoyzer nicht, obwohl er davon wusste und nahm bei der Partie vom Wuppertaler SV gegen den SV Werder Bremen II sogar noch 300 Euro von Hoyzer an und "half" als Linienrichter mit, kritische Situationen für Wuppertal zu vermeiden.

Jude Bellinghams Interview auf Englisch im Video

Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer sorgen für Diskussionen

Schiedsrichter Felix Zwayer (40) hat sich mit seinen Entscheidungen den Unmut der BVB-Spieler zugezogen.
Schiedsrichter Felix Zwayer (40) hat sich mit seinen Entscheidungen den Unmut der BVB-Spieler zugezogen.  © dpa/Bernd Thissen

All das wurde erst 2014 publik gemacht, also Jahre nach dem Skandal. Dennoch ist die Anschuldigung von Bellingham heftig und nicht wirklich nachvollziehbar, obwohl das Gigantentreffen zwischen Dortmund und Bayern so entschieden wurde.

Allerdings erklärte Zwayer am Sky-Mikrofon, weshalb er zuvor beim Schubser von Bayerns Innenverteidiger Lucas Hernandez (25) im Strafraum gegen BVB-Kapitän Marco Reus nicht gepfiffen bzw. die Situation überprüft hatte.

Er selbst nahm die Szene während der Begegnung wahr und sah den kleinen Rempler vom französischen Nationalkicker, ordnete ihn aber als nicht strafwürdig ein. Da der Video Assistant Referee keine andere Perspektive hatte, ging es weiter. Genau das, einen anderen Blickwinkel, lieferte er allerdings beim Hummels-Handspiel.

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Dennoch muss man sagen, dass der Körpereinsatz von Hernandez strafwürdig aussah und man diesen Elfmeter hätte geben können, das gaben sogar Bayerns Angreifer Thomas Müller (32) und Coach Julian Nagelsmann (34) zu.

So erklärte auch Bellingham: "Wenn eine der beiden Situationen überprüft werden muss, dann ist es die andere. Bayerns Elfmeter sah in Echtzeit nach nichts aus, aber wenn er den Arm getroffen hätte, wäre es fair gewesen. Aber Dortmunds Nicht-Entscheidung war ein klarer Elfmeter." Da dürfte eine wenig erfreute Antwort des DFB wohl bald folgen.

Titelfoto: dpa/Bernd Thissen

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