"Wir sind gescheitert": Zorc geht auf BVB-Kicker los!

Dortmund - Bruchlandung in der Fremde! Borussia Dortmund ist nach der 1:3-Pleite bei Sporting Lissabon aus der UEFA Champions League ausgeschieden und überwintert letztlich nur auf einem Europa-League-Platz. BVB-Sportdirektor Michael Zorc (59) bezog am Donnerstag Stellung - und nahm auch kein Blatt vor den Mund!

BVB-Sportdirektor Michael Zorc (59) nahm nach dem Ausscheiden in Lissabon kein Blatt vor den Mund.
BVB-Sportdirektor Michael Zorc (59) nahm nach dem Ausscheiden in Lissabon kein Blatt vor den Mund.  © Bernd Thissen/dpa

"Es ist ein bitterer Moment, das muss man so klar sagen. Wir sind in der Champions League gescheitert", so Michael Zorc schonungslos am Donnerstag am Lissaboner Flughafen gegenüber Medienvertretern.

Die Enttäuschung sitze tief und es werde "nicht besser heute Morgen", gab der 59-Jährige einen Einblick in sein Seelenleben.

Was den Sportdirektor am allermeisten stört: Die Mannschaft von Trainer Marco Rose (45) startete mit zwei Siegen in die Gruppenphase. Es sah ganz nach einer Vorrunde nach Maß aus.

Erneute Hiobsbotschaft für den BVB: Hinrunden-Aus für Offensiv-Youngster!
Borussia Dortmund Erneute Hiobsbotschaft für den BVB: Hinrunden-Aus für Offensiv-Youngster!

Umso ärgerlicher, dass es dann drei Niederlagen in Folge gab. "Insbesondere nachdem wir die ersten beiden Spiele gewonnen haben, ist das einfach schwach", konstatierte er mit merklicher Enttäuschung im Gepäck.

Gerade der Führungstreffer der Hausherren liegt Zorc dabei besonders schwer im Magen. "Wir haben eigentlich über das gesamte Spiel mehr Ballbesitz gehabt. Sporting fragt sich vermutlich noch heute, wie sie das erste Tor schießen konnten", so der gebürtige Dortmunder.

Danach ging er auch gezielt auf einzelne Akteure los, ohne deren Namen explizit zu nennen.

Michael Zorc klipp und klar: "Dass wir gerade keinen Sahnefußball spielen, das ist mir seit Wochen klar.

Sporting Lissabon schlug am Mittwochabend den BVB im Estádio José Alvalade XXI mit 3:1.
Sporting Lissabon schlug am Mittwochabend den BVB im Estádio José Alvalade XXI mit 3:1.  © Armando Franca/AP/dpa

"Wir helfen halt mit. Wir verteidigen zu schlecht und machen zu viele individuelle Fehler, die uns immer wieder in Rückstand bringen", so ein klarer Fingerzeig auf die Defensivreihe um Nico Schulz (28) und Marin Pongračić (24), die gerade beim ersten Gegentreffer mehr als unglücklich agierten.

In Summe sollte es an diesem Abend einfach nicht reichen. Und für Zorc dann auch Teil der Wahrheit: "Es haben uns dann die Mittel gefehlt, das am Ende noch zu drehen."

Dass es schon seit längerer Zeit in ihm brodelt, ließ er dann ebenfalls durchblicken: "Es ist mir seit Wochen klar, dass wir gerade keinen Sahnefußball spielen."

Brandt-Schock! FC Bayern entscheidet Fußballfest beim BVB dank Lewandowski für sich
Borussia Dortmund Brandt-Schock! FC Bayern entscheidet Fußballfest beim BVB dank Lewandowski für sich

Die Ausrede einer schweren personellen Lage, will er dabei allerdings nicht zählen lassen.

"Wenn man es über mehrere Wochen und Monate betrachtet, dann muss man diese Gruppe trotzdem überstehen. Das haben wir nicht geschafft, deshalb sind wir gescheitert." Rumms!

Der VfL Wolfsburg und der FC Bayern München warten in der Bundesliga: Wie reagieren die BVB-Kicker auf das Champions-League-Aus?

Ein gebrauchter Abend in Lissabon. Können sich die Borussen für die anstehenden Wochen wieder berappen?
Ein gebrauchter Abend in Lissabon. Können sich die Borussen für die anstehenden Wochen wieder berappen?  © Alvaro Isidoro/dpa

Die Aufgaben werden in den kommenden Wochen indes nicht leichter. Das wiedererstarkte Wolfsburg erwartet die Borussen bereits am Samstag in der Volkswagen Arena.

Am Wochenende darauf steigt das Bundesliga-Top-Spiel gegen den FC Bayern München im Signal Iduna Park.

Es sind Wochen der Wahrheit für den BVB!

Eines ist indes vorerst unverrückbar: Der Sportdirektor machte mit dem Ausscheiden aus der Königsklasse einen "Rückschlag fürs Image" aus.

Es deutet sich also an: Die Weihnachtszeit wird bei Schwarz-Gelb wohl mehr als ungemütlich zu werden.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa, Alvaro Isidoro/dpa

Mehr zum Thema Borussia Dortmund: