Watzke-Alarm beim BVB: Abschied in aktueller Situation "völlig ausgeschlossen"

Dortmund - Rolle rückwärts bei "Aki" Watzke! Hans-Joachim Watzke (61) wollte eigentlich am 31.12. 2022 seine Dienste bei Borussia Dortmund quittieren - eigentlich. Nun rudert er zurück und nennt dafür Gründe.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (61) hört wohl doch nicht wie geplant am 31.12. 2022 auf.
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (61) hört wohl doch nicht wie geplant am 31.12. 2022 auf.  © Tom Weller/dpa

"Es ist völlig ausgeschlossen, dass ich in der größten Krise von Bord gehe."

Klare Kante von Watzke!

So unmissverständlich drückte sich der BVB-Boss nun gegenüber dem Handelsblatt aus.

Die Gründe hierfür dürften auf der Hand liegen.

Auch wenn es sportlich für den momentan auf Rang sechs der Bundesliga-Tabelle liegenden BVB auch schon einmal besser lief, ist besonders die wirtschaftliche Situation aktuell angespannt.

"Solange die Situation anhält, werden wir keine schwarzen Zahlen schreiben", so der 61-Jährige im Hinblick auf die Corona-Pandemie.

Alle Profi-Vereine müssen den Gürtel deutlich enger schnallen. Noch vor etwas über einem Jahr fest einkalkulierte Zuschauereinnahmen fallen weg. Das trifft die Schwarz-Gelben mit einem über 80.000 Personen fassenden Fußballtempel dann gleich mehrfach hart.

Pro Heimpartie gehen dem amtierenden Vizemeister vier Millionen Euro flöten.

Trotz Verbindlichkeiten glaubt Watzke, dass der BVB gut aus der Pandemie kommen kann

Die leeren Ränge hinterlassen nach jedem Heimspiel auch gähnende Leere im schwarz-gelben Geldbeutel.
Die leeren Ränge hinterlassen nach jedem Heimspiel auch gähnende Leere im schwarz-gelben Geldbeutel.  © Martin Meissner/AP/Pool/dpa

Der eigentlich geplante Rückzug Watzkes Ende 2022 scheint somit immer weiter in die Ferne zu rücken.

Der Gedanke an das Ende ist "nicht mehr so tief in meinen Gedanken wie vor der Pandemie", gab er unumwunden zu.

Da er seine Verantwortung gegenüber dem Verein "sehr genau" kenne, macht er auch keinen Hehl daraus, dass er den Klub in einer solchen Situation ungern allein lassen würde.

Das gute Wirtschaften in der jüngeren Vergangenheit ist für den BVB inmitten der Corona-Krise indes ein Faustpfand. Trotz der, nach eigener Aussage, etwa 27,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten, glaubt er daran, dass der Klub gut aus der Pandemie herauskommen kann.

Spielerverkäufe könnten dabei allerdings in Zukunft ein Baustein sein. "Ich schließe inmitten einer Pandemie mittlerweile gar nichts mehr aus", so der gebürtige Marsberger.

Hans-Joachim Watzke deutlich: "Auf Teufel komm raus nach Kreditlinien zu fragen, wird nicht unser Weg sein"

An vorderster Stelle stünde "die finanzielle Balance". Sportliche Qualität auf dem Rasen, allerdings nicht um jeden Preis. "Auf Teufel komm raus bei Banken nach Kreditlinien zu fragen, nur um einen Spieler nicht zu verkaufen, wird nicht unser Weg sein", stellte er klar.

Dies würde wohl aber erst spruchreif, sollte man auch die kommende Saison noch immer ohne Fans spielen müssen.

Titelfoto: Tom Weller/dpa, Martin Meissner/AP/Pool/dpa

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