Kolumne zum BVB und FC Bayern: Top-Teams ringen aufmüpfige und mutige Gegner nieder!

Dortmund/München - Zwei Spitzenteams, zwei Siege! Während Borussia Dortmund am Sonntagnachmittag den VfL Wolfsburg in einem engen Duell mit 2:0 bezwang, legte der FC Bayern München am Abend gegen den 1. FSV Mainz 05 nach und schoss sich nach einem 0:2-Rückstand noch zu einem 5:2-Kantersieg.

Die Vorentscheidung in einem überraschend spannenden Spiel: Robert Lewandowski (2.v.l.) verlädt den herausragenden M05-Keeper Finn Dahmen (r.) zum 4:2 für den FC Bayern.
Die Vorentscheidung in einem überraschend spannenden Spiel: Robert Lewandowski (2.v.l.) verlädt den herausragenden M05-Keeper Finn Dahmen (r.) zum 4:2 für den FC Bayern.  © Guenter Schiffmann/AFP-Pool/dpa

Das klingt nach dem erwartet klaren Spielverlauf - doch der war es gar nicht! Der Tabellenvorletzte setzte dem Deutschen Rekordmeister unter Interimstrainer Jan Siewert (38) richtig zu und brachte Hansi Flicks (55) Mannen gehörig ins Wanken!

Doch wie in den vergangenen sieben Partien, als die Bayern ebenfalls immer in Rückstand gerieten, fielen die Münchner nicht, sondern rafften sich mit Willen, Erfolgshunger, Mentalkraft und ihrer unbestrittenen individuellen Klasse auf, erhöhten den Druck und drehten die Begegnung doch noch zu ihren Gunsten - im Stile eines kommenden Titelträgers!

Mainz erwies sich dabei trotzdem als erstaunlich hart zu knackende Nuss. Damit konnte man nach den vergangenen Wochen und Monaten nun wirklich nicht rechnen. Doch Siewert hatte seiner Truppe Mut eingeflößt.

Seine Akteure kämpften nicht nur füreinander, sie spielten auch immer wieder gut nach vorne, prüften die Münchner Defensive und Manuel Neuer (34) auch abgesehen von den beiden Tore noch mehrfach. Es spricht für die Bayern, dass sie diese überraschend unterhaltsame Partie am Ende so deutlich für sich entschieden, weil sie in der zweiten Halbzeit nie nachließen und bis zum Abpfiff gierig auf das nächste Tor waren.

Dennoch sollten die Spieler nun den Schalter im Kopf umlegen, mal wieder selbst in Führung gehen und ein Spiel in Ruhe nach Hause schaukeln. Denn ihre Kräfte müssen sie sich in den kommenden Wochen und Monaten gut einteilen. Das ist aber nur bedingt möglich, wenn sie weiterhin Rückständen hinterherlaufen. Dann ist selbst bei solchen Weltklasse-Leuten irgendwann auch mal die Luft raus.

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl (32) beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl (32) beschäftigt sich in seiner wöchentlichen Kolumne diesmal mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.  © Martin Meissner/Sven Hoppe/Pool AP/dpa

Kehrt Borussia Dortmund nach dem Sieg gegen den VfL Wolfsburg zur spielerischen Leichtigkeit zurück?

Jadon Sancho (2.v.l.) machte in der Nachspielzeit den Deckel drauf: Der englische Nationalspieler traf zum 2:0 für den BVB gegen Wolfsburg,
Jadon Sancho (2.v.l.) machte in der Nachspielzeit den Deckel drauf: Der englische Nationalspieler traf zum 2:0 für den BVB gegen Wolfsburg,  © Martin Meissner/POOL AP/dpa

Beim BVB war die Luft in dieser Saison hingegen schon raus. Das war einer der vielen Gründe für die Entlassung von Trainer Lucien Favre (63). Unter dem neuen Coach Edin Terzic (38) lief es spielerisch bislang allerdings ebenfalls holprig.

Auch gegen die Wölfe, die Dortmund in der Anfangsphase mit ihrem aggressiven Pressing zusetzten, es aber verpassten, in Führung zu gehen. Die Borussia fing sich in der Folge, übernahm die Kontrolle und zeigte sich dann gefestigt.

Genau diese Eigenschaft hatte man in den vergangenen Wochen viel zu oft vermisst. Auch in Sachen Zielstrebigkeit zeigte man sich verbessert, die Kombinationen liefen etwas flüssiger und die Fehlpässe waren nicht so gravierend.

Dennoch betrieb der BVB mal wieder den fast schon üblichen Chancenwucher und musste bis in die Nachspielzeit zittern, ehe man den Sieg gegen einen wehrhaften Gegner endlich eingetütet hatte.

Es war trotzdem ein mittelgroßer Schritt in die richtige Richtung. Das lag auch an Erling Haaland (20), dessen Comeback den Schwarz-Gelben richtig gut tat, obwohl er nicht traf. Doch der norwegische Vollblutstürmer war ein stetiger Unruheherd, machte ordentlich Betrieb, beschäftigte die VfL-Abwehrkette und schuf so Räume für seine Mitspieler.

Bleibt er den Rest der Saison fit, wird Dortmund voraussichtlich weiter nach oben rücken, obwohl Leistungsschwankungen bei dieser jungen Mannschaft auch weiterhin wahrscheinlich sind. Schafft sie es aber regelmäßiger, Partien wie gegen Wolfsburg für sich zu entscheiden, wird sie schnell wachsen. Dann dürfte auch die spielerische Leichtigkeit zurückkehren.

Titelfoto: Martin Meissner/Sven Hoppe/Pool AP/dpa

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