"Große Scheiße gebaut": Das sagt BVB-Star Hummels über Dortmunds Rotsünder

Mönchengladbach - Nach der Niederlage von Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach fand Verteidiger Mats Hummels (32) klare Worte für den Kollegen Mahmoud Dahoud (25), der in der 40. Minute mit Rot vom Platz flog.

Eine entscheidende Szene des Spiels: Deniz Aytekin (43, die Karte haltend), zeigt die Rote Karte. Mats Hummels (32, mit der Nr. 15) versucht, ihn zu besänftigen.
Eine entscheidende Szene des Spiels: Deniz Aytekin (43, die Karte haltend), zeigt die Rote Karte. Mats Hummels (32, mit der Nr. 15) versucht, ihn zu besänftigen.  © Bernd Thissen/dpa

Am Samstagabend musste sich der BVB ohne die beiden Topspieler Marco Reus (32) und Erling Haaland (21) beim Auswärtsspiel gegen die Gladbacher mit 0:1 (0:1) durch einen Treffer von Denis Zakaria (24) in der 37. Spielminute geschlagen geben.

Die Schwarz-Gelben kickten dabei über 50 Minuten in Unterzahl, nachdem "Mo" Dahoud von Schiedsrichter Deniz Aytekin (43) mit der Ampelkarte vom Feld gestellt wurde.

In einem Interview nach dem Spiel kritisierte Hummels sowohl seinen Mitspieler als auch den Referee.

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Angesprochen auf die Gründe für die Pleite sprach der Abwehrspieler deutlich den Platzverweis an: "Wir machen uns selber bei Rückstand durch Meckern das Leben schwer. Ich denke, Mo weiß, dass er da große Scheiße gebaut hat", so der Weltmeister von 2014 gegenüber Sky.

"Einmal darf's passieren, einmal kann man immer einen Fehler machen", meinte der reaktivierte Nationalspieler, stellte aber auch heraus: "Gelb-Rot wegen Meckern bei Rückstand in Gladbach - gibt's keine Entschuldigung für."

Trotzdem bemängelte der Routinier die Entscheidung des Offiziellen, als ihm die Szene nochmal gezeigt wurde: "Boah, ist das wenig. Aber er gibt ja Gelb wegen des Abwinkens. Also dann sagen wir's so: Dann ist es doof, dem Schiedsrichter eine Chance zu geben, eine Fehlentscheidung zu treffen - und beides ist passiert."

Deniz Aytekin rechtfertigt seine Entscheidung, BVB-Spieler seien "zu respektlos" gewesen

An alter Wirkungsstätte: Marco Rose (45, 3. v.r.) wechselte vor der Saison die Borussia. Gegen seinen Nachfolger Adi Hütter (51, 4. v.r.) musste er sich geschlagen geben.
An alter Wirkungsstätte: Marco Rose (45, 3. v.r.) wechselte vor der Saison die Borussia. Gegen seinen Nachfolger Adi Hütter (51, 4. v.r.) musste er sich geschlagen geben.  © Bernd Thissen/dpa

Auch der Unparteiische der Begegnung äußerte sich nach dem Match zu der Roten Karte. Er entschied auf ein Foulspiel, anschließend winkte Dahoud ab - respektlos, wie der 43-Jährige findet.

"Es kann nicht jeder auf dem Platz machen, was er will. Unterm Strich war mir dieses respektlose Abwinken zu viel. Deswegen habe ich ein Zeichen gesetzt", rechtfertigte sich der gebürtige Nürnberger.

Schon zuvor sei ihm diese Geste bei Raphael Guerreiro (27) aufgefallen. Der großgewachsene Schiri (1,97 Meter) bat den Portugiesen das Abwinken sein zu lassen. Bei der Aktion des Kollegen im zentralen Mittelfeld kannte er deshalb keine Gnade mehr und betonte, dass dieses abschätzige Verhalten inzwischen zu normal geworden sei.

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BVB-Coach Marco Rose (45) kündigte nach der Partie an, dass er mit Dahoud über den Platzverweis sprechen werde, aber auch er hielt die Entscheidung insgesamt für überzogen.

Der Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, Sebastian Kehl (41), stimmte dem Trainer zu: "Das kleine Abwinken kann er nicht mit Guerreiro vergleichen."

In Unterzahl schaffte es der Meister von 2012 jedenfalls nicht mehr, die Niederlage abzuwenden. Die Fohlen übernahmen die Kontrolle und schnürten den Gast zeitweise in der eigenen Hälfte ein.

Es war erst die zweite Pleite in dieser Saison für den Champions-League-Teilnehmer, der dadurch auf den vierten Tabellenplatz rutschte. Auf der anderen Seite sprangen die Gladbacher durch ihren zweiten Saisonsieg auf Rang elf.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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