Kritik an Marco Reus berechtigt? BVB-Kapitän auf der Suche nach seiner Form!

Dortmund - Dietmar Hamann holte mächtig aus! Der Experte sagte bei "Sky 90" über Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus (31): "Ich verstehe nicht, warum man nicht im Sommer die Entscheidung getroffen hat, ihm die Binde zu nehmen."

Marco Reus (31).
Marco Reus (31).  © Bernd Thissen/dpa

"Ich glaube, man tut ihm damit keinen Gefallen", weil dieses Amt momentan eher "Belastung" sei, als ihm zu helfen.

Der Vize-Weltmeister von 2002 erklärte weiterhin, dass den Dortmundern "Mentalität" und "Führung" fehlen würde und verdeutlichte: "Du kannst keinen Kapitän haben, der nur die Hälfte der Spiele macht."

Der Champions-League-Sieger von 2005 meinte, dass man "mit Hummels einen brillanten Leader" habe, "der gezeigt hat, dass er Mannschaften führen kann."

Hamann gab auch an, was ihm momentan bei Reus fehlt: "Der Kapitän ist dazu da, dass er die anderen mitreißt." 

Das sehe er bei ihm nicht. Im Gegenteil. Der frühere Profi des FC Bayern München und FC Liverpool traf eine weitere klare Aussage: "Ich glaube, dass die Dortmunder im Moment ohne Reus besser sind." 

Das hänge auch mit der Form von Giovanni Reyna, Erling Haaland, Julian Brandt und Jadon Sancho zusammen: "Für mich ist er im Moment von der Startformation weit entfernt", schlussfolgerte der 57-fache deutsche Nationalspieler. Harte Worte von Hamann! In seiner Kolumne ruderte er nach dem medialen Aufschrei, den seine Aussagen auslösten, nun ein wenig zurück.

Dietmar Hamann rudert nach Kritik an BVB-Kapitän Marco Reus zurück

Marco Reus (l.) schoss Borussia Dortmund bei der TSG 1899 Hoffenheim zum 1:0-Auswärtssieg.
Marco Reus (l.) schoss Borussia Dortmund bei der TSG 1899 Hoffenheim zum 1:0-Auswärtssieg.  © Uwe Anspach/dpa

Für Reus sei das Spiel gegen Zenit St. Petersburg (2:0) schwer gewesen: "Ich würde ihn aus der Kritik rausnehmen und ihn in Schutz nehmen."

Der Offensivakteur sei noch "nicht bei 100 Prozent", weshalb Hamann "noch einmal klarstellen" wolle, "dass ich Marco Reus nicht kritisiert habe. Ich habe ihm weder seine spielerischen, noch seine Führungsqualitäten abgesprochen. Fakt ist, dass er im Moment sehr mit sich selbst beschäftigt ist, weil er nach einer Verletzung wieder zurückgekommen ist."

Er meinte zu guter Letzt: "Ich habe selbst das größte Interesse, dass ein Marco Reus gut spielt. Wenn er gut spielt, dann spielt auch Dortmund gut, und er würde auch der Nationalmannschaft helfen, wenn sie zur Europameisterschaft fährt."

Es ist wenig verwunderlich, dass Hamann seine Wortwahl im Nachhinein korrigiert hat. Schließlich sollte gerade er als Ex-Profi wissen, wie es ist, wenn man seinen Rhythmus sucht und dass das eben nicht von heute auf morgen geht.

Dass Reus von Coach Lucien Favre daher ganz langsam herangeführt wird, ist aufgrund seiner Verletzungshistorie ebenso verständlich wie sinnvoll. Denn wenn er ihn in diesen vielen Englischen Wochen schon früh "verheizt" hätte, wäre das kontraproduktiv gewesen.

Marco Reus wird für den BVB in Zukunft auch weiterhin ein Unterschiedsspieler sein

Marco Reus (31, M.) wurde von Sky-Experte Dietmar Hamann (47, r.) mit deutlichen Worten kritisiert.
Marco Reus (31, M.) wurde von Sky-Experte Dietmar Hamann (47, r.) mit deutlichen Worten kritisiert.  © Bernd Thissen/Rolf Vennenbernd/dpa

Schließlich wird Dortmund Reus in der langen Saison definitiv brauchen - und zwar hundertprozentig fit! Dann wird er auch weiterhin gesetzt sein, weil er ein Unterschiedsspieler ist, der eine Begegnung mit einer Aktion entscheiden kann. 

Das hat er in seiner Karriere oft genug bewiesen, obwohl er auch immer wieder Großchancen liegen lässt. Einige Punkte von Hamanns Kritik sind dennoch durchaus richtig. 

Reus hat momentan mit sich selbst genug zu tun, das wurde auch gegen St. Petersburg offensichtlich, wo er nach seiner Auswechslung erkennbar gefrustet einen Tapeverband wegwarf und anschließend auch keine Interviews gab. Seine Leistung war nämlich wie die der gesamten Mannschaft äußerst dürftig! 

Dennoch wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis er wieder vollends in der Spur ist und seinem Team nicht nur helfen, sondern sogar vorangehen kann. Beim 1:0-Sieg bei der TSG 1899 Hoffenheim erzielte er immerhin das einzige Tor und wies erneut nach, wie wichtig er sein kann und wird.

Andererseits muss man fast schon damit rechnen, dass Reus' Körper ihm irgendwann wieder einen Strich durch die Rechnung machen wird, obwohl man dem verletzungsgebeutelten Angreifer nur wünschen kann, dass er endlich mal über einen längeren Zeitraum durchgehend gesund bleibt.

Titelfoto: Bernd Thissen/Rolf Vennenbernd/dpa

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