"Scheiße!" Marco Rose schäumt nach BVB-Debakel gegen Ajax: "Ein Kimmich winkt da nicht ab!"

Amsterdam - Was für ein Abend! Borussia Dortmund geht auch in der Höhe verdient mit 0:4 bei Ajax Amsterdam unter und kassierte eine historische Pleite in der UEFA Champions League. Trainer Marco Rose (45) fand nach der Partie deftige Worte - und machte seine Schützlinge ziemlich runter.

Ein bezeichnendes Bild. Nach der Abreibung von Ajax Amsterdam schleichen die Borussen vom Feld der Johan-Cruyff-Arena.
Ein bezeichnendes Bild. Nach der Abreibung von Ajax Amsterdam schleichen die Borussen vom Feld der Johan-Cruyff-Arena.  © Bernd Thissen/dpa

Was Marco Rose nach so einem Spiel denke, beantwortete er nach dem historischen Abend ebenso nüchtern wie aussagekräftig: "Scheiße!", raunzte er in die Amazon-Prime-Mikros.

Selten dürfte eine Kurzzusammenfassung besser gepasst haben, wie hier.

Gepasst hatte beim BVB auf dem Feld hingegen so gut wie gar nichts.

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"Nach dem gefühlt zweiten oder dritten Schuss steht es 2:0. Unsere Körpersprache war aber so, als ob es 4:0 steht und wir komplett raus sind aus der Partie", so der 45-Jährige. Er machte deutlich, dass es ihm gar nicht schmeckte, wie schnell seine Mannen in der vernebelten Johan-Cruyff-Arena das Handtuch warfen.

Das war die erste Backpfeife für seine Mannschaft - und Rose packte noch eine weitere hinterher.

Marco Rose zieht Vergleich zum FC Bayern: "In München ist dann Feuer unterm Dach!"

Egal ob im Dress der Nationalmannschaft oder des FC Bayern München. Joshua Kimmich (26) geht immer mit dem Messer zwischen den Zähnen zu Werke. Eine Einstellung, die Marco Rose (45) von seinen Mannen vermisst hat.
Egal ob im Dress der Nationalmannschaft oder des FC Bayern München. Joshua Kimmich (26) geht immer mit dem Messer zwischen den Zähnen zu Werke. Eine Einstellung, die Marco Rose (45) von seinen Mannen vermisst hat.  © Axel Heimken/dpa

Während man in der Liga nämlich seit Jahren daran arbeiten will, die Dauerregentschaft des FC Bayern München zu beenden, arbeitete der gebürtige Leipziger heraus, warum dies eben nicht gelinge.

Wenn man nämlich mit 0:2 im Hintertreffen sei, sei es verständlich, unzufrieden zu sein.

"Aber ein Joshua Kimmich winkt dann eben nicht ab, der wird richtig sauer. Das ist der Unterschied, in München ist dann Feuer unterm Dach!"

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Rumms! Marco Rose zerlegt seine Profis und wirft ihnen mangelnde Mentalität vor.

Kocht bei Borussia Dortmund nach der Niederlage gegen Ajax Amsterdam wieder die Mentalitäts-Frage hoch?

BVB-Coach Marco Rose (45) traute seinen Augen kaum. Was sich am Dienstagabend in Amsterdam abspielte, war nicht das, was er erwartet hatte.
BVB-Coach Marco Rose (45) traute seinen Augen kaum. Was sich am Dienstagabend in Amsterdam abspielte, war nicht das, was er erwartet hatte.  © Bernd Thissen/dpa

Und da ist sie wieder, die in der Vergangenheit schon häufig thematisierte Mentalitäts-Frage bei den Borussen.

Man müsse in solchen Momenten für sich beantworten, "wie nimmt man das an? Wie reagiert man?", so der BVB-Trainer.

Wenn der BVB gegen eine zweifelsohne starke Amsterdam-Elf beginnt, derart demontiert zu werden, habe man die Pflicht, "in dem Moment, wo es schwierig wird, Lösungen finden", so Rose. Man solle eben "trotzdem weiter Borussia Dortmund ausstrahlen".

Doch das geschah nicht. Der Wille und der Glaube, "das Spiel noch gewinnen zu können", war für ihn nicht erkennbar.

Julian Brandt über eine "Lehrstunde", Mats Hummels fühlt sich "mit 0:4 noch gut bedient"

Wie durch einen Orkan wurden die BVB-Profis von des Hausherren aus dem Stadion gefegt. Marco Reus (32, vorne) leitete die denkwürdige Niederlage mit einem Eigentor ein.
Wie durch einen Orkan wurden die BVB-Profis von des Hausherren aus dem Stadion gefegt. Marco Reus (32, vorne) leitete die denkwürdige Niederlage mit einem Eigentor ein.  © Bernd Thissen/dpa

Die Dortmunder wurden überrollt und wirkten während der 90 furiosen Minuten der Niederländer meist völlig überfordert.

Von einer "Lehrstunde" sprach Ex-Nationalkicker Julian Brandt (25). "Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen." Eine bezeichnende Aussage.

Abwehr-Boss Mats Hummels (32) war wie gewohnt schonungslos - zumindest am Mikrofon. Man war "in allen Belangen die klar schlechtere Mannschaft", konstatierte der Weltmeister von 2014 und offenbarte schonungslos: "Wir waren mit dem 0:4 noch gut bedient."

"Es war nicht im Plan, dass wir so untergehen", fasst der Eigentorschütze zum 0:1, Marco Reus (32), den Abend zusammen.

Für den BVB-Kapitän und sein Team geht es nun darum, in der Bundesliga weiter den Anschluss zu halten und eine entsprechende Reaktion bei der Auswärtspartie am Samstag bei Arminia Bielefeld zu zeigen.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa, Bernd Thissen/dpa

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