Sensation perfekt! FC St. Pauli kegelt Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal

Hamburg - Was für ein Fest! Der FC St. Pauli hat im DFB-Pokal-Achtelfinale für eine faustdicke Überraschung gesorgt und den Titelverteidiger Borussia Dortmund mit 2:1 (2:0) besiegt.

Etienne Amenyido blieb vor BVB-Keeper Gregor Kobel cool und schob zur 1:0-Führung für St. Pauli ein.
Etienne Amenyido blieb vor BVB-Keeper Gregor Kobel cool und schob zur 1:0-Führung für St. Pauli ein.  © Christian Charisius/dpa

Vor 2.000 Zuschauern im Millerntor brachte Etienne Amenyido die Kiezkicker nach vier Minuten in Führung, ehe die Hausherren den Vorsprung durch ein Eigentor von BVB-Profi Axel Witsel kurz vor der Pause ausbauten. Erling Haaland gelang nach einer guten Stunde per Elfmeter nur noch der 1:2-Anschlusstreffer.

St.-Pauli-Trainer Timo Schultz tauschte im Vergleich zum Last-Minute-Remis gegen den FC Erzgebirge Aue auf vier Positionen. Im Tor startete Pokal-Keeper Dennis Smarsch, davor James Lawrence sowie Finn Ole Becker und Etienne Amenyido.

Nikola Vasilj, Philipp Ziereis, Christopher Buchtmann und Maximilian Dittgen nahmen dafür auf der Bank Platz.

Irrer BVB-Abschied! Hier tanzt Haaland im Trainingsanzug mitten im Club
Borussia Dortmund Irrer BVB-Abschied! Hier tanzt Haaland im Trainingsanzug mitten im Club

Nach dem 5:1 gegen den SC Freiburg wechselte Dortmunds Coach Marco Rose dreimal. Manuel Akanji, Axel Witsel und Thorgan Hazard begannen für Emre Can (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Mahmoud Dahoud (nicht im Kader) und Donyell Malen (Bank).

Das Spiel war keine vier Minuten alt, da stand das Millerntor bereits Kopf. Die Gastgeber gingen nach einem schön vorgetragenen Angriff in Führung. Jackson Irvine behauptete den Ball gegen mehrere Gegenspieler und steckte geschickt durch auf Marcel Hartel. Der Offensivspieler behielt im Strafraum den Kopf oben, legte quer, wo sich Amenyido mit etwas Glück gegen BVB-Kapitän Marco Reus durchsetzte und aus wenigen Metern zum 1:0 traf. Was für ein Start!

Der FC St. Pauli startete mit dieser Elf in das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund begann mit dieser Formation das DFB-Pokal-Achtelfinale beim FC St. Pauli

FCSP-Keeper Dennis Smarsch hält seine Mannschaft im Spiel, Axel-Witsel-Eigentor bringt BVB ins Wanken

Axel Witsel (am Boden) fälscht den Ball unhaltbar ins eigene Tor ab.
Axel Witsel (am Boden) fälscht den Ball unhaltbar ins eigene Tor ab.  © Christian Charisius/dpa

Mit der Führung im Rücken wuchs das Selbstvertrauen von Minute zu Minute, dennoch konnte sich der BVB einige Chancen erspielen.

Erst scheiterte Hazard frei vor FCSP-Keeper Smarsch (7.), später blieb Reus im Eins-gegen-eins zweiter Sieger (18.).

In der Folge wurde St. Pauli immer mehr in die eigene Hälfte gedrängt, zeigte sich aber bissig in den Zweikämpfen und verteidigte das eigene Tor rigoros.

BVB kann sich über nächsten Coup freuen: Hochveranlagter Mittelfeldmotor will bleiben!
Borussia Dortmund BVB kann sich über nächsten Coup freuen: Hochveranlagter Mittelfeldmotor will bleiben!

Die couragierte Leistung mündete in der 40. Minute schließlich im 2:0. Jakov Medic eroberte im Zweikampf den Ball gegen Reus, schaltete sich in die Offensive mit ein und spielte die Kugel auf die rechte Seite raus auf Burgstaller.

Den Querpass, der eigentlich für Amenyido gedacht war, fälschte Witsel unhaltbar für seinen Keeper ins eigene Tor ab. 2:0 für St. Pauli, das (fast leere) Millerntor tobte.

Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Kabinen. Die Führung für St. Pauli war nicht unverdient, weil sie sich fußballerisch nicht versteckten und eiskalt ihre Chancen nutzen. Den Schwarz-Gelben fiel hingegen überraschend wenig gegen den Zweitliga-Tabellenführer ein.

Erling Haaland verkürzt per Elfmeter, FC St. Pauli verteidigt mit Mann und Maus

Finn Ole Becker (links) und Jackson Irvine (rechts) versuchen Jude Bellingham zu stoppen.
Finn Ole Becker (links) und Jackson Irvine (rechts) versuchen Jude Bellingham zu stoppen.  © Christian Charisius/dpa

Der Titelverteidiger startete mit Wut im Bauch in die zweite Hälfte, doch St. Pauli hielt nach wie vor dagegen.

Zum Pech der Braun-Weißen entschied Schiedsrichter Harm Osmers nach einem Hinweis des Videoschiedsrichters in der 57. Minute auf Elfmeter. Medic hatte das Leder aus kurzer Distanz an den ausgestreckten Arm bekommen.Haaland nahm sich der Situation an und verwandelte sicher zum 1:2 aus Dortmunder Sicht.

Für die Kiezkicker war der Anschlusstreffer eine Art Weckruf, sie wurden offensiv wieder ein bisschen agiler.

Mit der Zeit erhöhten die Gäste allerdings immer mehr den Druck, konnte sich aber keine nennenswerten Torchancen erspielen. St. Pauli verteidigte weiterhin mit Mann und Maus und setzte auf Konter.

So blieb die Partie bis in die Nachspielzeit hin spannend, den Gästen aus dem Pott gelang der Ausgleich jedoch nicht mehr und somit war die Sensation perfekt. Der FC St. Pauli gewann nach einer starken kämpferischen Leistung gegen ideenlose Dortmunder verdient mit 2:1 und zog ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Für die Kiezkicker geht es bereits am Freitag (20.30 Uhr) mit dem Derby beim HSV weiter. Der BVB tritt einen Tag später (15.30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim an.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema Borussia Dortmund: