BVB-Coach Rose droht bei Rückkehr nach Gladbach Fan-Ärger

Mönchengladbach - Das wird brisant! Zwei Jahre lang trainierte Marco Rose (45) das Team von Borussia Mönchengladbach, seit Sommer coacht er den Konkurrenten Borussia Dortmund. Am Samstagabend kommt es erstmals zum Wiedersehen mit dem alten Klub.

Seit vergangenem Sommer trainiert Marco Rose (45) den BVB. In Gladbach kann er sich auf einen ungemütlichen Empfang einstellen.
Seit vergangenem Sommer trainiert Marco Rose (45) den BVB. In Gladbach kann er sich auf einen ungemütlichen Empfang einstellen.  © picture alliance/dpa/Marius Becker

Der Abschied war alles andere als rühmlich! Noch heute nehmen es die Gladbach-Fans ihrem ehemaligen Trainer übel, dass der bei seiner Vorstellung im Mai 2019 von einem langfristigen Projekt geredet hatte, 21 Monate später aber schon wieder den Abgang verkündete.

Als "Lügner" und "Heuchler" wurde Rose an den Pranger gestellt, was noch die mildesten Bezeichnungen waren. Zudem wurde ihm vorgehalten, die Zügel bei der anschließenden Niederlagenserie von sieben Partien infolge schleifen gelassen zu haben.

Die verpasste Qualifikation für den Europacup rundete das angespannte Verhältnis zwischen dem gebürtigen Leipziger und den Fohlen-Anhängern ab.

Eberl mit Welpenschutz für Gladbachs Wunderkind Borges Sanches
Borussia Mönchengladbach Eberl mit Welpenschutz für Gladbachs Wunderkind Borges Sanches

Wenn der Ex-Trainer nun am Samstag (ab 18.30 Uhr) mit seiner neuen Mannschaft, dem BVB, in den Borussia Park einkehrt, kann er sich mindestens auf ein gellendes Pfeifkonzert einstellen. Auch von Hass-Plakaten ist im Vorfeld die Rede.

"Wir sollten uns weniger darauf konzentrieren, dass Marco Rose dieses Stadion wieder betreten wird, sondern darauf, dass da elf Mann auf dem Platz stehen werden, die es uns verdammt schwer machen werden", appellierte Sportdirektor Max Eberl (48).

Der Sportboss der Niederrhein-Elf erhofft sich somit mehr Anfeuerungen statt Beleidigungen.

Marco Rose versucht Empfang der verärgerten Fans von Borussia Mönchengladbach auszublenden

"Rose verpiss dich!" - Zum Ende seiner Amtszeit in Mönchengladbach musste Marco Rose (45) mitansehen, wie mehrere Hass-Botschaften gegen ihn rund ums Stadion verteilt wurden.
"Rose verpiss dich!" - Zum Ende seiner Amtszeit in Mönchengladbach musste Marco Rose (45) mitansehen, wie mehrere Hass-Botschaften gegen ihn rund ums Stadion verteilt wurden.  © picture alliance/dpa/Matthias Balk, Rolf Vennenbernd

Den ungemütlichen Empfang der über 20.000 BMG-Fans will Rose bestmöglich ausblenden. "Ich konzentriere mich auf das wesentliche - und das ist das Spiel", sagte er vor der anstehenden Begegnung.

"Die Geschichten, die drumherum gemacht werden, versuche ich für mich nicht aufkommen zu lassen. Damit fahr ich ganz gut."

Andererseits fiebert der Rückkehrer auch auf die Begegnung mit alten Weggefährten hin. "Es gibt eine Menge Leute, auf die ich mich echt freue, die wiederzusehen", sagte er mit einem Lächeln. Unabhängig vom Ergebnis könne man dann nach der Partie "nett plaudern".

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Den aktuellen Fohlen-Coach Adi Hütter (51) kümmert die ganze Angelegenheit um seinen Vorgänger derzeit nur wenig. "Wir beschäftigen uns mit anderen Dingen", betonte der Österreicher. Schließlich heißt es nicht Gladbach gegen Rose, sondern gegen Dortmund.

Aufgrund der angespannten sportlichen Situation ist Hütter ohnehin auf sich bedacht. "Wir fokussieren uns auf das, was wir beeinflussen können. Da braucht es auch keine zusätzliche Motivation über Marco. Das ergibt keinen Sinn", so der neue Übungsleiter.

Viel Brisanz verspricht das Duell zweier ambitionierter Klubs ohnehin. Und mit den ganzen Nebenschauplätzen sowieso!

Titelfoto: picture alliance/dpa/Marius Becker

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