Gladbach nach VAR-Eingreifen sauer: "Zwei 50:50-Entscheidungen gegen uns getroffen"

Mönchengladbach - Es war der Aufreger der Partie! In der 83. Minute erzielte Alassane Plea (27) den vermeintlichen 3:3-Ausgleich für Borussia Mönchengladbach gegen Inter Mailand. Doch der Treffer zählte nicht, und die Fohlen verloren mit 2:3.

Gladbachs Spieler um Breel Embolo (23, 2.v.l.) diskutierten nach Schlusspfiff erregt mit Schiedsrichter Danny Makkelie (37, 3.v.l.).
Gladbachs Spieler um Breel Embolo (23, 2.v.l.) diskutierten nach Schlusspfiff erregt mit Schiedsrichter Danny Makkelie (37, 3.v.l.).  © Marius Becker/dpa

Was war passiert? Der französische Top-Stürmer hatte nach Doppelpass mit Stefan Lainer (28) aus 15 Metern halbrechter Position abgezogen und in die lange Ecke getroffen.

Das Problem: Breel Embolo (23) stand im Abseits und sprang aktiv weg, um die vorbei rauschende Kugel nicht zu berühren. Allerdings stand er nicht im Sichtfeld von Nerazzurri-Keeper Samir Handanovic (36).

So wurde der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie (37) vom Video-Assistenten darauf aufmerksam gemacht, sich die Szene am Bildschirm in der Review Area nahe der Mittellinie noch einmal anzugucken. Das tat er und entschied: kein Tor!

Das ärgerte die Fohlen-Verantwortlichen und -Spieler selbstverständlich. Coach Marco Rose (44) diskutierte mit dem vierten Offiziellen und nach Abpfiff mit dem Schiedsrichtergespann.

Er selbst ordnete die Szene auf der Pressekonferenz nach der Partie wie folgt ein: "Breel steht nicht im Sichtfeld des Torhüters. Er springt hoch und behindert ihn nicht." Deshalb meinte er: "Den kann man auch geben."

Besonders sauer war der gebürtige Leipziger aber vor allem deshalb, weil gleich "zwei 50:50-Entscheidungen leider gegen uns getroffen wurden". Denn vor dem 2:1 für Inter wurde Marcus Thuram (23) von zwei Gegenspielern hart attackiert. Dieser Ballverlust hatte dann das Gegentor zur Folge.

BMG-Coach Marco Rose (44, l.) sprach nach Abpfiff erhitzt mit Schiedsrichter Danny Makkelie (37, M.) über die spielentscheidenden Szenen.
BMG-Coach Marco Rose (44, l.) sprach nach Abpfiff erhitzt mit Schiedsrichter Danny Makkelie (37, M.) über die spielentscheidenden Szenen.  © Marius Becker/dpa
Marco Rose (44, r.) diskutiert mit dem vierten Offiziellen. Gladbachs Coach ärgerte sich, dass beide "50:50-Entscheidungen" gegen seine Mannschaft gewertet wurden.
Marco Rose (44, r.) diskutiert mit dem vierten Offiziellen. Gladbachs Coach ärgerte sich, dass beide "50:50-Entscheidungen" gegen seine Mannschaft gewertet wurden.  © Marius Becker/dpa

Borussia Mönchengladbach hat trotz der Pleite eine gute Ausgangsposition

Schiedsrichter Danny Makkelie (37) schaute sich Alassane Pleas Tor in der Review Area nochmal an und entschied: kein Tor!
Schiedsrichter Danny Makkelie (37) schaute sich Alassane Pleas Tor in der Review Area nochmal an und entschied: kein Tor!  © Marius Becker/dpa

Verständlich also, dass die Fohlen, die eine klare Leistungssteigerung gezeigt hatten, unzufrieden mit Makkelie und seinem Team waren.

Doch DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner (57) erklärte das nicht gegebene Ausgleichstor im kicker wie folgt: "Es gilt, in dieser Szene zwei Dinge zu beurteilen. Einmal geht es, wie die FIFA sagt, um 'line of vision', das heißt, ob Breel Embolo in der Sichtlinie des Torhüters stand (auf der Linie - Augen des Torhüters zum Ball). Dies war nicht der Fall."

Er führte weiter aus: "Allerdings gibt es einen weiteren Parameter - 'obvious action', die offensichtliche Aktion. Diese war hier gegeben, da Embolo zentral in geringem Abstand vor dem Torhüter stand und zudem, wie es im Regelwerk heißt '... eindeutig aktiv wird und so die Möglichkeit des Gegners, den Ball zu spielen, eindeutig beeinflusst.'"

Deshalb sei es korrekt gewesen, das Tor nicht zu geben. So steht am Ende eine extrem bittere Gladbacher Niederlage, die aber nicht als großer Rückschlag gewertet werden sollte.

Denn obwohl man die Anfangsphase verschlief und von Inters stark besetzter Truppe mächtig unter Druck gesetzt wurde, kämpfte man sich mit eigenen Mitteln ins Spiel und forderte die Nerazzurri bis zur letzten Sekunde.

Auch wenn man eine Pleite kassierte: wenn man so gegen das kriselnde Real Madrid auftritt, ist ein Weiterkommen noch immer möglich. Und als Tabellenführer hat man es weiterhin in den eigenen Händen.

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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