"Den Stürmer in mir ausleben" - wo Ginter seine neue Leidenschaft herhat

Mönchengladbach - So viele Offensivaktionen gab es von Matthias Ginter (27) selten zu sehen! Gegen den VfB Stuttgart tauchte der Innenverteidiger von Borussia Mönchengladbach erstaunlich oft vor dem gegnerischen Tor auf. Der Erfolg blieb allerdings aus - noch!

Sein bislang letztes Tor in der Bundesliga erzielte Matthias Ginter (27, r.) in der vergangenen Saison am 29. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt.
Sein bislang letztes Tor in der Bundesliga erzielte Matthias Ginter (27, r.) in der vergangenen Saison am 29. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt.  © picture alliance/dpa/Marius Becker

15 Bundesliga-Treffer, davon die Hälfte per Kopfball, hat Ginter bereits auf seinem Konto. Dabei ist er als Abwehrmann ja eigentlich mehr fürs Verhindern von Toren verantwortlich.

Am vergangenen Samstag, beim 1:1-Unentschieden gegen den VfB, war der Nationalspieler überraschend oft an vorderster Front zu sehen. "Ginter hat sich unglaublich viel mit nach vorn eingeschaltet", erkannte auch Trainer Adi Hütter (51) nach der Partie an.

Die wohl beste Abschluss-Gelegenheit hatte der Fohlen-Akteur in der 19. Minute, als sein wuchtiger Schuss knapp am Pfosten vorbeizischte. "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass er mehr über den Rist geht, dann wäre der Ball im Tor gelandet", kommentierte Hütter.

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Auch die Freistoß-Chance in der 89. Minute ließ zu wünschen übrig. "Den kann man besser schießen, aber das weiß er auch", rüffelte der Coach seinen Schützling. Das Leder flog über den Kasten hinweg.

Matthias Ginter genießt bei Borussia Mönchengladbach die Freiheit zur Offensive

Matthias Ginter (27, l.) mit Gladbach-Kollege Jonas Hofmann (29) im Training bei der deutschen Nationalmannschaft.
Matthias Ginter (27, l.) mit Gladbach-Kollege Jonas Hofmann (29) im Training bei der deutschen Nationalmannschaft.  © picture alliance/dpa/Christian Charisius

Dass Ginter überhaupt zum Freistoßschützen geworden ist, hat mitunter mit der Nationalmannschaft zu tun. Wie er nämlich in der neuesten Podcast-Folge von "kicker meets DAZN" verriet, habe er beim DFB-Team zuletzt trainiert. "Da lief es nicht so schlecht", meinte der gebürtige Freiburger.

Allgemein kommt der Abwehrhüne mit seiner neuen Spielweise unter Hütter ganz gut zurecht. In der vergangenen Saison war er noch in der Viererkette als eine Art letzter Mann gefragt, nun darf er sich als rechter Part in der Dreierkette mehr mit nach vorn bewegen.

"Weil ich so ein bisschen offensiver spielen und den Stürmer in mir besser ausleben kann", sagte Ginter mit einem leichten Lächeln und Augenzwinkern.

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Zwar verfolge der Verteidiger weiterhin seinen Hauptjob, nämlich gegnerische Tore zu verhindern, doch seine jüngsten Trainer, ob im Klub oder bei der Nationalelf, ließen und lassen ihm die Freiheit zur Offensive.

In dieser Saison hat in den bisherigen acht Pflichtpartien noch kein Torerfolg herausspringen wollen. Doch schaltet sich Ginter auch in Zukunft so oft mit nach vorn ein, ist es nur noch eine Frage der Zeit.

Titelfoto: picture alliance/dpa/Marius Becker

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