Gellendes Pfeifkonzert nach Vollblamage: Gladbach geht gegen Freiburg unter!

Mönchengladbach - Scheibenschießen im Borussia Park! Borussia Mönchengladbach musste die zweite Klatsche in Folge hinnehmen. Gegen den SC Freiburg verloren die Rheinländer am Sonntagabend in der Bundesliga mit 0:6 (0:6).

Freiburgs Philipp Lienhart (r.), Lucas Höler (2.v.r) und Ermedin Demirovic (3.v.r) jubeln nach dem Treffer zum 5:0.
Freiburgs Philipp Lienhart (r.), Lucas Höler (2.v.r) und Ermedin Demirovic (3.v.r) jubeln nach dem Treffer zum 5:0.  © dpa/Marcel Kusch

Vor 10.025 Zuschauern trafen Maximilian Eggestein (2. Minute), Kevin Schade (5.), Philipp Lienhart (12.), Lucas Höler (19.), Nicolas Höfler (25.) und Nico Schlotterbeck (37.) für die Gäste und sorgten somit für einen historischen Sieg.

Fohlen-Coach Adi Hütter bastelte seine Startformation nach der 1:4-Derbyniederlage beim 1. FC Köln auf zwei Positionen um. Lars Stindl und Patrick Herrmann nahmen zunächst auf der Bank Platz, dafür begannen Marcus Thuram und Stefan Lainer.

SCF-Trainer Christian Streich nahm hingegen nur eine Änderung vor. Nach der 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum stand Ermedin Demirovic wieder in der Startelf, dafür rotierte Woo-yeong Jeong auf die Ersatzbank.

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Die Gäste aus dem Breisgau eröffneten nicht nur die Partie, sondern sorgten mit einem wahren Monsterstart innerhalb der ersten halben Stunde bereits für die Entscheidung. Den Anfang machte Eggestein, der nach einer flachen Hereingabe von Schade im Gewusel den Überblick behielt und aus etwa acht Meter Entfernung zur 1:0-Führung einschob (2.). Zuvor kratzte Günter den Ball entscheidend von der Seitenlinie.

Nur drei Minuten später klingelte es erneut in Gladbacher Kasten - und wieder über links! Erneut gab Günter die Initialzündung! Nur dieses Mal bereitete der deutsche Nationalspieler direkt vor. Seine Flanke fand Schade, der sich gegen Joe Scally im Kopfballduell durchsetzte und zum 2:0 einnickte (5.). Dass die Borussia überhaupt am Spiel teilnahm, war erst in der siebten Minute zu erkennen. Der Schuss von Alassane Plea aus mehr als 20 Meter ging aber links daneben.

Die Mannschaftsaufstellungen von Borussia Mönchengladbach und vom SC Freiburg

Mit diesen Startaufstellungen gingen Borussia Mönchengladbach und der SC Freiburg in die Partie.
Mit diesen Startaufstellungen gingen Borussia Mönchengladbach und der SC Freiburg in die Partie.  © Tom Jacob

SC Freiburg schafft gegen Borussia Mönchengladbach einen neuen Bundesligarekord

Fohlen-Trainer Adi Hütter (v.) fand sich wie in einem schlechten Film. Der Österreicher konnte das Geschehen auf dem Rasen kaum mitansehen.
Fohlen-Trainer Adi Hütter (v.) fand sich wie in einem schlechten Film. Der Österreicher konnte das Geschehen auf dem Rasen kaum mitansehen.  © dpa/Marcel Kusch

Dann waren wieder die Freiburger am Zug - und kannten keine Gnade! Einen Freistoß von Vincenzo Grifo - mal wieder von links - verpasste zunächst Freund und Feind. Davon irritiert ließ BMG-Keeper Yann Sommer die Kugel nach vorn abklatschen. Philipp Lienhart sagte danke und staubte aus kurzer Distanz zum 3:0 ab (12.). Die Gladbacher Nordkurve reagierte mit ersten Pfiffen gegen das eigene Team.

Doch damit nicht genug! Ein Eckball, getreten von Grifo, senkte sich am ersten Pfosten, wo Höler den Scheitel hinhielt. Die leichte Berührung mit dem Haaransatz reichte aus, um das Leder zum 4:0 über die Linie zu drücken (19.). Bei den Fohlen herrschte Entsetzen.

Es wurde noch übler! Erneut brachte Grifo eine Freistoßflanke herein, Schlotterbeck legte auf der gegenüberliegenden Seite per Kopf quer und Höfler nickte wiederholt ein. 5:0 nach 25 Minuten - so viele Auswärtstore hat es binnen kürzester Zeit in der Bundesliga noch nie zuvor gegeben.

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Heimtrainer Hütter verstand in seiner Coachingzone die Welt nicht mehr. Nach einer halben Stunde reagierte er mit einem Doppelwechsel. Herrmann und Breel Embolo kamen in die Partie, dafür mussten Plea und Lainer vom Feld. Kurz zuvor wollte Thuram sogar einen Elfmeter zugesprochen bekommen, nachdem er von Freiburgs Schlussmann Mark Flekken im Strafraum zu Fall gebracht worden war (26.). Schiedsrichter Robert Hartmann ließ aber weiterlaufen, auch der VAR hatte keine Einwände.

Borussia Mönchengladbach kassiert gegen den SC Freiburg schon in Hälfte eins ein halbes Dutzend Tore

Nach dem Treffer zum 6:0 dreht Nico Schlotterbeck (2.v.r) jubelnd ab. Auch der SCF-Verteidiger durfte sich in die Torjägerliste eintragen.
Nach dem Treffer zum 6:0 dreht Nico Schlotterbeck (2.v.r) jubelnd ab. Auch der SCF-Verteidiger durfte sich in die Torjägerliste eintragen.  © dpa/Marcel Kusch

Die beste Gelegenheit für die Fohlen in Hälfte eins hatte Denis Zakaria auf dem Schlappen. Sein wuchtiger Abschluss war aber zu zentral abgesetzt, Torwart Flekken bekam noch rechtzeitig die Fäuste hoch und parierte zur Seite weg (35.).

Dafür schepperte es erneut auf der Gegenseite. Diesmal flankte Grifo von rechts, aber auch von da zeigte der Italiener, welche Qualität in seinem Zauberfuß steckt. Seine Hereingabe fand Schlotterbeck, der zum 6:0 für die Freiburger einköpfte (37.).

Sechs Tore von sechs unterschiedlichen Schützen! "Wer hat noch nicht, wer will nochmal", schien hier das Motto zu lauten.

Für die Hausherren ging es zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr um Punkte. Die Mannschaft des Rauteklubs war nur noch um Schadensbegrenzung bemüht.

Mit einem 0:6 rettete sich die Borussia in die Halbzeitpause. Von den Rängen kam ein lautstarkes Pfeifkonzert. Schwer zu sagen, ob da überhaupt noch alle rund 10.000 Zuschauer im Stadion waren.

SC Freiburg lässt gegen Borussia Mönchengladbach in Hälfte zwei Gnade walten

In allen Belangen unterlegen: Gladbachs Marcus Thuram (l.) im Zweikampf mit Freiburgs Nico Schlotterbeck.
In allen Belangen unterlegen: Gladbachs Marcus Thuram (l.) im Zweikampf mit Freiburgs Nico Schlotterbeck.  © dpa/Marcel Kusch

Im zweiten Durchgang flachte die Partie etwas ab. Zum einen, weil die Borussia geordneter stand, zum anderen, weil Freiburg zwei Gänge zurückgeschaltet hatte.

Wenigstens ein Ehrentor wollten die Fohlen noch erzielen, doch vor dem gegnerischen Gehäuse taten sie sich viel zu schwer - die Offensive blieb blass.

Das Team aus dem Breisgau versuchte stattdessen noch den siebten Streich zu setzen. So war es unter anderem Höler, der knapp sein Ziel verfehlte (72.).

Aus dem Gästeblock, wo rund 100 Mann Platz gefunden hatten, erklangen Lieder wie "oh wie ist das schön".

Ironischerweise stimmten die Fohlen-Fans mit ein und sangen fröhlich mit. Nach Abpfiff ertönte dann aber ein weiteres gellendes Pfeifkonzert.

Für Gladbach geht es am kommenden Samstag (15.30 Uhr) mit der Auswärtsbegegnung bei RB Leipzig weiter. Die Freiburger empfangen derweil die TSG 1899 Hoffenheim zum Süd-Duell.

Titelfoto: dpa/Marcel Kusch

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