Gladbach-Manager Eberl zur aktuellen Transferlage: "Das ist ein Schneckenrennen"

Harsewinkel-Marienfeld - Wie viele Spieler werden Borussia Mönchengladbach in diesem Sommer noch verlassen? Wer kommt als Ersatz? Fragen, die Sportdirektor Max Eberl (47) derzeit nicht beantworten kann.

Weil sich die Transferverhandlungen wie "ein Schneckenrennen" anfühlen, hat Borussia-Sportboss Max Eberl (47) selbst Zeit, laufen zu gehen.
Weil sich die Transferverhandlungen wie "ein Schneckenrennen" anfühlen, hat Borussia-Sportboss Max Eberl (47) selbst Zeit, laufen zu gehen.  © imago/Jan Huebner

Am 1. Juli hatte sich das Transferfenster geöffnet. 23 Tage später ist noch immer nicht klar, mit exakt welchen Personalien Gladbach in die neue Spielzeit starten wird.

"Normal stehe ich hier etwas entspannter und habe alles getan", sagte Eberl zum Abschluss des Trainingslagers in der Klosterpforte. "Jetzt sitze ich etwas nutzlos rum und muss die letzten sechs Wochen arbeiten." Bis zum 31. August, wenn die Wechselperiode endet.

Eine ungewohnte Situation für den 47-Jährigen, der gern zu Beginn der Saisonvorbereitung alle Spieler unter Dach und Fach gehabt hätte. Stattdessen steht die ganze Arbeit erst noch bevor.

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Hintergrund ist nämlich der, dass die Borussia erst neue Spieler verpflichten kann, wenn Einnahmen aus Verkäufen in die Kasse gespielt wurden.

"Das ist ein Schneckenrennen", bezeichnete Eberl die aktuelle Lage auf dem Transfermarkt. Geduld ist gefragt!

Sportdirektor Max Eberl versichert: "Es ist auf keinen Fall so, dass wir den ganzen Kader verlieren"

Immer dabei! Das Mobiltelefon ist ein ständiger Begleiter des Gladbacher Sportdirektors Max Eberl (47).
Immer dabei! Das Mobiltelefon ist ein ständiger Begleiter des Gladbacher Sportdirektors Max Eberl (47).  © picture alliance/dpa/Arne Dedert

Untätig ist der Sportchef der Fohlen aber nicht: "Parallel versuche ich schon Dinge vorzubereiten. Es gibt unfassbar viele Konstellationen, die sich darstellen könnten. Auf die wären wir dann vorbereitet." Nur eben wird derzeit sehr viel im Konjunktiv geredet.

Zwar gibt es reichlich Anfragen anderer Vereine, die an Gladbach-Spielern interessiert sind, doch zum Abschluss kommt es nicht. "Es gibt Tage, da geht man vier Schritte weiter. Dann gibt es aber welche, da geht man wieder sechs Schritte zurück", erklärte Eberl.

Geht es nach den Wechselgerüchten, die von unterschiedlichsten Quellen geschürt werden, gibt der Raute-Klub noch die halbe Mannschaft ab. "Es ist auf keinen Fall so, dass wir den ganzen Kader verlieren, dass uns sechs oder gar sieben Spieler verlassen werden", versicherte der Fohlen-Manager. "Zwei, drei Transfers" könnten dennoch geschehen.

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Sollte sich gegen aller Erwartungen gar nichts mehr tun, dann wäre Eberl auch nicht böse. Denn dann würde die Elf vom Niederrhein mit dem nahezu identischen Kader in die Saison gehen, der schon seit zwei Jahren zusammen spielt: "Wir haben sehr gute Spieler hier und müssen nicht händeringend schauen, besser zu werden."

Die Arbeit wird also in den nächsten Tagen und Wochen noch nicht getan sein. "Wir müssen schauen, dass wir gute Entscheidungen treffen in der Corona-Zeit, aber auch für den sportlichen Erfolg", so der Sportdirektor der Borussia.

Titelfoto: imago/Jan Huebner

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