Hütter mit Rotations-Erfolg: Gladbachs vier Personal-Wechsel in der Analyse

Mönchengladbach - Das hat gefruchtet! Beim 1:0-Erfolg über Borussia Dortmund hatte Borussia Mönchengladbachs Trainer Adi Hütter (51) vier Wechsel in der Startelf vorgenommen. TAG24 hat jeden Personal-Tausch mal genauer unter die Lupe genommen.

Tony Jantschke für Jordan Beyer - Erfahrung, statt Jugendlichkeit

Mit einem beherzten Einsteigen und jeder Menge Erfahrung setzte Gladbachs "Fußballgott" Tony Jantschke (31, r.) zur Grätsche gegen BVB-Juwel Jude Bellingham (18) an. Erstmals in dieser Saison blieb die Borussia ohne Gegentor.
Mit einem beherzten Einsteigen und jeder Menge Erfahrung setzte Gladbachs "Fußballgott" Tony Jantschke (31, r.) zur Grätsche gegen BVB-Juwel Jude Bellingham (18) an. Erstmals in dieser Saison blieb die Borussia ohne Gegentor.  © picture alliance/dpa/Bernd Thissen

Zum letzten Mal stand Tony Jantschke (31) - der Mann, den sie alle "Fußballgott" in Mönchengladbach rufen - am 6. Februar dieses Jahres in der Startelf.

Seither kamen nur drei weitere Kurzeinsätze obendrauf, welche alle nur ein paar Minuten andauerten. Seit dem Trainerwechsel im Sommer spielte er bisweilen noch gar keine Rolle.

Jordan Beyer (21) hingegen war zuletzt unter Hütter gesetzt. In den drei vergangenen Partien war er von der ersten bis zur letzten Minute dabei. Mal als Innenverteidiger, mal über rechts. Gegen den BVB sah sich der Jungspund jedoch auf der Bank wieder.

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"Ich habe mit Tony einen sehr erfahrenen Spieler in die Mannschaft getan, der seit Wochen gut trainiert", begründete der Fohlen-Coach seine Entscheidung.

Jantschke sollte mit seiner Routine unter anderem Luca Netz (18) leiten. "Das hat er absolut gut gemacht", lobte Hütter.

Manu Koné für Florian Neuhaus - Debütant verdrängt formschwachen Nationalspieler

Als Sommer-Neuzugang verletzte sich Manu Koné (20) bereits am vierten Trainingstag schwer, spielte daher für den Rest der Saisonvorbereitung und den Bundesliga-Auftakt keine Rolle.

Erst wenige Einheiten absolvierte der junge Franzose wieder mit der Mannschaft und schon stand er in der Anfangsformation. Es war sein erster Einsatz überhaupt für die Borussia.

Und es hat sich gelohnt! Ganze 73 Minuten lang beackerte der zentrale Mittelfeldspieler das Feld von vorn bis hinten. Macht der Newcomer so weiter, wird er sich noch als große Bereicherung erweisen.

Seinen Platz hergeben musste dafür Florian Neuhaus (24). Der Nationalspieler lief zuletzt seiner Form hinterher, konnte an die Leistungen der letzten zwei Jahre noch nicht anknüpfen.

In den sozialen Medien wurde deshalb für Neuhaus schon seit ein, zwei Wochen eine Versetzung auf die Bank gefordert. Hütter sah es ähnlich und reagierte. Ein Wechsel, der sich als Glücksgriff herausstellte.

Der Mann mit den grünen Dreadlocks! Sommer-Neuzugang Manu Koné (20, r.) feierte gegen Borussia Dortmund sein Debüt. In seinem ersten Einsatz für die Fohlen blieb er seinen Gegenspielern immer an den Fersen dran und machte Lust auf mehr.
Der Mann mit den grünen Dreadlocks! Sommer-Neuzugang Manu Koné (20, r.) feierte gegen Borussia Dortmund sein Debüt. In seinem ersten Einsatz für die Fohlen blieb er seinen Gegenspielern immer an den Fersen dran und machte Lust auf mehr.  © picture alliance/dpa/Bernd Thissen

Jonas Hofmann für Patrick Herrmann - Klare Rollenverteilung zweier Außenbahnspieler

Aufgrund seiner Variabilität und dem hohen Maß an Qualität zählt Jonas Hofmann (29) bei den Fohlen als Schlüsselspieler. Nur eine Verletzung kann den Mittelfeld-Allrounder stoppen. In der Vorwoche fehlte er zum Beispiel wegen Oberschenkelproblemen.

Vor der Partie gegen Dortmund war klar: Ist Hofmann wieder fit, so wird er auflaufen. Gesagt, getan! Als Rechtsaußen-Stürmer sorgte er das ein ums andere Mal für Torgefahr.

Weichen musste dafür Patrick Herrmann (30). Hütter weiß: "Flaco" ist ein Spieler, spielt er nicht von Beginn an, so murrt er nicht rum. Bereits dreimal wurde er so in den fünf Partien zuvor eingewechselt, um neue Frische zu bringen.

Gegen Dortmund war aber nicht einmal das der Fall. Als Hofmann nämlich in der 83. Minute angeschlagen vom Feld genommen wurde, kam Lászlo Bénes (24) für ihn rein. Das hatte aber wohl auch taktische Gründe.

Für die kommende Begegnung beim VfL Wolfsburg (Samstag ab 15.30 Uhr) steht fest: Ist Hofmann einsatzfähig, ist er gesetzt. Herrmann bleibt derweil weiter nur die Rolle des Edel-Jokers.

Breel Embolo für Alassane Plea - Wucht, statt Leichtigkeit

Alassane Plea (28) traf zwar beim Saison-Auftakt gegen den FC Bayern München (1:1), doch seitdem durchlebte der Franzose eine kleine Torflaute. Das, was bei Mittelstürmern nicht so gern gesehen wird.

"Lasso" ist schnell und wendig, doch gegen die erfahrene BVB-Innenverteidigung wäre ein Durchkommen nur schwer möglich gewesen. Hütter reagierte deshalb.

Der Coach entschied sich demzufolge für Breel Embolo (24) im Sturmzentrum. Größer, kräftiger und wuchtiger waren die Eigenschaften, die dem Schweizer zum Startelf-Einsatz verhalfen.

Zwar blieb auch er ohne Torbeteiligung, von Hütter gab es dennoch Lob: "Er hat ein tolles Spiel gemacht, er hat viele Bälle behauptet."

Für Embolo stehen die Chancen gut, dass er auch gegen Wolfsburg den Vorzug bekommt. Schließlich ist auch die VfL-Abwehr dafür bekannt, dass die schwer zu bearbeiten ist.

Titelfoto: picture alliance/dpa/Bernd Thissen

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