Kehrtwende mit Folgen: Lucien Favre gibt Gladbach Korb

Mönchengladbach - Es war der Trainer-Paukenschlag am Montagabend: Fans und Mitglieder von Borussia Mönchengladbach hatten bei der Hauptversammlung auf die offizielle Vorstellung von Lucien Favre (64) gehofft, doch es kam ganz anders. Nun steht der Bundesligist schwer unter Druck.

Lucien Favre (64) war zwischen 2011 und 2015 bei Borussia Mönchengladbach im Amt. Zurück nach Deutschland möchte er aber offenbar nicht.
Lucien Favre (64) war zwischen 2011 und 2015 bei Borussia Mönchengladbach im Amt. Zurück nach Deutschland möchte er aber offenbar nicht.  © THOMAS KIENZLE / AFP

Mit der ehrlichen Antwort auf die Nachfrage eines Anhängers zerstörte Sportchef Roland Virkus (55) die in den vergangenen Tagen aufgekommene Euphorie bei den Fohlen.

"Lucien Favre hat Borussia im Herzen, möchte aber nicht mehr in Deutschland arbeiten. Sie können sicher sein, dass wir alles getan haben, aber ich glaube nicht, dass Lucien Favre in den nächsten beiden Jahren Trainer bei Borussia sein wird", verkündete der 55-Jährige zähneknirschend.

Zuvor hatten sowohl die "Bild"-Zeitung als auch Sky berichtet, dass die Rückkehr des Erfolgstrainers so gut wie perfekt sei.

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Es sollte ein Befreiungsschlag für die Gladbacher und den Nachfolger von Max Eberl (48) werden, der nach "sehr harten vier Monaten" bereits unter Druck steht. Kurz nach dem 34. Spieltag hatte sich der Tabellenzehnte von Adi Hütter (52) getrennt, der erst vor der abgelaufenen Spielzeit von Eintracht Frankfurt an den Niederrhein gekommen war.

"Wir sind jetzt in diversen Gesprächen, endlich den passenden Trainer zu finden. Wir haben in den letzten Jahren keine guten Trainer-Entscheidungen getroffen. Diesmal wollen wir es besser machen", erklärte Virkus.

Borussia Mönchengladbach ist auf Abgänge angewiesen

Hat viel Arbeit vor sich: Roland Virkus (55) blickt bei der Jahreshauptversammlung von Borussia Mönchengladbach nachdenklich in die Runde.
Hat viel Arbeit vor sich: Roland Virkus (55) blickt bei der Jahreshauptversammlung von Borussia Mönchengladbach nachdenklich in die Runde.  © Marius Becker/dpa

Die Trainersuche geht also weiter, als mögliche Alternativen werden Daniel Farke (45), dessen Engagement beim FK Krasnodar aufgrund der politischen Lage nach knapp zwei Monaten und ohne ein einziges Ligaspiel zu einem frühzeitigen Ende kam, und Vincent Kompany (36, zuletzt RSC Anderlecht) gehandelt.

So langsam drängt die Zeit, denn während die Konkurrenz auf dem Transfermarkt aufrüstet, herrscht bei der trainerlosen Borussia noch Stillstand. Die "wenige Kaderbewegung" sei laut Virkus aber auch der schlechtesten sportlichen Bilanz seit der Saison 2010/11 geschuldet.

"Wir müssen erstmal schauen, wer uns verlässt", hielt der Sportdirektor fest. Zwei von Corona geprägte Saisons hätten das Eigenkapital zudem schmelzen lassen.

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Immerhin den freien Bankplatz möchte Virkus aber zeitnah besetzen. "Wir werden das nun forcieren und wollen das so schnell wie möglich erledigen. Es ist aber unabdingbar, hier eine sehr gute Entscheidung zu treffen."

Titelfoto: THOMAS KIENZLE / AFP

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