Pokal-Blamage! Borussia Mönchengladbach geht bei Hannover 96 unter

Hannover - Was für eine Packung für den Bundesligisten! Hannover 96 hat sich überraschend deutlich mit 3:0 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach durchgesetzt und ist ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Hannovers Angreifer Maximilian Beier (3.v.l.) ließ sich von seinen Kollegen feiern. Er eröffnete mit einem satten Schuss den Torreigen für sein Team. Später legte er sogar noch nach.
Hannovers Angreifer Maximilian Beier (3.v.l.) ließ sich von seinen Kollegen feiern. Er eröffnete mit einem satten Schuss den Torreigen für sein Team. Später legte er sogar noch nach.  © picture alliance/dpa/Swen Pförtner

Vor 500 Zuschauer in der HDI-Arena trafen Maximilian Beier (4. Minute/51.) und Sebastian Kerk (36., Handelfmeter) für die Hausherren.

96-Trainer Christoph Dabrowski nahm im Vergleich zum 1:0-Erfolg gegen den FC Hansa Rostock drei Veränderungen vor. Für Sei Muroya, Mark Diemers und Cedric Teuchert durften Jannik Dehm, Dominik Kaiser und Hendrik Weydandt von Beginn an ran.

Fohlen-Coach Adi Hütter entschied sich sogar für noch einen Wechsel mehr. Tony Jantschke, Lászlo Bénes, Luca Netz und Breel Embolo, die alle bei der 1:2-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen noch in der Startelf standen, wurden von Geburtstagskind Matthias Ginter, Joe Scally, Marcus Thuram und Alassane Plea ersetzt.

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Der erste Abschluss gehörte den Gästen. BMG-Kapitän Stindl, der fünf Jahre lang für Hannover auf Torjagd gegangen war, nahm vom linken Strafraumrand Maß. Sein Schuss landete aber in den Armen von Torwart Ron-Robert Zieler, der das Spielgerät unter sich begraben konnte (3.).

Dafür klingelte es im direkten Gegenzug! Einen hohen Ball versuchte Innenverteidiger Nico Elvedi etwas eigenwillig mit der Hacke zu klären. Die Kugel landete vor den Schuhen von Weydandt, der sofort auf Beier durchsteckte. Dieser ließ sich die Chance nicht nehmen und brachte das Leder mit rechts zur 1:0-Führung im linken Toreck unter (4.).

Kurz darauf hatte Florian Neuhaus den Ausgleich auf dem Fuß. Nach einer perfekten Kopfballablage von Thuram tauchte der deutsche Nationalspieler frei vor Zieler auf, der 96-Keeper konnte aber sehenswert parieren (12.).

Aufstellungen von Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach für das DFB-Pokal-Achtelfinale

Mit diesen Mannschaftsaufstellungen gingen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach in die Pokalbegegnung.
Mit diesen Mannschaftsaufstellungen gingen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach in die Pokalbegegnung.  © Tom Jacob

Sebastian Kerk verwandelt für Hannover 96 einen Handelfmeter

Die 2:0-Führung für die 96er! Sebastian Kerk (r.) behielt die Nerven und verwandelte vom Punkt. BMG-Keeper Yann Sommer (nicht im Bild) war noch leicht dran.
Die 2:0-Führung für die 96er! Sebastian Kerk (r.) behielt die Nerven und verwandelte vom Punkt. BMG-Keeper Yann Sommer (nicht im Bild) war noch leicht dran.  © picture alliance/dpa/Swen Pförtner

Die Elf vom Niederrhein war somit früh ins Hintertreffen geraten, besonderen Druck ließ sie sich aber nicht anmerken. Nach vorn wurden die Angriffe mit Ruhe und Bedacht gewählt - und auch defensiv behielten die Borussen einen kühlen Kopf. So tunnelte zum Beispiel Stefan Lainer seinen Gegenspieler in der eigenen Hälfte.

Ab und an kam dennoch Gefahr auf. Kerk spielte in der 22. Minute den Querpass zu Weydandt, Gladbachs Schlussmann Yann Sommer änderte mit seiner Pranke die Laufrichtung des Balles, Ginter behielt in der Gefahrenzone die Übersicht und konnte klären.

Umso unglücklicher lief es dagegen nach etwas mehr als einer halben Stunde. Friedrich, der am vergangenen Wochenende schon einen Strafstoß verschuldet hatte, war auch diesmal der Pechvogel.

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Beim Schussversuch von Beier klatschte die Kugel an den Ellenbogen des Neuzugangs (35.). Schiedsrichter Florian Badstübner ließ zunächst weiterspielen, doch der Video-Assistent meldete sich zu Wort. Nach Ansicht der Bilder zeigte der Referee auf den Punkt und dem Sünder die Gelbe Karte. Kerk nahm sich der Sache an und brachte die Pille zum 2:0 im rechten Toreck unter - Sommer war noch mit den Fingerspitzen dran (36.).

Bis zum Seitenwechsel gab es kein weiteres Aufbäumen der Fohlen mehr. Gladbach-Coach Hütter reagierte in der Halbzeitpause und brachte mit Denis Zakaria und Breel Embolo frische Kräfte. Dafür blieben Plea und Thuram draußen, die beide nicht überzeugen konnten.

Borussia Mönchengladbachs Marvin Friedrich verursacht erneut einen Strafstoß!

Da halfen auch alle Diskussionen und Einwände nichts! Gladbachs Winterneuzugang Marvin Friedrich (2.v.l.) verursachte im zweiten Einsatz schon den zweiten Strafstoß gegen sein Team.
Da halfen auch alle Diskussionen und Einwände nichts! Gladbachs Winterneuzugang Marvin Friedrich (2.v.l.) verursachte im zweiten Einsatz schon den zweiten Strafstoß gegen sein Team.  © picture alliance/dpa/Swen Pförtner

Hannover 96 auf der Siegerstraße: Maximilian Beier sorgt für Vorentscheidung

Adi Hütter war bedient! Der Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach verpasste mit seinem Team den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale.
Adi Hütter war bedient! Der Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach verpasste mit seinem Team den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale.  © picture alliance/dpa/Swen Pförtner

Statt einer Aufholjagd seitens der Gäste waren es weiter die Hausherren, die den Ton angaben. Bereits früh im zweiten Durchgang drängten die in rot-schwarz spielenden Hannoveraner auf das nächste Tor.

Dieses ließ auch nicht lange auf sich warten. Nach einem blitzschnellen Konter war es erneut Beier, der auf die Reise geschickt wurde. Wie ein alter Hase ließ sich der 19-jährige Angreifer von Sommer nicht aus der Ruhe bringen und schlenzte mit dem rechten Außenrist zum 3:0 ins lange Eck (51.).

Immerhin gab es noch ein Lebenszeichen der Gladbacher. So scheiterte Neuhaus erneut an Zieler, der per Fußabwehr parieren konnte (56.). Auf der Gegenseite war es wiederholt Beier, der für Torgefahr sorgte: Sein gezirkelter Ball klatschte aus spitzem Winkel an den rechten Pfosten (63.).

Direkt nachdem Hannovers Doppeltorschütze ausgewechselt worden war, kam Zakaria für die Gäste noch einmal zu einer Möglichkeit, aber auch der Schweizer Nationalspieler scheiterte aus fünf Meter Entfernung am gegnerischen Schlussmann Zieler (73.).

Bei besserer Chancenverwertung hätten die Gastgeber noch viel höher gewinnen können. Philipp Ochs hätte fast noch ein Eigentor fabriziert, doch Zieler kratzte den Ball reaktionsschnell von der Linie. Letztendlich blieb es beim 3:0-Sieg der Niedersachsen, der ohne jeden Zweifel verdient gewesen ist.

Für den Zweitligisten steht am Wochenende das Liga-Duell gegen Dynamo Dresden an. Anstoß in der HDI-Arena von Hannover ist am Sonntag um 13.30 Uhr. Gladbach ist im Oberhaus schon einen Tag eher gefordert. Im Heimspiel empfangen die Fohlen am Samstag (15.30 Uhr) den 1. FC Union Berlin.

Titelfoto: picture alliance/dpa/Swen Pförtner

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