Ungemütliches "Heimspiel" für Netz! Youngster rechnet mit Pfiffen und Buhrufen

Mönchengladbach - Das wird eine besondere Reise! Linksverteidiger Luca Netz (18), der seit vergangenem Sommer für Borussia Mönchengladbach kickt, steht unmittelbar vor der Rückkehr in seine Heimat. Denn am Samstag (ab 18.30 Uhr) trifft er auf seinen Ex-Klub Hertha BSC.

Im siebten Einsatz für die Hertha erzielte Luca Netz (18, l.) gegen Stuttgart sein erstes Bundesliga-Tor und rettete dem Hauptstadtklub damit einen Punkt.
Im siebten Einsatz für die Hertha erzielte Luca Netz (18, l.) gegen Stuttgart sein erstes Bundesliga-Tor und rettete dem Hauptstadtklub damit einen Punkt.  © picture alliance/dpa/Tom Weller

In Berlin geboren begann Netz beim brandenburgischen Klub FSV Bernau das Fußballspielen. Im Alter von sieben Jahren stand dann der Wechsel zum Hauptstadt-Klub an.

Mit 17 Jahren, sieben Monaten und 18 Tagen folgte zu Beginn des aktuellen Kalenderjahres sein Profi-Debüt. Für wenige Minuten durfte der Youngster beim 3:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 etwas Bundesliga-Luft schnuppern.

Sechs Wochen später folgte bereits der siebte Auftritt, bei dem Netz sich auch erstmals als Torschütze eintragen durfte. In der 82. Minute rettete er seinem Team eine 1:1-Punkteteilung beim VfB Stuttgart.

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Nach elf Erstliga-Einsätzen endete die Spielzeit mit einer schweren Verletzung: Ein Mittelfußbruch sorgte für das vorzeitige Saison-Aus. Zur Überraschung vieler Hertha-Fans wechselte Netz dann im vergangenen Sommer nach Mönchengladbach.

"Wir haben uns für ihn entschieden, weil er ein großes, junges Talent im deutschen Fußball ist", betonte Fohlen-Trainer Adi Hütter (51) vor der anstehenden Partie bei der "alten Dame".

Luca Netz rechnet bei seiner Rückkehr zu Hertha BSC mit einem ungemütlichen Empfang

Mittlerweile kickt Luca Netz (18, r.) in Mönchengladbach und ist mit den Fohlen-Stars wie Lars Stindl (33, M.) und Florian Neuhaus (24) vereint.
Mittlerweile kickt Luca Netz (18, r.) in Mönchengladbach und ist mit den Fohlen-Stars wie Lars Stindl (33, M.) und Florian Neuhaus (24) vereint.  © picture alliance/dpa/Federico Gambarini

Schon sechsmal baute der Österreicher auf seinen jungen Schützling auf der linken Außenbahn. Fünfmal stand Netz sogar in der Anfangsformation.

"Er hat zuletzt eine ordentliche Figur gemacht, auch wenn er noch nicht so weit ist, wie er sich das selbst wünscht. Aber er ist auch erst 18 Jahre alt. In dem Alter sind Leistungsschwankungen ganz normal", erklärte Hütter. "Luca hat diese Woche sehr konzentriert trainiert und wird sicherlich voller Freude nach Berlin reisen."

Zwar habe sich der Borussia-Coach noch nicht auf eine finale Startelf festgelegt, hoch ist jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der ehemalige Berliner auch bei seiner Rückkehr in die alte Heimat von Beginn an auflaufen wird, weil Routinier Ramy Bensebaini (26) nach Verletzungspause erst in dieser Woche wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen ist.

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"Ich freue mich schon auf das Spiel, aber ich glaube, da werden mich einige ausbuhen", blickte Netz laut Rheinische Post auf die kommende Begegnung voraus. Einige Anhänger hatten den Wechsel ihres einstigen Berliner Wunderkindes übel genommen.

Unterstützung wird es dafür von den mitgereisten Gladbach-Fans geben, zudem hat sich der U21-Nationalspieler 25 Tickets für Freunde und Familie gesichert.

In erster Linie zählt aber ohnehin nur der sportliche Erfolg, und da ist Netz zuversichtlich: "Ich denke, dass wir die nächsten Punkte in Berlin holen."

Titelfoto: picture alliance/dpa/Federico Gambarini, Tom Weller (Bildcollage)

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