BFC-Trainer boykottiert Pressekonferenz: "Weiterer Ausdruck grob unsportlichen Verhaltens!"

Leipzig - Mit einem Achtungserfolg gegen Spitzenreiter BFC Dynamo hat die BSG Chemie Leipzig am gestrigen Sonntag das Meisterrennen in der Regionalliga Nordost noch spannender gestaltet. Doch das 1:1 hatte ein Nachspiel: Trainer Christian Benbennek (49) boykottierte nach Abpfiff die Pressekonferenz.

Christian Benbennek (49), Trainer des Regionalliga-Nordost-Tabellenführers BFC Dynamo, hat die Pressekonferenz nach dem 1:1 bei der BSG Chemie Leipzig boykottiert.
Christian Benbennek (49), Trainer des Regionalliga-Nordost-Tabellenführers BFC Dynamo, hat die Pressekonferenz nach dem 1:1 bei der BSG Chemie Leipzig boykottiert.  © picture point/Sven Sonntag

Die obligatorische Presserunde, an der neben dem BSG-Trainer Miroslav Jagatic (45) auch immer der Coach der Gastmannschaft teilnimmt, fand ohne Letzteren statt.

"Leider wollte Christian Benbennek nicht teilnehmen", sagte Stadionsprecher Johannes Salzmann. "Für uns ein weiterer Ausdruck grob unsportlichen Verhaltens - leider nicht der erste."

Den Chemie-Verantwortlichen habe der 49-Jährige den Boykott mit Beschimpfungen und Beleidigungen eines Teils der 4198 Zuschauern im Alfred-Kunze-Sportpark erklärt.

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Nach MDR-Informationen soll ihre Reporterin Eike Papsdorf jedoch derartige Wahrnehmungen nicht gemacht haben. Auch das Schiedsrichtergespann um Patrick Kluge habe auf dem Spielberichtsbogen nichts vermerkt, was Benbenneks Boykott nicht gerade stützte.

Das Match stand u. a. nach rassistischen Beleidigungen aus der Hinrunde und dem Berliner Verzicht auf Gästefans nicht unter dem besten Stern.

Sportlich war es ein Rückschlag für den BFC, der es verpasste, den Vorsprung auf die Verfolger - allen voran dem 1. FC Lokomotive Leipzig - auszubauen. Die Probstheidaer könnten den aktuellen 12-Punkte-Rückstand mit vier Siegen in ihren Nachholern wettmachen und mit den Berlinern gleichziehen.

BSG-Coach Miroslav Jagatic: "Ich wusste, dass Minimum ein Punkt für uns rausspringt"

Konnte stolz auf seine BSG Chemie Leipzig sein: Trainer Miroslav Jagatic (45).
Konnte stolz auf seine BSG Chemie Leipzig sein: Trainer Miroslav Jagatic (45).  © picture point/Sven Sonntag

Chemie Leipzigs Trainer Miroslav Jagatic konnte mit dem einen Punkt gegen den Ligaprimus natürlich bestens leben.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil sie nicht nur eine kämpferische Leistung dargeboten hat, sondern in gewissen Situationen auch eine gute Ballzirkulation gehabt hat, um mal durchschnaufen zu können - das haben sie echt gut gemacht", sagte er auf der Pressekonferenz.

Er habe zudem gewusst, dass im staubig-trockenen AKS ("Der Platz ist echt 'ne Frechheit", Zitat BFC-Stürmer Christian Beck) etwas möglich ist und "Minimum ein Punkt für uns rausspringt".

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Mit 39 Punkten nach 29 Spielen liegen die Grün-Weißen voll im Soll, haben je nach Anzahl der Absteiger mindestens 13 Zähler Vorsprung auf die gefährliche Zone und sollten diesen in den verbleibenden neun Begegnungen wohl nicht mehr verspielen.

Dass seit langer Zeit wieder mehr als 4000 Fans im Leutzscher Stadion dabei waren, freute vor allem Winter-Neuzugang Anes Osmanoski (21): "Es ist immer anders, vor Zuschauern zu spielen, vor allem vor diesen Zuschauern - die pushen einen richtig im Spiel. Das ist einfach ein richtig schönes Gefühl, wenn man mit den Zuschauern zusammen punktet", sagte er dem MDR.

Das gesamte Spiel im Re-Live bei Sport im Osten (MDR)

Kommenden Sonntag (13 Uhr) ist die BSG beim akut abstiegsbedrohten FSV Optik Rathenow zu Gast.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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