Chemie Leipzig "richtig sauer": Team von BFC-Chaoten angegriffen!

Berlin/Leipzig - Hässliche Szenen bei der Regionalliga-Partie der BSG Chemie Leipzig beim Tabellenersten BFC Dynamo! Anhänger des Berliner Klubs haben nach Spielende das Team aus Leipzig angegriffen.

BSG-Coach Miroslav Jagatic (45) und sein Team wurden am Sonntag von Anhängern des BFC Dynamo angegriffen. Die Aufregung darüber war danach groß. Zu Recht! (Archivbild)
BSG-Coach Miroslav Jagatic (45) und sein Team wurden am Sonntag von Anhängern des BFC Dynamo angegriffen. Die Aufregung darüber war danach groß. Zu Recht! (Archivbild)  © Picture Point / Roger Petzsche

Es war eine hart umkämpfte Partie, an deren Ende sich die Grün-Weißen am Sonntagnachmittag in Hohenschönhausen knapp mit 0:2 geschlagen geben mussten.

Doch statt den Sieg ihrer Mannschaft zu feiern, hatten die BFC-Anhänger offenbar nichts Besseres zu tun, als BSG-Trainer Miroslav Jagatic (45) und seine Mannschaft mit diversen Gegenständen, darunter Bierbecher und sogar Fahnenstangen, zu bewerfen. Das berichtete die Leipziger Volkszeitung.

Damit nicht genug! Schon während des Spiels soll Leipzigs Stürmer Benjamin Luis (22) unter anderem mit Affenlauten und dem mehrfachen Zeigen des Hitlergrußes rassistisch beleidigt worden sein.

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Doch anstatt die Berliner Fans im Zaum zu halten, stürmte die Polizei jedoch in den Gäste-Fanblock, wobei massiv Pfefferspray zum Einsatz gekommen sein soll. Dabei sollen viele Leipziger Anhänger und auch ein Aufsichtsrat-Mitglied der BSG verletzt worden sein.

Laut dem Bericht sei die Polizei vollkommen überfordert gewesen. So sehr, dass sie offenbar Chemies Akteur Anton Kanther (20) mit einem Fan verwechselten und festnehmen wollten, als dieser sich von seinen Eltern auf der Tribüne auf den Weg in Richtung Kabine gemacht hatte.

BFC-Dynamo-Anhänger fallen immer wieder negativ auf

Im Jahr 2011 hatten BFC-Fans nach dem Pokalspiel gegen Kaiserslautern den Gästeblock gestürmt und einige Menschen verletzt. (Archivbild)
Im Jahr 2011 hatten BFC-Fans nach dem Pokalspiel gegen Kaiserslautern den Gästeblock gestürmt und einige Menschen verletzt. (Archivbild)  © Maurizio Gambarini/dpa

Die BSG machte ihrem Ärger über die Geschehnisse noch am Sonntag auf Twitter Luft: "Wir sind sauer, richtig sauer!", heißt es in einem Post.

"Wir sind ja sehr tolerant. Aber wenn unsere Mannschaft mit Bier, Fahnenstangen und anderen Kleinteilen beworfen wird, angepöbelt wird, Hitlergrüße und Affenlaute aus dem Block kommen, hört bei uns endgültig der Spaß auf."

Im Interview mit dem MDR fand auch Coach Jagatic deutliche Worte: "Ich hab sowas nicht verdient, ehrlich nicht!"

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Die Anhänger des BFC Dynamo sind in den vergangenen 30 Jahren immer wieder mit Ausschreitungen und zum Teil rechts motivierten Gewalttaten aufgefallen.

So stürmte eine Horde Chaoten den gegnerischen Gästeblock nach dem verlorenen Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2011, um nur ein Beispiel zu nennen. Mehrere Lautern-Fans waren dabei verletzt worden.

Der BFC hat sich derweil offenbar noch nicht öffentlich zu den Geschehnissen am Sonntag geäußert.

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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