Flutlicht-Pleite! Chemie Leipzig zieht in Halberstadt mit einem Mann mehr den Kürzeren

Halberstadt - Bitterer Mittwochabend für Leutzsch! Trotz einer 45-minütigen Überzahl verlor die BSG Chemie Leipzig ihr Auswärtsspiel beim VfB Germania Halberstadt mit 1:2 (0:2) und kassierte am 12. Spieltag die (erst) dritte Niederlage. Ein Sonntagsschuss samt anschließender Wahnsinns-Story sollte den Ausschlag geben. 

Zweikampf zwischen Halberstadts Elias Löder (l.) und Chemie Leipzigs Alexander Bury.
Zweikampf zwischen Halberstadts Elias Löder (l.) und Chemie Leipzigs Alexander Bury.  © imago images/Jan Huebner

Vor 619 Zuschauern im Halberstädter Friedensstadion konnten Patrik Twardzik (29. Minute) und Maksym Kowal (44.) eine 2:0-Halbzeitführung für die Hausherren herausschießen. Chemies Morgan Faßbender gelang in einer kompletten Halbzeit in Überzahl nur noch das 1:2 (52.). 

Die Leutzscher sind unumstritten eines der ganz großen Überraschungsteams der Regionalliga Nordost, standen vor dem Anpfiff mit 21 Punkten aus elf Partien auf einem sensationellen dritten Tabellenplatz. 

Der VfB - mit nur acht Toren offensivschwächster Verein - hingegen dümpelt mit sieben Zählern punktgleich mit Schlusslicht Bischofswerdaer FV im Keller herum. 

Auf dem Papier klarer Favorit war die BSG: Zuletzt drei Ligasiege in Folge, dazwischen das 4:0 im Pokal beim Reichenbacher FV stehen Halberstadts letzten sechs sieglosen Partien und nur einem Punkt aus insgesamt fünf Heimauftritten gegenüber. 

Personell bot Chemies Trainer Miroslav Jagatic die identische Elf wie zuletzt beim souveränen 5:1 gegen Bischofswerda auf, Germania-Coach Danny König wechselte nach dem 1:1 beim VfB Auerbach hingegen zweifach, brachte Kapitän Twardzik nach Sperre sowie Neuzugang Kowal für Paul Grzega und Kimbyze-Kimby Januario (beide Bank). 

Die Startaufstellungen der Begegnung VfB Germania Halberstadt gegen die BSG Chemie Leipzig

So gingen die Mannschaften ins Spiel.
So gingen die Mannschaften ins Spiel.  © Facebook/BSG Chemie Leipzig

Wahnsinns-Story um Halberstadts Neuzugang Kowal

Andy Wendschuch (vorn) greift sich nach dem 0:1-Rückstand an den Kopf.
Andy Wendschuch (vorn) greift sich nach dem 0:1-Rückstand an den Kopf.  © imago images/Jan Huebner

Die Begegnung ging beidseitig munter los, jeweils zwei ordentliche Chancen boten die ersten zehn Minuten am Rande des Harzes. Die Grün-Weißen wurden danach zwingender, doch auch Florian Kirstein (11./19.) und Lucas Surek per Freistoß (14.) scheiterten. 

Halberstadt sah man absolut nicht an, dass sie bislang so arge Offensivprobleme hatten und genau diese sollten sie noch eindrucksvoll überwinden. Zunächst wurde David Vogt zentral bedient, aus 20 Metern zog der Mittelfeldmann ab, doch sein strammer Schuss schrammte an Benjamin Bellots Kasten vorbei (20). 

Dann aber schlug die Stunde des VfB-Rückkehrers: Twardzik wurde wunderbar von Florian Wenzel bedient, der sich vorher gegen Bischofswerda-Hattricker Morgan Faßbender und Benjamin Boltze durchsetzte und auf den Kapitän legte. Der schob ein - 0:1 aus Sicht der Leutzscher (29.)!

Hochkaräter ließen danach auf sich warten - bis kurz vor der Halbzeit: Halberstadts Kowal, vergangene Woche aus Kanada gekommen und erst am gestrigen Dienstag offiziell verpflichtet, erzielte mit einem absoluten Traumtor ins linke obere Toreck den 2:0-Halbzeitstand für seinen neuen Klub (44.).

Doch weil sich der Weltenbummler (spielte schon in England, Neuseeland und Polen) beim Torjubel das Trikot auszog, obwohl er schon verwarnt war, flog Kowal vom Platz - verrückter Einstand!  

Chemie gelingt in langer Überzahl nur noch ein Tor

Miroslav Jagatic und seine Leutzscher kassierten beim 1:2 in Halberstadt die dritte Saisonniederlage. (Archivbild)
Miroslav Jagatic und seine Leutzscher kassierten beim 1:2 in Halberstadt die dritte Saisonniederlage. (Archivbild)  © picture point/Sven Sonntag

Zur zweiten Hälfte brachte Jagatic Tarik Reinhard für Benjamin Schmidt, erhoffte sich frische Impulse aus dem Mittelfeld. 

Zunächst traf Stephané Mvibudulu zwar ins Tor, stand davor aber im Abseits (47.). Und kurz darauf durften die Gäste dann endlich jubeln: Surek mit einer Flanke von links in den Strafraum, dort wartet Faßbender und drückt die Kugel über die Linie - nur noch 1:2 (52.). 

Chemie rannte in der Folge gegen ein Abwehrbollwerk an, bis auf den eingewechselten Angreifer Januario standen alle VfB-Kicker in der eigenen Hälfte.

Am Ende sollten auch Leipzigs Einwechslungen von Benjamin Luis, Tomas Petracek (jeweils 68.) und Max Keßler (76.) nicht mehr den gewünschten Effekt bringen. Es blieb beim 1:2 aus Sicht der Leutzscher, die aufgrund der Patzer der Konkurrenz aber Dritter bleiben. Germania kletterte auf die 16.

Die BSG ist zum Start in den November am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Absteiger Chemnitzer FC gefordert, Halberstadt empfängt zeitgleich daheim den SV Babelsberg 03. 

Titelfoto: imago images/Jan Huebner

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