Spieler von Chemie Leipzig berichtet über Rassismus-Vorfall

Leipzig - Seit fast zwei Wochen wird auf der ganzen Welt über Rassismus und Polizeigewalt diskutiert. Und auch in Sachsen gibt es viele Menschen, die unter ständiger Diskriminierung leiden müssen.

Hammed berichtet über seine Erfahrungen mit Rassismus.
Hammed berichtet über seine Erfahrungen mit Rassismus.  © Screenshot/MDR-Mediathek

Ausschlaggebend für den Aufschrei und die Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd. Der 46-jährige Familienvater starb, nachdem ein weißer Polizist minutenlang auf seinem Nacken gekniet war (TAG24 berichtete).

Infolgedessen meldeten sich auch in Deutschland zahlreiche dunkelhäutige Menschen zu Wort, die sich in ihrem alltäglichen Leben gegen Rassismus wehren müssen.

Das MDR-Magazin "Exakt" widmete dem wichtigen Thema einen eigenen Beitrag, in dem Personen aus Mitteldeutschland zu Wort kommen, die wegen ihrer Herkunft oder ihres Aussehens diskriminiert werden. 

Dabei geht es ihnen nicht nur um die rassistischen Anfeindungen, die ihnen im Netz oder auf der Straße an den Kopf geworfen werden, sondern auch darum, wie die Polizei an solchen Diskriminierungen beteiligt ist.

Einer der Protagonisten des Beitrags ist Hammed Ayanbadejo, der für die U23-Mannschaft des Regionalligisten Chemie Leipzig spielt.

Im Video berichtet der 19-Jährige von einem Vorfall, der ihm im Gedächtnis geblieben ist. Im Jahr 2017, als der Nigerianer frisch in Deutschland angekommen war, wurde er auf der Straße von drei Fremden angepöbelt. "Was machst du hier, du scheiß Ausländer? Geh zurück in dein Land!", wurde dem angehenden Koch von ihnen an den Kopf geworfen.

Hammed lief daraufhin vor den rassistischen Passanten weg, um einer handfesten Auseinandersetzung zu entgehen. Bis heute ist er enttäuscht, wenn er an die Situation zurückdenkt und versteht nicht, was er diesen Personen jemals angetan haben soll.

Auch der Verein Chemie Leipzig zeigte sich von Hammeds Erfahrung betroffen und kommentierte: "Es ist und bleibt wichtig und richtig, dass wir als Chemiker uns stets gegen Rassismus und Diskriminierung aussprechen. Das ist selbstverständlich. Das ist eine Ehrensache!"

Titelfoto: Screenshot/MDR-Mediathek

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