Nach 1:1 beim Chemnitzer FC: Energie-Coach Wollitz wütet gegen den Schiedsrichter!

Chemnitz - In der fünften Minute der Nachspielzeit rettete Kapitän Lukas Aigner dem Chemnitzer FC gegen Energie Cottbus das 1:1. Das rief anschließend beide Trainer auf den Plan.

Da wütet er: "Pele" Wollitz (56) ist sichtlich unzufrieden mit sich und der Welt. Er fühlte sich - mal wieder - benachteiligt.
Da wütet er: "Pele" Wollitz (56) ist sichtlich unzufrieden mit sich und der Welt. Er fühlte sich - mal wieder - benachteiligt.  © Picture Point/Gabor Krieg

Zunächst betrat der gleichermaßen streitbare, wie streitlustige Claus-Dieter "Pele" Wollitz (56) die Bühne. Der 56-jährige Kultcoach, der beide Clubs vor der Partie bei "Ostsport.tv" wegen ihres Renommees mindestens in der 3. Liga sah, hatte nach Aigners 1:1 Redebedarf. Erst mit Schiedsrichter Oliver Lossius (31) und danach auf der Pressekonferenz. "Mit dem letzten Freistoß. Das ist enttäuschend, traurig, bitter. Auch nicht das Ergebnis, was wir verdient hätten", so Wollitz.

Dabei hätten die Himmelblauen schon zur Pause durchaus führen können, wie der Energie-Coach zugab: "Caciel (20), kann den machen. Gott sei dank köpft er ihn nicht rein."

Cottbus dominierte die zweite Halbzeit, und führte durch Malcolm Badu bis tief in die Nachspielzeit. Soweit, so gut - für Wollitz: "Du hast die Hoffnung, das könnte reichen." Tat es nicht, weil Max Kremer (32) an der Eckfahne im CFC-Strafraum gestellt wurde und im Eins-gegen-zwei Foul gegen ihn gepfiffen wurde.

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Tim Campulka (22) und Keeper Jakub Jakubov (32) bauten von hinten auf, der Ball landete bei Max Roscher (18), der rechts gefoult wurde. Den fälligen Freistoß köpfte Aigner (25) ein.

Lukas Aigner (3.v.l.) steigt hoch und köpft den Ball wuchtig in die Maschen.
Lukas Aigner (3.v.l.) steigt hoch und köpft den Ball wuchtig in die Maschen.  © Picture Point/Gabor Krieg
Da schlägt es in letzter Sekunde ein. Lukas Aigner hatte geköpft, Energie-Keeper Toni Stahl streckt sich vergebens.
Da schlägt es in letzter Sekunde ein. Lukas Aigner hatte geköpft, Energie-Keeper Toni Stahl streckt sich vergebens.  © Picture Point/Gabor Krieg

Je länger die Partie dauerte, desto spielbestimmender wurde Energie

Daniel Berlinski (35) musste sich in Geduld üben.
Daniel Berlinski (35) musste sich in Geduld üben.  © Picture Point/Roger Petzsche

Wollitz vorwurfsvoll: "Mich ärgert die Situation zum 1:1, an der Eckfahne. Eigentlich war das ein Foul der Chemnitzer, er (der Schiedsrichter d. Red.) dreht das aber um. Das ärgert mich kolossal. Zwei gegen einen an der Eckfahne. In der Regel wird das anders entschieden. Er wollte dann, ich weiß nicht wem, etwas Gutes tun oder auch nicht."

Sein Gegenüber musste sich in Geduld üben, bis er erstmals seine Sicht der Dinge schildern konnte. Er tat es sachlich-nüchtern, wertete die Chance von Benjika Caciel in der ersten Halbzeit als Hundertprozentige: "Den Kopfball muss er machen."

Je länger die Partie dauerte, desto spielbestimmender wurde Energie und desto mehr lief der Club hinterher, um die Räume eng zu halten. "Am Ende ist das Glück auf unserer Seite, weil die Jungs Mentalität zeigen", so Berlinski.

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Der 35-Jährige konnte sich ein Stück weit in Wollitz' Gefühlswelt hineinversetzen. Vor einem Monat waren er und die Seinen beim 1:1 gegen den BFC Dynamo noch die Gelackmeierten. Berlinski: "Vieles gleicht sich aus. Beim BFC bekommen wir den späten Ausgleichstreffer. Heute sind wir die glücklichen. Mehr war auch nicht drin."

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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