Bickel sorgt beim 12. Pokalsieg des CFC für Ekstase: "Ein Tag wie gemalt!"

Chemnitz - Erst Ekstase, dann Wehmut: Christian Bickel (31) sorgte beim zwölften Landespokalsieg des Chemnitzer FC für ganz großes Gefühlskino!

Gruppenbild mit Fans: Die Himmelblauen feierten gemeinsam den Gewinn des Sachsenpokals.
Gruppenbild mit Fans: Die Himmelblauen feierten gemeinsam den Gewinn des Sachsenpokals.  © Picture Point / Gabor Krieg

In der 64. Minute betrat der Mittelfeldspieler im Finale gegen die BSG Chemie Leipzig unter dem Beifall der Fans den Rasen. 21 Minuten später sorgte Bickel mit seinem Rechtsschuss von der Strafraumgrenze für den 2:1-Sieg, und das in seinem letzten Auftritt als Fußballprofi.

"Diesen Abschluss habe ich mir immer erträumt", sagte Bickel, der mit den Himmelblauen das schaffte, was seinem Ex-Verein und Ex-Trainer am Abend im großen Finale verwehrt blieb: der Pokalgewinn.

Als 18-Jähriger verließ Bickel seine thüringische Heimat und ging in den Breisgau, wo er beim SC Freiburg unter Christian Streich (56) trainierte. Der Fußball-Lehrer genießt inzwischen Kult-Status und verpasste mit dem Bundesligisten im Berliner Olympiastadion den ganz großen Coup.

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In die Bundesliga hat es Bickel nie geschafft. Für Cottbus, Rostock, Paderborn und Zwickau bestritt er 41 Zweitliga- und fast 100 Drittliga-Spiele.

Nach dem Abstieg des CFC wechselte er vor zwei Jahren vom FSV zu den Himmelblauen. Zur Rückkehr in die 3. Liga hat es nicht gereicht, zum zweimaligen Pokalgewinn schon: im August 2020 in Eilenburg und am Sonnabend in Chemnitz.

Christian Bickel verabschiedete sich von den Fans. Mit 31 Jahren beendet er seine Profi-Karriere.
Christian Bickel verabschiedete sich von den Fans. Mit 31 Jahren beendet er seine Profi-Karriere.  © Picture Point / Gabor Krieg

Etwas Wehmut kam am Ende doch bei Christian Bickel auf

Toller Abschluss: Christian Bickel hielt den Pokal fest in den Händen.
Toller Abschluss: Christian Bickel hielt den Pokal fest in den Händen.  © Picture Point / Gabor Krieg

"Nach diesem Tor kann ich mit einem guten Gewissen meine Zeit hier beenden", lachte Bickel, der den Schuss ins Glück so schilderte: "Ich habe kurz geschaut, wo die Lücke ist. Tobi Müller fälscht den Ball noch leicht ab. Alles andere war Ekstase pur. Ein Tag wie gemalt."

Bei aller Freude - etwas Wehmut kam am Ende doch auf: "Über 10000 Fans im Stadion - Wahnsinn, was hier alles möglich ist. Jetzt kommt sicher ein Riesenspiel im DFB-Pokal. Dann werde ich auf der Tribüne sitzen, wenn der Verein mir eine Karte zukommen lässt."

Die sollte drin sein als letztes Dankeschön an einen Profi, der in den vergangenen Monaten arg vom Verletzungs- und Corona-Pech verfolgt war.

"Ich hätte gern mit ihm weitergearbeitet. Er ist ein sehr guter Fußballer, ein Unterschiedsspieler. Christian hat eine klare Entscheidung getroffen. Das ist konsequent und spricht für ihn", betonte Trainer Christian Tiffert (40).

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

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