CFC-Niederlage im Pokal: "Wir waren einfach zu schlecht!"

Leipzig - "Chemnitz steht am Ende ganz oben", hatte Lok-Trainer Almedin Civa (49) im September nach dem Regionalliga-1:1 gesagt. Seine Prophezeiung trat nicht ein. Der CFC lief bis zum Saison-Abbruch der Musik hinterher.

Tim Campulka (22) langt gegen Loks Tom Nattermann (28) hin.
Tim Campulka (22) langt gegen Loks Tom Nattermann (28) hin.  © picture point/Sven Sonntag

Auch im Finale blieb der Rekordpokalsieger gegen die Leipziger vieles schuldig. Bedingungslos um den Sieg und Einzug in den lukrativen DFB-Pokal kämpfte am Sonnabend nur eine Elf - die aus der Messestadt.

20 Minuten in der regulären Spielzeit und die komplette Verlängerung stand bei den Gästen ein Mann mehr auf dem Rasen. Kapital schlugen sie daraus nicht daraus. Lok dominierte selbst in Unterzahl, erspielte sich die klar besseren Chancen und ging verdient als Sieger vom Platz.

"Wir waren heute einfach zu schlecht", brachte es Innenverteidiger Tim Campulka (22) auf den Punkt. Symptomatisch für den harmlosen Auftritt die letzte Aktion des Spiels: Okan Kurt (26) legte für Nils Köhler (27) auf. Der Linksfuß platzierte den Ball zehn Meter vor dem Tor weit neben dem Kasten.

Zur müden Offensive gesellte sich eine Abwehr, die diesen Namen nicht verdiente. Mehrmals musste Torwart Jakub Jakubov (32) in höchster Not retten. Beim Gewaltschuss von Djamal Ziane (111.) war er ohne Abwehrchance.

Lok-Trainer Civa staunt über himmelblaue Harmlosigkeit

Bedröppelt schlichen die Himmelblauen davon, nachdem sie die "Verlierer-Plaketten" bekommen hatten.
Bedröppelt schlichen die Himmelblauen davon, nachdem sie die "Verlierer-Plaketten" bekommen hatten.  © picture point/Sven Sonntag

"Das war nicht das Spiel, das wir in den letzten Wochen und Monaten aufziehen konnten", räumte CFC-Coach Daniel Berlinski (35) ein: "Wir waren zu ungenau, nicht mutig genug, zu fehlerhaft im Umschaltspiel."

Beim Siegtor standen mehrere Himmelblaue Spalier, was Berlinski verärgerte: "Das war ein Freistoß, wo der Ball lang geschlagen wird. Ziane nimmt den Ball mit der Brust an, zieht nach innen, schließt ab. Das macht er gut, keine Frage. Er trifft den Ball perfekt. Aber wir sind in Überzahl. Das darf nicht passieren!"

Lok-Trainer Almedin Civa staunte nach dem 1:0-Sieg über die himmelblaue Harmlosigkeit. "Wir waren ab der 72. Minute ein Mann weniger, haben unser Grundsystem aber weiter gespielt", so Civa: "Zum Glück hat es Chemnitz danach mit langen Bällen versucht, was wenig Sinn machte. Sie hätten durchs Zentrum spielen müssen. So konnten wir unser Spiel durchdrücken. Die Fülle an Chancen war Wahnsinn."

Echte Hochkaräter suchte man beim CFC vergeblich. Der zwölfte Sieg im Landespokal - er war nie wirklich greifbar nah.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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