CFC-Präsidentin ist besorgt wegen Geisterspielen: "Eine dramatische Situation!"

Chemnitz - Freude und Erleichterung waren Romy Polster, der Vorstandsvorsitzenden des CFC e.V., am Montag deutlich anzumerken. Nach 930 Tagen der Ungewissheit naht die Rettung des Traditionsvereins.

Vorstands-Chefin Romy Polster ist zuversichtlich, dass die Himmelblauen alle Widrigkeiten meistern.
Vorstands-Chefin Romy Polster ist zuversichtlich, dass die Himmelblauen alle Widrigkeiten meistern.  © Picture Point/Gabor Krieg

Am 10. April 2018 hatte der Chemnitzer FC den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Der Vereinschef hieß damals Uwe Bauch, der Sportdirektor Steffen Ziffert.

Zwei Drittliga-Abstiege haben die Himmelblauen seitdem hinter sich. Mit dem Einreichen des Insolvenzplans beim Amtsgericht Chemnitz am Montag und dem zeitnahen Ende des Verfahrens sollen endlich wieder bessere Zeiten anbrechen - sportlich und finanziell.

Beides ist leichter gesagt als getan. Der direkte Wiederaufstieg - von der Führungsetage öffentlich nie als Ziel formuliert - wurde in den ersten Regionalliga-Wochen schon verspielt. Wirtschaftlich steht eine weitere schwierige Saison ins Haus.

Von welchen Einnahmen der Regionalligist aktuell zehre, wurde Polster am Montag gefragt. "Sponsoring- und Werbeeinnahmen", lautete ihre Antwort. 

In einem zweiten Satz wurde sie deutlicher, sprach von einer "dramatischen Situation. In der Regionalliga gibt es keine TV-Gelder mehr. Mit den Geisterspielen fallen auch noch die Zuschauereinnahmen weg."

Am Mittwoch spielt der CFC gegen den Bischofswerdaer FV

Leere Ränge - wie hier am Sonntag im Spiel gegen den FSV Luckenwalde - und damit fehlende Eintrittsgelder bringen den Chemnitzer FC zusätzlich in die Bredouille.
Leere Ränge - wie hier am Sonntag im Spiel gegen den FSV Luckenwalde - und damit fehlende Eintrittsgelder bringen den Chemnitzer FC zusätzlich in die Bredouille.  © Picture Point/Roger Petzsche

Die Einnahmen durch Zuschauer waren in dieser Saison ohnehin stark rückläufig. Gegen Luckenwalde durften erstmals überhaupt keine Fans mehr ins Stadion - Corona lässt grüßen!

Polster versicherte, dass die Gesellschafter der CFC Fußball GmbH zu ihrem Wort stehen werden: "Die laufende Saison ist gesichert."

Nun müsse es gelingen, neue Einnahmequellen, sprich Sponsoren, zu finden. "Viele wollten nach Ende des Insolvenzverfahrens zurückkommen. Wir hoffen, dass diejenigen zu ihrem Wort stehen", betonte Polster.

Sportlich geht es für den CFC am Mittwoch beim Schlusslicht Bischofswerdaer FV weiter. Gespielt wird in Bautzen. Mittelfeldmann Tobias Müller kehrt nach seiner Sperre zurück.

Mit Tim Campulka - er sah am Sonntag die Rote Karte - fehlt ein wichtiger Mann. Der Innenverteidiger legte beim 3:0 gegen Luckenwalde das erste Tor für Kevin Freiberger auf. Das 2:0 besorgte Campulka vom Elfmeterpunkt selbst. Zehn Minuten später flog er vom Platz.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

Mehr zum Thema Chemnitzer FC:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0