CFC-Talenteschmiede! Arnold: "Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt"

Chemnitz - Vor knapp einem halben Jahr eröffnete der Chemnitzer FC den "CFC Campus". Streng genommen war es (nur) die Umbenennung des bestehenden Nachwuchsleistungszentrums im Sportforum. Zugleich aber ein klares Statement, wie bedeutend die Talenteschmiede für den Regionalligisten ist.

CFC-Sportchef Marc Arnold (50) will auch weiterhin auf den Nachwuchs setzen.
CFC-Sportchef Marc Arnold (50) will auch weiterhin auf den Nachwuchs setzen.  © Harry Haertel

"Es wird sehr strukturiert gearbeitet. Die U19 und U17 spielen in der Bundesliga. Für den bundesweiten Vergleich kann man außerdem die einheitliche Zertifizierung herbeiziehen. Diese belegt, dass wir uns mit einigen Zweitligisten messen können", urteilt Sportchef Marc Arnold (50).

Nachwuchsarbeit ist keine Sprintdisziplin, eher Mittelstrecke, vielleicht sogar Marathon. Ehe sich der Erfolg auszahlt, geht viel Zeit ins Land. Da braucht es einen langen Atem und viel und vor allem auch ehrenamtliches Engagement.

Dass sich diese Investition in die Zukunft auszahlt, zeigt die aktuelle Saison. Niclas Walther (18), Aschti Osso (19), Simon (19) und Max Roscher (18) sowie Stanley Keller (19) zog der Club im Sommer hoch. Walther schlug dabei in der Abwehr sofort ein.

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Sie sind aber beileibe nicht die Einzigen. Tim Campulka (22), David Wunsch (18), Roman Eppendorfer (18) und Jermain Nischalke (18) gesellen sich dazu. Das unterstreicht die Durchlässigkeit zum Profikader, die nicht überall gegeben ist.

Stanley Keller (19) ist eines der himmelblauen Talente, das den Sprung in die Erste geschafft hat.
Stanley Keller (19) ist eines der himmelblauen Talente, das den Sprung in die Erste geschafft hat.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

CFC-Sportchef Arnold: "Die bei uns ausgebildeten Spieler sollen primär die erste Mannschaft verstärken.

"Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt", zeigt sich Arnold begeistert, bleibt aber Realist: "Da die erste Mannschaft in der Regionalliga spielt, ist der Sprung nicht ganz so groß wie in anderen Vereinen. Es ist aber auch das Ziel, den Jungs den Sprung nach oben zu ermöglichen. Durch die vielen Verletzten war die Tür weiter offen als üblich. Diese Chance haben sie durch überwiegend gute Leistungen genutzt."

Rufen die Youngsters dies konstant ab, treten wohl oder übel höherklassige Klubs auf den Plan. Was das bedeutet, erlebte der CFC bei Tom Baumgart (23), der 2018 zu Zweitligist Aue wechselte oder Erik Tallig (21), der sich im Sommer 2020 nach dem Abstieg 1860 München anschloss.

Arnold: "Wir versuchen inhaltlich so individuell mit den Talenten zu arbeiten, damit sie erkennen, der Weg beim CFC ist der richtige für sie. Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, wie schnell man diesen Weg gehen kann."

Aschti Osso (19) unterschrieb 2021 beim CFC seinen ersten Profivertrag.
Aschti Osso (19) unterschrieb 2021 beim CFC seinen ersten Profivertrag.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Nur ausbilden und verhökern sei kein Ansatz. "Die bei uns ausgebildeten Spieler sollen primär die erste Mannschaft verstärken. Über diesen Weg Transfererlöse zu erzielen, ist dennoch immer ein Ziel - wenngleich das in der Regionalliga deutlich schwerer ist als in höheren Ligen", weiß Arnold, dass der Weg - in die 3. Liga - das Ziel ist.

Titelfoto: Harry Haertel

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