CFC-Präsidentin Romy Polster über Corona, Geisterspiele, Kurzarbeitergeld  

Chemnitz - Noch keine zwei Monate im Amt, ist die CFC-Vorstandsvorsitzende Romy Polster als Krisenmanagerin gefordert. Wie sie diese schwierige Aufgabe bewältigen will, verriet die Unternehmerin im Gespräch mit TAG24.

CFC-Präsidentin Romy Polster kämpft derzeit an mehreren Fronten.
CFC-Präsidentin Romy Polster kämpft derzeit an mehreren Fronten.  © Picture Point/Gabor Krieg

TAG24: Wie dramatisch ist die Lage?

Polster: "Keiner weiß, wie lange die Liga tatsächlich pausieren muss. Das macht die Aufgabe so schwierig. Gestern haben wir in der Liga entschieden, bis 30. April den Spielbetrieb auszusetzen. Der Chemnitzer FC ist ein Wirtschaftsunternehmen. Es gilt, kluge und überlegte Entscheidungen zu treffen, Ruhe zu bewahren und den Verstand einzusetzen. Wir müssen die kommenden Wochen geordnet überleben."

TAG24: Vertreter aller 20 Drittligisten saßen am Montag über viele Stunden zusammen. War der Abbruch der Saison eine Option?

Polster: "Es wurde diskutiert, im Ergebnis waren wir uns alle darüber einig, dass die Saison sportlich zu Ende gebracht werden soll. Es geht auch um den Erhalt der 3. Liga. Dass die auf der Strecke bleibt, will keiner riskieren. Wie in der ersten und zweiten Liga sind Geisterspiele die bessere Option - immer vorausgesetzt, dass die Behörden die Genehmigungen erteilen."

TAG24: Viele Drittligisten bangen um ihre Existenz, weil fest eingeplante Gelder ausbleiben. Hat der DFB Hilfe zugesagt?

Polster: "Jeder Verein ist anders aufgestellt und muss entsprechend entscheiden. Der DFB wird unterstützen, die Möglichkeit des Kurzarbeitergeldes zu nutzen und auszuschöpfen, sofern das möglich ist. Das werden wir am Mittwoch mit der Mannschaft besprechen."

TAG24: Sind weitere Beratungen der Drittligisten mit dem DFB geplant?

Polster: "Wir sind immer in Kontakt, werden 14-tägig ein Update der aktuellen Lage vornehmen. Vielleicht können wir in drei Wochen wieder zur Tagesordnung übergehen, vielleicht erst in einigen Wochen."

Kann die Saison notfalls bis in den Juli hinein verlängert werden?

TAG24: Aktuell steht der Mai. Der CFC müsste inklusive Landespokal 13 Spiele bis Ende Juni bestreiten. Ist das realistisch?

Polster: "Es ist eine Option, die zumindest nicht völlig unrealistisch ist. Wir alle hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus greifen und die Verbreitungskette unterbrochen werden kann. Die Vielzahl der Spiele ist besser als gar nicht zu spielen, ohne dabei die Gesundheit und Belastbarkeit der Spieler außer Acht zu lassen."

TAG24: Kann die Saison notfalls bis in den Juli hinein verlängert werden, wenn Spielerverträge am 30. Juni enden?

Polster: "Dieses Thema wurde andiskutiert, ist aber erst einmal ausgesetzt."

TAG24: Als Unternehmerin einer Catering-Firma kämpfen Sie aktuell an zwei Fronten. Wie schaffen Sie das?

Polster: "Wir haben das Unternehmen komplett heruntergefahren, weil nicht viele, sondern fast alle Aufträge storniert worden sind. Auch hier prüfen wir die Möglichkeit des Kurzarbeitergeldes und leben von Rücklagen. Je länger die Krise dauert, um so existenzbedrohender wird sie. Ich bin guter Dinge, dass wir auch das meistern werden." 

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