Aufstand der Drittligisten! Acht Vereine für sofortigen Abbruch der 3. Liga

Chemnitz - Aufstand der Drittligisten! Der Chemnitzer FC und sieben weitere Vereine sind für den sofortigen Abbruch der laufenden Saison in der 3. Liga! 

Geisterspiele ohne Zuschauer? Der Chemnitzer FC und weitere Drittligisten sind dagegen!
Geisterspiele ohne Zuschauer? Der Chemnitzer FC und weitere Drittligisten sind dagegen!  © haertelpress/Harry Haertel

Die Himmelblauen positionieren sich erstmals klar und deutlich in der Öffentlichkeit und schließen sich anderen Drittliga-Vereinen aus dem Osten an. 

Der FSV Zwickau, Hallesche FC, 1. FC Magdeburg und Carl Zeiss Jena hatten in den vergangenen Wochen bereits mehrmals öffentlich erklärt, dass eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen ins wirtschaftliche Desaster führt. 

Mit Waldhof Mannheim, Preußen Münster und Sonnenhof Großaspach plädieren zudem drei Drittligisten aus dem Westen für einen sofortigen Saison-Abbruch. 

Der DFB will die Saison ohne Zuschauer fortsetzen. 

Wann der Spielbetrieb aufgenommen werden soll, hat der mächtige Verband bis heute nicht entschieden.

"Der CFC kommt angesichts der Corona-Virus-Pandemie zu dem Ergebnis, dass die aktuelle Saison nicht fortgesetzt werden kann", heißt es in der mehrseitigen Pressemitteilung der Chemnitzer, die am Freitag von allen acht Vereinen nahezu zeitgleich verschickt wurde. 

"Dies ist aus unserer Sicht der sportlich bittere, aber auch der einzig mögliche Weg, bei dem die gesellschaftlichen Realitäten, der Schutz der Gesundheit und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen sind", so der Verein.

Die Chemnitzer schlagen vor, dass der aktuelle Tabellenstand im Hinblick auf den Aufstieg gewertet wird und der Abstieg ausgesetzt wird. Zudem sprechen sie sich für einen möglichst späten Start der neuen Spielzeit aus. 

"Geisterspiele" werden von den Vereinen abgelehnt

Die vom DFB in Erwägung gezogenen Geisterspiele lehnen viele Drittligisten ab!
Die vom DFB in Erwägung gezogenen Geisterspiele lehnen viele Drittligisten ab!  © imago images/brennweiteffm

"Die aktuellen Entscheidungen der Bundesregierung sowie die bisher vorhandene Faktenlage und die fehlenden Antworten, vor allem zu medizinischen Fragen, lassen uns als in Verantwortung stehende Vorstände und Geschäftsführer, die persönlich für ihre Entscheidungen haften und die Verantwortung für die Gesundheit und das Leben ihrer Mitarbeiter und deren Familien tragen, in letzter Konsequenz zu dem Ergebnis kommen, dass die aktuelle Saison nicht fortgesetzt werden kann", heißt es in der Presserklärung der Drittligisten.

Die vom DFB in Erwägung gezogenen Geisterspiele lehnen die eingangs erwähnten Vereine durchweg ab. "Sollten wir gezwungen sein, die noch ausstehenden Spiele als Geisterspiele austragen zu müssen, hätten wir bei vollen Kosten keinerlei Einnahmen aus dem Spielbetrieb. 

Zumal die Mittel aus den TV-Übertragungsrechten in der 3. Liga nur einen Bruchteil der 1. und 2. Bundesliga ausmachen und ohnehin nur noch eine geringe Rate der aktuellen Saison aussteht. Ein Ausgleich bzw. eine Unterstützung der 3. Liga durch DFB oder DFL ist nicht in Sicht", heißt es in der Presseerklärung.

"Wir gehen nicht davon aus, dass bei einer Einstellung des Spielbetriebes höhere Regressforderungen von Sponsoren auf uns zu kommen als bei einer Fortsetzung mit Geisterspielen. Dies zeigen uns auch die zahlreichen positiven Rückmeldungen und Verzichtsangebote von unseren Sponsoren und Fans in den letzten Tagen und Wochen. Einige Sponsoren äußern zudem die Befürchtung, dass eine Sonderrolle des Fußballs in der Gesellschaft zukünftig und sodann für die Folgesaison nicht zu deren Firmenpolitik und Image passt", heißt es weiter.

Die Beendigung der Saison mit Geisterspielen würde viele Vereine in finanzielle Schieflage und einige direkt in die Insolvenz führen. Die Anpassung der Insolvenzregelungen durch den DFB ermöglicht dies ohne Konsequenzen. Zahlreiche Insolvenzen von Vereinen in einer kurzen Zeit werden aber zu einem langfristigen wirtschaftlichen Imageschaden der 3. Liga und des deutschen Fußballs führen.

Der CFC schlägt außerdem vor, den Start der neuen Drittliga-Saison "so weit wie möglich nach hinten zu verschieben, um die Phase der eventuell notwendigen Geisterspiele so kurz wie möglich zu halten und gleichzeitig das Infektionsrisiko für die Spieler, Trainer und Betreuer zu senken."

Titelfoto: haertelpress/Harry Haertel

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