Ex-Chemnitzer Florian Krebs schließt sich ausländischem Erstligisten an!

Chemnitz - Er hat Deutschland erstmals verlassen und ist ablösefrei ins Ausland gewechselt! Florian Krebs (22) hat sich dem FC Honka Espoo angeschlossen.

Florian Krebs (22) lief in der Rückrunde der Saison 2019/20 für den Chemnitzer FC auf, kam allerdings nur auf sechs Kurzeinsätze und konnte den Abstieg aus der 3. Liga nicht verhindern.
Florian Krebs (22) lief in der Rückrunde der Saison 2019/20 für den Chemnitzer FC auf, kam allerdings nur auf sechs Kurzeinsätze und konnte den Abstieg aus der 3. Liga nicht verhindern.  © Picture Point/Gabor Krieg

Der zentrale Mittelfeldmann, der früher für den Chemnitzer FC spielte, unterschrieb beim finnischen Erstligisten einen Vertrag bis zum 31. Dezember 2022.

Zuletzt kam er bei Borussia Dortmund II nicht mehr zum Zug, weil die Konkurrenz zu groß war. Mit Tobias Raschl (21), Antonios Papadopoulos (22) und Abdoulaye Kamara (17) sammeln gleich drei Akteure aus dem erweiterten Profikader regelmäßig Spielpraxis in der 3. Liga und sollen sich hier entscheidend weiterentwickeln.

Dahinter scharren die zwei starken U19-Akteure Dennis Lütke-Frie (18) und Göktan Gürpüz (18) mit den Hufen. Zudem kann auch Kapitän Franz Pfanne (27), ein Eigengewächs von Dynamo Dresden, hier agieren.

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Offensiv führt momentan kein Weg an den überragenden Immanuel Pherai (20) und Berkan Taz (23) vorbei, die voraussichtlich nicht mehr lange in der 3. Liga bleiben werden.

Deshalb und weil er mit Rückenproblemen lange ausfiel, kam Krebs trotz all seiner Anlagen in dieser Saison nur auf zwei Kurzeinsätze und absolvierte in eineinhalb Jahren insgesamt lediglich 24 Partien (ein Tor, drei Vorlagen). Verständlich, dass er nun anderswo sein Glück versucht. Schließlich ist auch sein Potenzial groß.

Florian Krebs ist zum FC Honka Espoo nach Finnland in die Veikkausliiga gewechselt

Florian Krebs führte Hertha BSC zur deutschen A-Junioren-Meisterschaft und traf auch gegen PSG

Florian Krebs (22, r.) zählte im Jugendbereich bei Hertha BSC zu den besten Spielern seines Jahrgangs.
Florian Krebs (22, r.) zählte im Jugendbereich bei Hertha BSC zu den besten Spielern seines Jahrgangs.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Doch auch beim CFC hatte er es in der Rückrunde der extrem bitteren Drittliga-Abstiegssaison schwer und durfte als junger Spieler nur sechsmal für die Himmelblauen ran. Anschließend trennten sich die Wege und er ging zum BVB.

Vor seiner Zeit in Chemnitz erlebte er in seiner Heimatstadt Berlin den bislang erfolgreichsten Teil seiner Karriere. Mit den A-Junioren von Hertha BSC wurde er in der Saison 2017/18 als Kapitän Deutscher Meister und überragte beim 3:1-Auswärtssieg im Finale gegen den FC Schalke 04 um den späteren Stürmer des FC Erzgebirge Aue, Florian Krüger (22), mit einem herrlichen Freistoßtor und einer Vorlage.

An seiner Seite im Mittelfeldzentrum: der aktuelle Dynamo-Profi Julius Kade (22) und der spätere U21-Europameister sowie heutige Bundesliga-Profi Arne Maier (22).

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Am 19. Februar 2019 glückte ihm und Hertha dann sogar einer der größten Jugend-Coups der Vereinsgeschichte. Die junge Alte Dame schaffte es in die Youth-League-Zwischenrunde, wo der im Rückblick klare Favorit FC Paris Saint-Germain mit einem überragenden Jahrgang wartete.

Tanguy Nianzou (19, FC Bayern München), Tanguy Coulibaly (20, VfB Stuttgart), Arnaud Kalimuendo (19, PSG, ausgeliehen an Erstligist RC Lens), Adil Aouchiche (19, AS St.-Etienne) und Timothée Pembele (20, Girondins Bordeaux) standen neben weiteren späteren Profis allesamt in der Startelf.

Florian Krebs spielte im Garten von Hertha-Legende Pal Dardai mit vielen bekannten Spielern Fußball

Florian Krebs (22, l.) konnte sich im Profifußball bislang noch nicht durchsetzen.
Florian Krebs (22, l.) konnte sich im Profifußball bislang noch nicht durchsetzen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Dem und einem 0:1-Rückstand zum Trotz drehte Hertha die Partie durch einen sehenswerten Dropkick von Krebs zum 1:1 sowie einen Treffer von Nikos Zografakis (22, aktuell FC Energie Cottbus) und warf PSG aus dem Wettbewerb, ehe eine Runde später der FC Barcelona eine Nummer zu groß war (0:3).

Sollte Krebs in Finnland wieder zu seiner damaligen Form zurückfinden, dürfte er für den FC Honka eine große Verstärkung sein und das Spiel des Traditionsvereins mit seiner Einsatzfreude, seinen Leader-Qualitäten und vor allem seiner starken Schusstechnik prägen.

Ob er diese Fähigkeiten einbringen und sich bei Espoo durchsetzen kann, bleibt dennoch abzuwarten, weil Krebs noch immer nicht voll im Profifußball angekommen zu sein scheint.

Möglicherweise hilft es ihm, im Ausland auf sich gestellt zu sein, eine neue Liga, Kultur und Herangehensweise kennenzulernen und sich dementsprechend zu entwickeln. Die nötige Technik dazu hat er ebenfalls.

Wenig verwunderlich, spielte er doch im Garten von Hertha-Legende Pal Dardai (45) mit dessen Söhnen Palko (22, aktuell Stammkraft beim MOL Fehervar FC, erste ungarische Liga), Marton (19, Hertha-Profis), dazu Arne Maier sowie Lazar Samardzic (19, Udinese Calcio) und weiteren Teamkollegen als Jugendlicher auch vor und nach dem Training Fußball.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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