"Fußball muss bezahlbar sein": Deshalb reisten die Ultras nicht mit dem CFC nach Berlin

Berlin/Chemnitz - "Ausverkauft“ vermeldeten die Gastgeber vom BFC Dynamo am Freitagabend während der Regionalliga-Partie gegen den Chemnitzer FC. Das stimmte nicht ganz. Im Gästeblock blieben viele Plätze leer.

Die rund 50 mitgereisten CFC-Anhänger zeigten in Berlin ihren Unmut über die Ticketpreise: "Eure Rechnung geht nicht auf - Fussball muss bezahlbar sein!"
Die rund 50 mitgereisten CFC-Anhänger zeigten in Berlin ihren Unmut über die Ticketpreise: "Eure Rechnung geht nicht auf - Fussball muss bezahlbar sein!"  © Fokus Fischerwiese

Nur rund 50 CFC-Anhänger traten die Reise in die Hauptstadt an und verfolgten das 1:1 (0:0) der Himmelblauen. Die Ultras Chemnitz verzichteten darauf, im Sportforum Hohenschönhausen live dabei zu sein.

Der Grund: die hohen Ticketpreise, die die Berliner für die unüberdachten Stehplätze verlangten.

"Die Vereine sollten in Zeiten der Pandemie alles dafür tun, um die Fans im Stadion zu halten bzw. zurück zu gewinnen. Mit einer absurden Ticket- sowie Preispolitik verschreckt man jedoch weiter die eigenen Anhänger", heißt es in der Stellungnahme der Ultras Chemnitz.

Nach 1:1 beim Chemnitzer FC: Energie-Coach Wollitz wütet gegen den Schiedsrichter!
Chemnitzer FC Nach 1:1 beim Chemnitzer FC: Energie-Coach Wollitz wütet gegen den Schiedsrichter!

"Fairerweise muss man sagen, dass schon 15 Euro für einen Stehplatz im Gästeblock des BFC frech sind. Dazu kommen dann noch 1,50 Euro Etix Systemgebühr für den Onlineverkauf und 3,90 Euro Versandkosten. Am Ende bleiben dann 20,40 Euro für einen Stehplatz in der Vierten Liga."

Berliner Ultras solidarisieren sich mit den CFC-Fans

Außerdem schreiben sie in ihrem Facebook-Post: "Über 20 Euro zu verlangen und die Tickets nur für den Onlineverkauf - der aufgrund von Fristen auch keine kurzfristige Anreise ermöglicht - anzubieten, lassen uns stark daran zweifeln, dass der Fan noch eine Relevanz im Fußball-Geschäft hat. Es ist für uns unverständlich, warum man Gästetickets nicht im Fanshop anbietet, und auf Kontaktformulare, wie es ohnehin viele andere Vereine machen, setzt. Zeichen setzen - Fußball muss bezahlbar bleiben!"

Die Berliner Ultras solidarisierten sich mit den Sachsen und zeigten zu Spielbeginn das Spruchband: "Kein Zwanni für'n Steher!"

Die wenigen mitgereisten CFC-Anhänger präsentierten wiederum zu Beginn der zweiten Halbzeit ihre Banner: "Eure Rechnung geht nicht auf - Fussball muss bezahlbar sein!"

Insgesamt 200 Tickets waren dem Chemnitzer FC im Vorfeld der Partie vom BFC Dynamo zur Verfügung gestellt worden.

Titelfoto: Fokus Fischerwiese

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