Insolvenzplan rechtskräftig! Jetzt bekommen die CFC-Gläubiger ihre Kohle

Chemnitz - Der Chemnitzer FC hat im seit April 2018 laufenden Insolvenzverfahren die letzte juristische Hürde erfolgreich gemeistert!

Insolvenzanwalt Oliver Junghänel.
Insolvenzanwalt Oliver Junghänel.  © Harry Härtel

Wie der Verein am Dienstag mitteilte, ist die Rechtsmittelfrist ohne Einsprüche seitens der Gläubiger abgelaufen. Damit ist der Insolvenzplan rechtskräftig.

Am 8. Dezember hatten die 124 Gläubiger bei der Gläubigerversammlung im Amtsgericht Chemnitz mit über 99 Prozent dem vom CFC und Insolvenzanwalt Oliver Junghänel erstellten Schuldnerinsolvenzplan zugestimmt (TAG24 berichtete).

"Wir haben nun Gewissheit darüber, dass keine inhaltlichen oder formellen Beschwerden gegen unseren eingereichten und vom Gericht bestätigten Insolvenzplan eingelegt wurden. Er ist somit rechtskräftig. Wir können jetzt mit dem letzten Schritt, nämlich der Auszahlung der Gläubigerquote, beginnen", erklärte Insolvenzanwalt Junghänel.

Er hatte den CFC-Vorstand bei der Erstellung des Schuldnerinsolvenzplanes rechtlich beraten.

"Mit der formellen Aufhebung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Chemnitz kann somit, wie geplant, im Laufe des ersten Quartals 2021 gerechnet werden", ergänzte Junghänel.

Forderungen werden hauptsächlich durch finanzielle Unterstützung von Anhängern bezahlt

Der Insolvenzplan weist für die CFC-Gläubiger eine Quote von fünf Prozent (rund 145.000 Euro) aus. Hinzu kommen so genannte bevorrechtigte Forderungen, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind, wie etwa Löhne und Sozialversicherungsbeiträge. Die sind neben den Verfahrenskosten und der Vergütung des Insolvenzverwalters in voller Höhe (rund 362.000 Euro) auszuzahlen.

Alle Forderungen werden hauptsächlich aus den eingegangenen finanziellen Unterstützungen der CFC-Anhänger bezahlt. Die hatten dem Traditionsverein im vergangenen Sommer mit einer großen Aktion vor der Löschung aus dem Vereinsregister bewahrt.

Unter anderem hatte Ex-Nationalspieler Michael Ballack seinem Heimatverein mit der Versteigerung von 40 Trikots aus seiner einmaligen Karriere geholfen (TAG24 berichtete).

Auch andere ehemalige Himmelblaue wie der ehemalige Bundesliga-Profi Peer Kluge und Torhüter Philipp Pentke halfen dem CFC mit Spenden.

Update, 15.05 Uhr: Oberbürgermeister Sven Schulze gratuliert bei Überraschungsbesuch

Sven Schulze (r.), Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, und Romy Polster, Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC e.V. freuen sich coronakonform vor dem Stadion – An der Gellertstraße.
Sven Schulze (r.), Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, und Romy Polster, Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC e.V. freuen sich coronakonform vor dem Stadion – An der Gellertstraße.  © Chemnitzer FC / Wunderlich

Der Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, Sven Schulze, stattete dem Chemnitzer FC am Dienstag einen Überraschungsbesuch ab.

Anlässlich der nun rechtskräftigen Bestätigung des Insolvenzplanes gratulierte das Stadtoberhaupt und langjährige Mitglied des Chemnitzer FC e.V. der CFC-Vorstandsvorsitzenden Romy Polster zum finalen formellen Schritt im Insolvenzverfahren.

„Ich wollte es mir nicht nehmen lassen, nach der positiven Nachricht spontan, persönlich im Stadion – An der Gellertstraße vorbeizuschauen und zu gratulieren. Der Sport hat eine große Historie und eine immense Bedeutung für Chemnitz und seine Bürgerinnen und Bürger.

Umso wichtiger ist es, dass der CFC, als größter Verein und ein emotionaler Leuchtturm der Stadt Chemnitz, wieder zu eigener Stärke gefunden hat.

Ich freue mich als Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, aber auch als langjähriges Vereinsmitglied des Chemnitzer FC außerordentlich über die erfolgreiche Arbeit der neugewählten Gremien in den vergangenen Monaten und wünsche dem CFC und seinen zahlreichen Fans und Mitgliedern alles Gute und viel Gesundheit für das Jahr 2021“, so Sven Schulze, Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz.

Titelfoto: Harry Härtel

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