Nach CFC-Abgang: Lukas Knechtel wechselt zu Kroos-Vater in die Oberliga!

Chemnitz/Greifswald - Lukas Knechtel (26) wechselt nach seiner Vertragsauflösung beim Chemnitzer FC in die NOFV-Oberliga Nord! Der Rechtsverteidiger schließt sich dem Greifswalder FC an.

Lukas Knechtel (26) kam für den Chemnitzer FC auf 13 Einsätze.
Lukas Knechtel (26) kam für den Chemnitzer FC auf 13 Einsätze.  © Picture Point/Gabor Krieg

Das gab der Fünftligist am Donnerstag bekannt. Auf der Website erklärte der dynamische Außenbahnspieler auch, weshalb er eine Spielklasse nach unten wechselte, obwohl er unbestritten die Klasse für die Regionalliga hat.

Diese Entscheidung hing mit der Corona-Pandemie zusammen. Auf der GFC-Homepage steht, dass es immer sein Traum war, Profifußballer zu werden, nun sei er aber ins Grübeln gekommen: "Ich glaube so erging es uns allen. Natürlich hat jeder Mensch Ziele, aber man muss auch darüber nachdenken, wie realistisch sind sie? Neben dem Beruf des Profifußballers habe ich einen weiteren Traum. Und ich habe mich entschlossen, mir diesen nun zu erfüllen, denn jetzt kann ich das noch."

Er wird ein Medizinstudium aufnehmen und sich auf Zahnmedizin spezialisieren, was in Greifswald gut möglich sei: "Die Uni hat einen wirklich tollen Ruf, die Stadt ist außerdem echt schön. Ich war in Wieck, am Strand und habe mir die Altstadt angeschaut. Das hat alles schon ein wunderbares Flair. Aber vor allem wird hier auch ambitioniert Fußball gespielt, der Verein hat eine Vision, mit der ich mich identifizieren kann. Und Fußball spielen ohne Ziel, das kann ich nicht", so Knechtel weiter.

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Der Kontakt zum Oberliga-Spitzenklub kam durch Lovro Sindik (29) zustande, mit dem Knechtel bereits gemeinsam beim SV Babelsberg 03 gemeinsam wirbelte: "Als ich geschaut habe, wo ich studieren könnte und Greifswald entdeckte, fiel mir auf, dass Lovro inzwischen beim GFC spielt. Mit ihm habe ich mich dann ausgetauscht und er hat mir von den Ambitionen erzählt. Dann leitete er meine Nummer an Roland Kroos weiter und alles nahm seinen Lauf."

Greifswalder FC verkündet die Verpflichtung von Lukas Knechtel

Für Lukas Knechtel stimmt beim Greifswalder FC "das Gesamtbild einfach"

Ein Tor für den CFC blieb Lukas Knechtel (26, M.) verwehrt! Zwar traf er am 29. August 2020 gegen den VfB Germania Halberstadt, der Treffer zählte wegen Abseits jedoch nicht.
Ein Tor für den CFC blieb Lukas Knechtel (26, M.) verwehrt! Zwar traf er am 29. August 2020 gegen den VfB Germania Halberstadt, der Treffer zählte wegen Abseits jedoch nicht.  © Picture Point/Gabor Krieg

Der schnelle Akteur, der gute Flanken schlägt, machte dann ein Probetraining: "Alle waren so menschlich und freundlich. Ich fühlte mich sofort wohl im Team. Man hat auch gesehen, dass echt viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Und dazu die Akribie und das Engagement des Trainerteams, das auf viele Kleinigkeiten und Details achtet. Die wollen hier richtig was entwickeln."

Er fügte hinzu: "Die Bemühungen von Roland Kroos und John Berger mich hierherzuholen und die Möglichkeit des Studiums haben das positive Bild dann noch abgerundet. Ich sagte es schon, das Gesamtpaket stimmt einfach."

Zuvor war Knechtels Vertrag in Chemnitz einvernehmlich aufgelöst worden. Dort war er in einem Jahr zu 13 Einsätzen (eine Vorlage) gekommen. Ein Tor ist ihm nicht vergönnt gewesen, obwohl er am 29. August gegen den VfB Germania Halberstadt eingenetzt hatte.

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Wegen einer Abseitsstellung zählte der Treffer jedoch nicht, weshalb er sich ohne Bude verabschiedet.

Mit Greifswald wird er nun als Top-Favorit in die neue Saison gehen. Und das nicht nur, weil der bisherige Trainer und neue Sportdirektor Roland Kroos (61), Vater von Toni (31) und Felix (30), hier tätig ist. Auch der Kader ist für einen Fünftligisten schon jetzt exzellent aufgestellt.

Der Vertrag von Lukas Knechtel wurde zuvor beim Chemnitzer FC aufgelöst

Velimir Jovanovic, Lovro Sindik und Peterson Appiah sind weitere Leistungsträger des GFC

Velimir Jovanovic (33) hat in seiner langen Karriere viel erlebt. Er kam achtmal in der 2. Bundesliga zum Einsatz (ein Tor), 13-mal in der 3. Liga (ein Treffer, zwei Assists) und stolze 165-mal in der Regionalliga (66 Tore, 23 Vorlagen).
Velimir Jovanovic (33) hat in seiner langen Karriere viel erlebt. Er kam achtmal in der 2. Bundesliga zum Einsatz (ein Tor), 13-mal in der 3. Liga (ein Treffer, zwei Assists) und stolze 165-mal in der Regionalliga (66 Tore, 23 Vorlagen).  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Neben Knechtel (163 Regionalliga-Partien, 17 Tore, 19 Vorlagen) und Sindik (161 Viertliga-Begegnungen, fünf Einsätze in der ersten slowenischen Liga und sieben in der zweiten kroatischen Spielklasse) steht auch noch der frühere Zweit- und Drittliga-Profi Velimir Jovanovic (33) in Greifswald unter Vertrag.

Er erzielte für den GFC in 55 Einsätzen 44 Tore und gab elf Vorlagen - was für eine Quote des schnellen Stürmers, der unter anderem für den FC Energie Cottbus, 1. FC Magdeburg, FC Carl Zeiss Jena und FC Rot-Weiß Erfurt spielte.

Mit Angriffspartner Peterson Appiah (24) verfügt er über einen starken Nebenmann, mit dem er sich bestens ergänzt. Der frühere Rostocker kommt für Greifswald auf ebenfalls exzellente 35 Treffer und zwei Vorlagen in 53 Partien.

Klar ist: Der Weg zum Aufstieg führt wohl nur über die Kroos-Truppe. Der FC Hertha 03 Zehlendorf (gab aber Torjäger Sebastian Huke an Tennis Borussia Berlin ab), mit Abstrichen der SC Staaken, Blau-Weiß 90 Berlin, RSV Eintracht 1949, der herausragend besetzte Berlin-Liga-Aufsteiger Eintracht Mahlsdorf oder die "launische Diva" CFC Hertha 06 können da möglicherweise mithalten.

Eventuell noch die TSG Neustrelitz, doch der GFC geht als Favorit in das Oberliga-Aufstiegsrennen.

Lukas Knechtel will mit dem Greifswalder FC den Sprung in die Regionalliga schaffen

Nach seiner Zeit in Chemnitz will Lukas Knechtel (26) nun beim Greifswalder FC eine Führungsrolle einnehmen.
Nach seiner Zeit in Chemnitz will Lukas Knechtel (26) nun beim Greifswalder FC eine Führungsrolle einnehmen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Das liegt auch an der Verpflichtung von Knechtel. Der gebürtige Hamburger begann im Alter von fünf Jahren in Duvenstedt mit dem Fußballspielen.

Doch er war so gut, dass er sich bereits 1999 dem FC St. Pauli anschloss. Später ging es für ihn zum Niendorfer TSV, dem SV Eichede und VfB Lübeck, wo er 2013 den Sprung in die erste Mannschaft schaffte. Da er auf den Flügeln alle vier Positionen ohne erkennbaren Leistungsabfall bekleiden kann, setzte er sich hier durch.

Als er die Grün-Weißen nach 81 Partien (sechs Tore, sieben Vorlagen) für das erste Team verließ, schloss er sich im Sommer 2016 ablösefrei Babelsberg an. Bei Nulldrei war er von 2016 bis 2018 ebenfalls gesetzt (59 Einsätze, je drei Treffer und Assists) und machte sich auch im Nordosten einen Namen als gutklassiger Flügelflitzer.

2018 schloss er sich dann für eine Saison dem FC Oberlausitz Neugersdorf (30 Begegnungen, fünf Tore, vier Vorlagen)an, ehe er erstmals in den Westen wechselte und für den Wuppertaler SV (26 Partien, sieben Buden, sechs Assists) die Schuhe schnürte. Anschließend ging es für ihn dann nach Chemnitz: "Dort wurde ich dann meistens als Rechtsverteidiger eingesetzt. Ich interpretiere die Position auch gerne offensiv, würde daher allgemein sagen, dass mein Zuhause die Außenbahn ist", so Knechtel.

Für seine Zeit in Greifswald hat er ebenfalls klare Vorstellungen: "Ich möchte mich so gut es geht ins Team einbringen und mit meiner Erfahrung auch versuchen eine Führungsrolle zu übernehmen. Ich möchte für gemeinsamen Erfolg sorgen, viele Punkte sammeln und am Ende im besten Falle aufsteigen."

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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