Rollt der CFC das Feld von hinten auf? Zickert: "Sollten die Kirche im Dorf lassen!"

Chemnitz - "Überzeugend sieht anders aus", gestand CFC-Innenverteidiger Tim Campulka (23) nach dem Auswärtssieg beim SV Lichtenberg 47 am Samstag.

Nach einer längeren Durststrecke konnten die Himmelblauen zuletzt wieder jubeln. Von einer Aufholjagd will aber noch niemand sprechen.
Nach einer längeren Durststrecke konnten die Himmelblauen zuletzt wieder jubeln. Von einer Aufholjagd will aber noch niemand sprechen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Am Ende standen drei Punkte und das zweite 2:0 in Folge für den Chemnitzer FC. "Das ist das, was zählt. Über das Wie spricht in einigen Wochen keiner mehr", ergänzte Campulka.

Spielerisch rissen die Himmelblauen nach dem Führungstor von Lukas Stagge (27. Minute) keine Bäume mehr aus. Kämpferisch gingen sie an ihre Grenzen.

"Wir kommen aus einer schwierigen Phase und müssen uns alles hart erarbeiten", betonte Kapitän Robert Zickert (32), der wie Campulka bereits in den ersten 45 Minuten eine Verwarnung kassiert hatte.

CFC-Offensivmann Pagliuca widmet Tor seinem verstorbenen Freund: R.I.P. Karim Gazzetta
Chemnitzer FC CFC-Offensivmann Pagliuca widmet Tor seinem verstorbenen Freund: R.I.P. Karim Gazzetta

"In der zweiten Halbzeit hatten wir Glück. Da hatte Lichtenberg klare Möglichkeiten, kann ein, zwei, drei Tore machen. Wir haben uns in alles reingehauen. Die komplette Vierer-Abwehrkette ging mit Gelben Karten aus dem Spiel. Das zeigt, wie energisch wir uns dagegengestemmt haben", analysierte Zickert.

Das zweite Zu-null-Spiel in Folge zeugt von der wiedergewonnenen Defensivstärke der Himmelblauen, die zwischen dem 5. und 8. Spieltag zehn Gegentore kassiert hatten. Nach vorn ging gegen Luckenwalde und Lichtenberg zu selten die Post ab.

CFC-Spieler Zickert gibt zu: "Die spielerische Leichtigkeit fehlt uns momentan"

Die Miene von Robert Zickert (32) spiegelt alles andere als Euphorie wider. Der CFC-Kapitän übt sich eher in Pragmatismus.
Die Miene von Robert Zickert (32) spiegelt alles andere als Euphorie wider. Der CFC-Kapitän übt sich eher in Pragmatismus.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Die spielerische Leichtigkeit fehlt uns momentan. Aber ich gewinne auch so gern 2:0 und nehme drei Punkte mit", offenbarte sich Zickert wie sein Nebenmann Campulka als echter Pragmatiker.

Vom Start einer neuen Erfolgsserie oder gar einem Angriff auf die Tabellenspitze wollte der CFC-Spielführer in Berlin-Lichtenberg nichts wissen. "Wir lassen die Kirche mal schön im Dorf", antwortete Zickert auf eine entsprechende Frage des MDR-Reporters: "Vor zwei Wochen war noch alles schlecht, herrschte totale Krisenstimmung. Jetzt haben wir aus drei Partien sieben Punkte erkämpft. Das ist gut. Es spielt immer ein Gegner mit. Diese Liga ist brutal ausgeglichen. Ich finde sie noch etwas stärker als im vergangenen Jahr."

Zickert weiter: "Wir schauen von Spiel zu Spiel."

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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