CFC-Trainer Berlinski nach erstem Jahr in Chemnitz: "Nicht physisch, aber psychisch anstrengend!"

Chemnitz - Er kam am 20. Juli des Vorjahres als No-Name-Trainer zum Drittliga-Absteiger und unterschrieb wenige Stunden vor dem Trainingsauftakt beim CFC: Chefcoach Daniel Berlinski (35).

Das Sachsenpokal-Finale verlor Okan Kurt (26, r.) gegen Farid Abderrahmane (25) und Lok.
Das Sachsenpokal-Finale verlor Okan Kurt (26, r.) gegen Farid Abderrahmane (25) und Lok.  © picture point/Sven Sonntag

Das erste Jahr bei den Himmelblauen ist Geschichte. Unterm Strich steht der Gewinn des Sachsenpokals 2020, 17 Punkte und Platz zehn in der nach 13 Spieltagen abgebrochenen Regionalliga sowie die Niederlage im diesjährigen Landespokalfinale gegen den 1. FC Lok Leipzig.

Dass es nach dem 0:1 aus dem Umfeld Kritik an der Mentalität seiner Spieler gab, kann Berlinski nicht nachvollziehen. "Die Jungs haben im Halbfinale gegen das größte Mentalitätsteam der 3. Liga ein 0:2 aufgeholt. Das spricht für meine Mannschaft, für ihre Mentalität, Einsatz- und Leistungsbereitschaft", betont der 35-Jährige.

Natürlich habe er gesehen, dass der CFC im Finale nicht seine beste Leistung abrufen konnte: "Aber Spieler sind Menschen, keine Maschinen." Die Entwicklung seiner Mannschaft stimmt, sie zeigt in die richtige Richtung, davon ist Berlinski fest überzeugt.

Die Testspiele, das Viertel- bzw. Halbfinale gegen Auerbach (1:0) und Zwickau (3:2), belegen diese Einschätzung.

Wie bewertet Daniel Berlinski das erste Jahr beim CFC?

Hinter CFC-Trainer Daniel Berlinski (35) liegt in mehrfacher Hinsicht ein anstrengendes erstes Jahr bei den Himmelblauen.
Hinter CFC-Trainer Daniel Berlinski (35) liegt in mehrfacher Hinsicht ein anstrengendes erstes Jahr bei den Himmelblauen.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Der Start war schwierig und intensiv", erinnert er sich: "Die neu zusammengestellte Mannschaft war noch nicht komplett, viele Spieler kamen spät dazu. Wir hatten sehr wenig Zeit, uns die Dinge gemeinsam zu erarbeiten. Kader-, Trainings- und Vorbereitungsplanung liefen zum Teil parallel."

Entsprechend holprig der Start mit Niederlagen gegen Viktoria Berlin und in Auerbach. Mit zunehmender Dauer fanden die Spieler immer besser zueinander. Sie qualifizierten sich fürs Finale und gewannen im August in Eilenburg den Pokal. Im Oktober wurden von fünf Pflichtspielen vier gewonnen. "Die Mannschaft ist sehr willig, ihre Entwicklung stetig. Hätten wir die Saison zu Ende gespielt, wären wir besser als Platz zehn gewesen", sagt Berlinski.

Die Monate seit November waren geprägt von Lockdown, Kurzarbeit, Training dreimal pro Woche.

"Ich bin sehr stolz, wie meine Spieler in dieser Zeit gearbeitet und die Basis für die neue Saison gelegt haben", erklärt Berlinski: "Die Lockdown-Zeit war für alle vielleicht nicht physisch, aber psychisch anstrengend. Der Re-Start wurde immer wieder verschoben. Als Trainer musstest du schauen, wie hältst du die Jungs bei Laune, wie steuerst du die tägliche Arbeit auf dem Platz."

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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