Ziffert schwärmt von CFC-Coach Tiffert: "Bodenständig, ruhig, sachlich"

Chemnitz - Zurück zu den Wurzeln! Plötzlich ist Steffen Ziffert (57) wieder mitten drin im Trainergeschäft. Der 57-Jährige hat seit einigen Wochen beim FC Grimma das Sagen!

Steffen Ziffert (57, r.) hat allen Grund zur Freude. Als Kurzzeit-Trainer führte er den Oberligisten FC Grimma zum Klassenerhalt. Links Co-Trainer Mirko Jentzsch (32), der den jubelnden Routinier Stefan Ronneburg (33) umarmt.
Steffen Ziffert (57, r.) hat allen Grund zur Freude. Als Kurzzeit-Trainer führte er den Oberligisten FC Grimma zum Klassenerhalt. Links Co-Trainer Mirko Jentzsch (32), der den jubelnden Routinier Stefan Ronneburg (33) umarmt.  © FC Grimma / Tom Rietzschel

"Grimma ist meine Geburtsstadt. Ich bin ganz in der Nähe aufgewachsen, habe die letzten fünf Jahre meiner Spieler-Karriere beim FCG verbracht, kenne das Umfeld. Ich konnte einfach nicht Nein sagen", erklärt Ziffert.

Die Aufgabe, die er Mitte April beim akut abstiegsbedrohten Oberligisten übernommen hat, war keine einfache: Der Klub sollte die Klasse halten. Mit dem 3:1-Heimsieg gegen den FC Oberlausitz hat Ziffert die Mission vor einer Woche vorzeitig erfüllt. Zum sechsten Mal in Folge blieb er mit seinem Team ungeschlagen.

Mit dem Profifußball hat Ziffert seit seinem Rücktritt beim damaligen Drittligisten Chemnitzer FC im Mai 2018 abgeschlossen, daran hat sich nichts geändert. "Das ist nicht mehr meine Welt. Trotz Pandemie entwickelt sich das Geschäft in die falsche Richtung", meint Ziffert, der in seiner Karriere viel erlebt hat.

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Trainer Hans Meyer (79) holte ihn zu DDR-Zeiten von Chemie Markkleeberg zum FC Karl-Marx-Stadt. Mit den Himmelblauen erlebte "Ziff" große Fußballabende im Uefa-Cup, stieg in die 2. Liga auf.

Später wechselte zum schweizerischen Zweitligisten FC Schaffhausen. "Dort habe ich mit Jogi Löw (62) meinen ersten Trainerschein gemacht und lernte den späteren Chelsea-Trainer Roberto di Mateo (52) kennen. Die Kontakte bestehen bis heute. Erst kürzlich haben wir uns in Schaffhausen getroffen."

Steffen Ziffert war von 2017 bis 2018 Sportdirektor beim Chemnitzer FC.
Steffen Ziffert war von 2017 bis 2018 Sportdirektor beim Chemnitzer FC.  © Picture Point / Sven Sonntag

Vom Personal-Trainer zum Dauer-Coach beim FC Grimma?

Ziffert hatt Christian Tiffert (41) damals nach Aue geholt. Nun ist "Triff" Cheftrainer beim Chemnitzer FC.
Ziffert hatt Christian Tiffert (41) damals nach Aue geholt. Nun ist "Triff" Cheftrainer beim Chemnitzer FC.  © Picture Point / Gabor Krieg

Zifferts Trainerkarriere begann - wo sonst? - in Grimma. Später wechselte der Inhaber der A-Lizenz ins Nachwuchsleistungszentrum von Energie Cottbus und Erzgebirge Aue. Dort holte ihn Tomislav Stipic (42) im Abstiegskampf der 2. Liga als Co-Trainer an die Seite.

Das Kapitel Aue endete für Ziffert als Sportdirektor ebenso traurig wie das beim CFC. Die Spiele beider Vereine hat er seitdem nie mehr besucht. In Chemnitz könnte er bald wieder auf der Tribüne sitzen, was am Engagement von Christian Tiffert (41) liegt.

"Ihn habe ich damals nach Aue geholt. Tiffi war im Aufstiegsjahr ein ganz wichtiger, vielleicht sogar der wichtigste Faktor", sagt Ziffert: "Ein toller, bodenständiger, ruhiger und sachlicher Mensch, der auch als Trainer seinen Weg gehen wird. Ich wünsche ihm viel Erfolg."

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Zifferts Weg hat längst eine andere Richtung genommen. Bei "IndiFit" in Chemnitz kümmert er sich als Personal-Trainer darum, "dass die Leute einen aktiven und gesunden Lebensstil pflegen." Der Job ist zeitintensiv. Ob er den FC Grimma als Trainer über den Sommer hinaus betreuen wird, lässt er (noch) offen.

Ziffert: "Grimma hat eine lange Fußball-Tradition. Vielleicht ist in den kommenden Jahren für den Klub, der zu DDR-Zeiten in der zweiten Liga 3000, 4000 Zuschauer hatte, wieder mehr drin."

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag, Picture Point / Gabor Krieg

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