Adios Capitano! David Abraham beendet Karriere bei Eintracht Frankfurt

Frankfurt am Main - Kapitän David Abraham geht nicht nur mit gemischten Gefühlen von Bord, sondern hinterlässt bei Eintracht Frankfurt als Rechtsverteidiger und Integrationsfigur eine Lücke.

Seit 2015 trug David Abraham das Trikot der Frankfurter Eintracht.
Seit 2015 trug David Abraham das Trikot der Frankfurter Eintracht.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

"Diese Woche ist sehr emotional. Das letzte Heimspiel in der Bundesliga: Ich kann es noch nicht glauben, dass das Spiel gegen den FC Schalke 04 mein Karriereende sein soll", sagte der 34 Jahre alte Argentinier vor dem Abschied am Sonntag um 18 Uhr) gegen den Tabellenvorletzten aus Gelsenkirchen.

Ursprünglich wollte er schon nach der vergangenen Spielzeit aufhören und in die Heimat zurückkehren.

Wegen der Corona-Pandemie hat er aus Dankbarkeit für die Eintracht, bei der Abraham seit 2015 spielt, um sechs Monate verlängert. Der Verein und insbesondere Trainer Adi Hütter hatten erneut versucht, ihn weiter am Main zu halten - doch ohne Erfolg.

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Die Sehnsucht nach seinem Sohn Alfonso, der in Argentinien bei seiner Mutter lebt und den er seit dessen Geburt 2016 nur wenig gesehen hat, ist zu groß geworden. "Die Zeit, sein Kind heranwachsen zu sehen, lässt sich durch nichts ersetzen", sagte Abraham.

"Es tut uns weh, aber es freut uns, wenn er mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen kann", sagte Abwehrkollege Martin Hinteregger.

David Abraham führte Eintracht Frankfurt 2018 zum DFB-Pokal-Sieg

David Abraham (l) und Marco Russ von Eintracht Frankfurt jubeln mit dem Pokal nach dem Sieg über den FC Bayern München.
David Abraham (l) und Marco Russ von Eintracht Frankfurt jubeln mit dem Pokal nach dem Sieg über den FC Bayern München.  © Soeren Stache/dpa

Denn der kompromisslose Verteidiger und Führungsspieler war in den Jahren in Frankfurt und auch in der aktuellen Saison eine verlässliche Stammkraft der Eintracht.

"Er hat in den vergangenen Jahren mit seinen konstant guten Leistungen einen erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Clubs, und natürlich werden wir ihn als Menschen sehr vermissen", hatte Sportvorstand Fredi Bobic bei der Ankündigung des Abschieds betont.

Abraham hat sein Fußball-Glück in Europa bereits bei seiner ersten Station, dem FC Basel, gefunden. Mit den Schweizern wurde er zwischen 2008 und 2012 dreimal Meister und erkämpfte zwei Pokalsiege.

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Außerdem spielte er mit den Eidgenossen regelmäßig in der Champions League, unter anderem auch gegen den FC Barcelona mit Lionel Messi. Mit dem mehrfachen "Weltfußballer des Jahres" feierte er 2005 zusammen den Gewinn der U20-Weltmeisterschaft.

Nach den erfolgreichen Jahren in Basel absolvierte Abraham ein kurzes Gastspiel beim spanischen Erstligisten FC Getafe, bevor er im Januar 2013 in die Bundesliga zur TSG 1899 Hoffenheim und zweieinhalb Jahre später nach Frankfurt wechselte.

Dort entwickelte sich Abraham schnell zum Abwehrchef. Beim Sieg im Finale des DFB-Pokals 2018 gegen den FC Bayern München (3:1) hatte er das Team als Kapitän auf den Platz geführt.

David Abraham: "Einmal Adler immer Adler"

Auf dem Platz war David Abraham (l.) die rechte Hand von Chefcoach Adi Hütter.
Auf dem Platz war David Abraham (l.) die rechte Hand von Chefcoach Adi Hütter.  © dpa/dpa-Pool/Swen Pförtner

Der sprachbegabte Profi wurde zu einem wichtigen Ansprechpartner für seine Mitspieler aus aller Welt, mit denen er Spanisch, Deutsch, Italienisch und Englisch parlieren konnte.

Nachfolger für David Abraham auf der rechten Verteidigerposition könnte Tuta werden. Der 21 Jahre alte Brasilianer kam aber bisher erst zu drei Bundesliga-Einsätzen für die Eintracht, hat aber das Vertrauen von Sportchef Bobic.

"Wir brauchen keine Granate holen. Wir haben uns mit Trainer Adi Hütter darauf verständigt, dass Tuta der Spieler wird, der die Minuten bekommt", sagte der 49-Jährige.

Für Abraham, der gegen Schalke aller Voraussicht nach sein 184. und letztes Bundesligaspiel bestreiten wird, ist die Bankenmetropole Frankfurt eine zweite Heimat und die Eintracht ein Club geworden, der ihm ans Herz gewachsen ist.

"Bis zur letzten Sekunde gebe ich alles! Einmal Adler immer Adler", hatte Abraham seinen Fans versichert.

Offen zugegeben hat der scheidende "Capitano" aber auch, dass nicht alles Hessische nach seinem Geschmack war: "Handkäs' schmeckt mir nicht, aber Apfelwein mit Sprudel trinke ich gerne."

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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