Debakel in Bochum: Eintracht-Frieden in Gefahr? Leistungsträger gehen aufeinander los

Bochum/Frankfurt am Main - Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt machte am Samstag eine mehr als unglückliche Figur beim Tabellenschlusslicht VfL Bochum und ging sang- und klanglos mit 0:3 unter. Doch ist die Lage noch weitaus ernster, als man vermutet? Eine Szene gab zumindest Anlass zur Sorge.

Bereits kurz vor dem ersten Gegentreffer bekamen sich Eintracht Frankfurts Keeper Kevin Trapp (32, r.) und Abwehrrecke Tuta (23) gewaltig in die Haare.
Bereits kurz vor dem ersten Gegentreffer bekamen sich Eintracht Frankfurts Keeper Kevin Trapp (32, r.) und Abwehrrecke Tuta (23) gewaltig in die Haare.  © Montage: DPA/Thomas Frey, DPA/Arne Dedert

Über weite Strecken wirkte der hessische Bundesligist am Samstagnachmittag beim bis dahin sieglosen VfL rat- und ideenlos. Doch noch bevor die Hausherren zum ersten Mal in Person von Philipp Hofmann (29, 71. Spielminute) zur 1:0-Führung einnetzten, ereignete sich eine für den Spielverlauf bezeichnende Szene.

Wir schreiben die 70. Spielminute: Kurz vor dem entscheidenden Eckball zitierte Eintracht-Kapitän Kevin Trapp (32) seinen Vordermann aus dem Abwehrverbund, den jungen Brasilianer Tuta (23), zum Rapport. Dieser hatte schon in mehreren vorangegangenen Situationen nicht immer ganz sattelfest gewirkt.

Doch anstatt sich die verbale Abreibung seines Spielführers zu Herzen zu nehmen - und vor allem andächtig und verständnisvoll zu lauschen - reagierte der junge Verteidiger ungehalten, riss sich von Trapp los und schubste ihn sogar und schnauzte den Keeper an.

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Das Ergebnis: Trotz sofortiger - zumindest vermeintlicher Versöhnung - wirkte Tuta im Anschluss unkonzentriert und ließ sich von Hofmann im Luftduell abkochen.

Es sollte der Grundstein für zwei weitere Bochumer Tore gewesen sein, die den Gastgebern letztlich den ersten Dreier im neunten Anlauf bescherten. Derweil legte Frankfurts Keeper nach dem Abpfiff nochmal entscheidend nach. "Wenn du die entscheidenden Dinge vermissen lässt, wird es gegen jede Mannschaft in der Bundesliga schwer."

Dass er damit allen voran auch Streithahn Tuta meinte, dürfte wohl kaum von der Hand zu weisen sein. In eine ganz andere Kerbe schlug indes Coach Oliver Glasner (48).

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Denn der Übungsleiter der Adlerträger suchte die Schuld nicht etwa bei den Akteuren auf dem Feld, sondern wies sich selbst einen gehörigen Anteil an der Niederlage zu: "Für diese Niederlage übernehme ich die Verantwortung. Es war meine Aufstellung und mein System", sagte der 48-jährige Fußballlehrer im Anschluss an die erst zweite Bundesliga-Niederlage in den letzten sechs Partien (davon 4 Siege).

Den Zoff zwischen Trapp und Tuta konnte der Österreicher wiederum nicht so einfach herleiten. "Ich weiß nicht, was da los war." Eine eingehende Analyse sowie klärende Gespräche dürften unausweichlich sein.

Titelfoto: Montage: DPA/Thomas Frey, DPA/Arne Dedert

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