Erst Pechvogel, dann Held: Das kuriose Bundesliga-Debüt von Diant Ramaj

Frankfurt - Weil Stammkeeper Kevin Trapp (31) Corona-bedingt bei Eintracht Frankfurt passen musste, gab der 20-jährige Diant Ramaj beim 1:1 (1:1) beim FC Augsburg sein Debüt in der 1. Bundesliga. Es wurde ein Wechselbad der Gefühle.

Frankfurts Ersatzkeeper Diant Ramaj (19, r.) rettet gegen FCA-Neuzugang Ricardo Pepi (19).
Frankfurts Ersatzkeeper Diant Ramaj (19, r.) rettet gegen FCA-Neuzugang Ricardo Pepi (19).  © dpa/Matthias Balk

So war Ramaj nicht unschuldig am Ausgleichstreffer der Augsburger, rettete dafür in der Nachspielzeit den Hessen den Punkt.

Die erste Szene ereignete sich in der 38. Minute. Die Eintracht führte durch einen Treffer von Daichi Kamada (25) in der 22. Minute mit 1:0, als FCA-Linksverteidiger Iago (24) seinen in den freien Raum gelaufenen Team-Kollegen Michael Gregoritsch (27) wunderbar anspielte.

Der zog dann im Frankfurter Strafraum von links aus ganz spitzem Winkel ab und traf ins kurze Eck. Das hatte Ramaj zu offen gelassen, weil er mit einer Hereingabe auf den im Fünfer lauernden Ricardo Pepi (19) gerechnet hatte - keine gute Idee.

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Dennoch gab es nach dem Spiel keine Schuldzuweisungen an den Debütanten - im Gegenteil. "Der Torwart ist immer die letzte Instanz. Wir haben das im Vorfeld nicht gut gemacht. Ich spreche ihn da völlig frei", sagte Trainer Oliver Glasner (47).

"Ich finde, er hat eine großartige Leistung gezeigt. Er war mutig bei vielen Standardsituationen und immer wieder präsent", so der Österreicher.

Diant Ramaj rettet gegen Florian Niederlechner Punkt für Eintracht Frankfurt

Diese Meinung teilte auch Sportvorstand Markus Krösche (41). "Diant Ramaj hat ein super Debüt gegeben und es sehr gut gemacht. Er hat viele Flanken entschärft, ist sehr mutig aufgetreten und hatte kurz vor Schluss eine riesige Tat, als er die Eins-gegen-eins-Situation für sich entschieden hat. Das freut mich für den Jungen."

Auch Glasner sprach von einem "Big Save", mit dem Ramaj das 1:1 festgehalten hatte. So hatte in der zweiten Minute der Nachspielzeit Augsburgs Stürmer Florian Niederlechner (31) das 2:1 auf dem Fuß, als er nach gutem Anspiel frei vor dem Frankfurter Keeper auftauchte und aus neun Metern abzog.

Doch Ramaj behielt in der Eins-gegen-eins-Situation die Nerven, machte sich groß, verkürzte den Winkel und konnte parieren.

Eintracht Frankfurts Jesper Lindström vergibt zwei Großchancen

Frankfurts Jesper Lindström (l.) behauptet gegen Iago vom FCA den Ball. In der ersten Halbzeit traf der Däne nur den Pfosten, in der zweiten hatte er erneut den Führungstreffer auf dem Fuß.
Frankfurts Jesper Lindström (l.) behauptet gegen Iago vom FCA den Ball. In der ersten Halbzeit traf der Däne nur den Pfosten, in der zweiten hatte er erneut den Führungstreffer auf dem Fuß.  © dpa/Matthias Balk

So durften die Adlerträger zumindest einen Punkt aus Schwaben mitnehmen. Mehr wäre durchaus drin gewesen. Aber da ließen die Frankfurter zu viele Großchancen ungenutzt - vor allem in der Person des sonst wieder starken Jesper Lindström (21).

In der ersten Halbzeit hatte der Däne nach einem Traumpass von Djibril Sow (24) im Strafraum zunächst Reece Oxford (23) ausgetanzt und dann das Leder am herausgeeilten Torhüter Rafal Ginkiewicz (34) vorbei nur an den Pfosten gesetzt (29.). "In der ersten Halbzeit hatten wir nach der Führung die Riesenchance aufs 2:0, womit wir das Spiel mehr zu unseren Gunsten hätten gestalten könnten", befand Oliver Glasner.

Kurz vor Schluss scheiterte Lindström dann freistehend aus kurzer Distanz am polnischen Keeper der Fuggerstädter (88.). So monierte auch Markus Krösche, dass diese Großchancen nicht genutzt wurden. "Deswegen ist der Ausgang des Spiels ärgerlich", sagte er.

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Bereits am kommenden Freitag (20.30 Uhr) kann es Eintracht Frankfurt besser machen. Dann ist der Tabellen-Sechzehnte Arminia Bielefeld zu Gast.

Titelfoto: dpa/Matthias Balk

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