Eintracht-Fans zeigen, wie kreativer Protest gegen DFB und DFL geht

Frankfurt am Main - Die Fans von Eintracht Frankfurt haben vor und während des Viertelfinalspiels im DFB-Pokal gegen Werder Bremen (2:0) sehr kreativ und vor allen Dingen friedlich mit Spruchbändern gegen den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga protestiert.

Mit kreativen und witzigen Spruchbändern haben die Eintracht-Fans ihren Unmut über DFB und DFL geäußert.
Mit kreativen und witzigen Spruchbändern haben die Eintracht-Fans ihren Unmut über DFB und DFL geäußert.  © DPA/Arne Dedert

"Unser Fußball durch euch verkauft, euer Dialog nur Schall und Rauch" oder "Die Funktionäre sind das hässliche Gesicht des Fußballs, nicht die Fans", war auf den Bannern in der Fankurve des Bundesligisten zu lesen.

In Anlehnung an die jüngsten Vorfälle am vergangenen Wochenende, als mehrere Bundesligaspiele wegen des Fanprotestes gegen die Kollektivstrafen unterbrochen werden mussten, gab es aber auch ein an Eintracht-Trainer Adi Hütter adressiertes Plakat mit dem witzigen Spruch: "Adi, meld' dich, wenn du 'ne Spielunterbrechung brauchst."

Der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp, zuletzt von mehreren Fangruppen massiv beleidigt, wurde in der zweiten Halbzeit ebenfalls ein Spruchband gewidmet.

Die Aufschrift "Dietmar Hopp, du Sohn einer Mutter", wurde von Schiedsrichter Felix Zwayer nicht als Grund für eine Spielunterbrechung gewertet.

Vielleicht nicht für die Plakate, wohl aber für das Abbrennen von Pyrotechnik dürften beide Clubs noch zur Kasse gebeten werden. Die Frankfurter Fans schossen ihr Feuerwerk vor dem Spiel, die Bremer nach der Halbzeit ab.

Umstrittener Elfmeter für Eintracht Frankfurt sorgt für Unmut bei Werder Bremen

Schwer aufgebracht: Wegen des Elfmeter-Pfiffs handelte sich Werder-Trainer Florian Kohfeldt eine gelbe Karte von Schiedsrichter Felix Zwayer ein. 
Schwer aufgebracht: Wegen des Elfmeter-Pfiffs handelte sich Werder-Trainer Florian Kohfeldt eine gelbe Karte von Schiedsrichter Felix Zwayer ein.  © DPA/Arne Dedert

Fußball gespielt wurde auch, allerdings hielt sich der Unterhaltungswert lange in Grenzen. Beide Mannschaften kämpften verbissen um jeden Zentimeter. Dabei hinterließ Werder nicht den Eindruck eines Absteigers.

Aus einer gesicherten Defensive suchten die Hanseaten ihre Chance und waren bei einem Kopfball von Davie Selke (35.) und einem Schuss von Maximilian Eggestein (42.) gefährlich. Frankfurts Keeper Kevin Trapp war aber jeweils zur Stelle.

Auf der Gegenseite sorgten Silva (11.) und Martin Hinteregger (32.) für Gefahr - ehe schließlich Frankfurt dank eines umstrittenen Elfmeter-Pfiffs kurz vor der Pause in Führung ging.

Bei einem Kopfball-Duell mit Timothy Chandler sprang der Ball Ludwig Augustinsson an die Hand, Schiedsrichter Felix Zwayer wertete die Aktion nach Videostudium als strafbar. Eine harte Entscheidung, die Werder-Trainer Florian Kohfeldt in Rage versetzte und auch eine Gelbe Karte einbrachte.

"Ich gehe in ein Kopfball-Duell, er ist größer. Ich bin sehr enttäuscht mit dieser Situation. Ich bin kein Fan vom VAR", sagte Augustinsson in der ARD und Mitspieler Kevin Voigt ergänzte: "Wenn man klar nach dem Regelwerk geht, kann man sagen: Das ist ein Elfmeter. Mich persönlich langweilt das Thema. Ich bin es leid. Es sind so viele Emotionen, die kaputt gehen. Ich bin kein Freund dieser Regel."

Auch Eintracht-Trainer Adi Hütter räumte ein: "Das war eine glückliche Entscheidung für uns und die Schlüsselszene des Spiels."

Mit dem 1:0 im Rücken ließ sich dann für die Eintracht gut aufspielen. Als Werder ein wenig die Defensive lockerte, schlugen die Hessen eiskalt zu. Nach einer feinen Flanke von Kostic traf Kamada aus kurzer Entfernung (60.).

Im Cup-Halbfinale muss Frankfurt allerdings auf Leistungsträger Filip Kostic verzichten, der in der Nachspielzeit noch die Rote Karte wegen groben Foulspiels an Ömer Toprak (90.+1) sah. Toprak musste verletzt vom Feld.

Filip Kostic entschuldigt sich bei Ömer Toprak

Update, 12.31 Uhr: Mittelfeldspieler Filip Kostic von Eintracht Frankfurt hat sich über den Kurznachrichtendienst Twitter bei Ömer Toprak entschuldigt.

"Lieber Ömer, ich möchte mich für das Foul an dir noch mal entschuldigen. Es war nicht meine Absicht, dich zu verletzen. Gott sei Dank ist es nicht so schlimm wie zunächst befürchtet. Ich hoffe, du wirst schnell wieder gesund und kannst deiner Mannschaft so bald wie möglich helfen. Gute Besserung!", heißt es wörtlich in der Filip Kostic zugeschriebenen Botschaft, die von Eintracht Frankfurt verbreitet wurde.

Anders als zunächst befürchtet hat sich Werder Bremens Abwehrspieler Ömer Toprak im DFB-Pokalspiel bei Eintracht Frankfurt keinen Wadenbeinbruch zugezogen.

Für die Plakate werden die Vereine sicherlich nicht zur Kasse gebeten, wohl aber für das Abfackeln von Pyrotechnik. Die Eintracht-Fankurve lag vor dem Spiel in dichtem Rauch.
Für die Plakate werden die Vereine sicherlich nicht zur Kasse gebeten, wohl aber für das Abfackeln von Pyrotechnik. Die Eintracht-Fankurve lag vor dem Spiel in dichtem Rauch.  © dpa/dpa/Uwe Anspach
Der Auswärts-Block legte dann kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit nach.
Der Auswärts-Block legte dann kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit nach.  © DPA/Arne Dedert

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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